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Cornelias 'Bulldog Blog' ...
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Samstag, Oktober 29, 2005
Heute erzählt Gastblogger Andreas RiedelBulldogfreude ist Lebensfreude !!!Woher kommt diese unendliche Liebe zum English Bulldog ???Der english Bulldog hat ja relativ wenig mit einem Hund gemeinsam. Sicher, er stammt als Canide von denselben Vorfahren ab. Irgendwie ! Aber er benimmt sich einfach nicht wie ein Hund. Er klingt nicht wie ein Hund. Ganz sicher sieht er aber nicht aus wie ein Hund !!! Also woher diese kompromisslose Liebe zum Bulldog ??? Genau aus dieser Unterschiedlichkeit. Ein Bulldog sieht niemals aus wie ein anderer. Stellen Sie 20 Schäferhunde nebeneinander, selbst deren Besitzer haben Probleme ihren Hund auf Anhieb aus dieser Gruppe heraus zu finden. Stellen Sie dagegen 20 english Bulldogs nebeneinander, es ist als ob 20 Menschen nebeneinander stünden, so unterschiedlich sehen diese Gesichter aus.
"... die Selbst-sicherheit immer ruhig zu
bleiben"
Man könnte meinen, er wüßte nicht über welche
schier unbegrenzten Kräfte er verfügt, daß Gegenteil ist aber der Fall. Er weiß
wie stark er ist, deswegen besitzt er
die Selbstsicherheit immer ruhig zu
bleiben. Diese Selbstsicherheit wird oft als Dickköpfigkeit falsch verstanden.
Ein Bulldog macht keineswegs nur das was er will, er will aber auch nicht mit
sinnlosen Befehlen überhaüft werden. Ich habe von Bulldogs gehört, die sich
recht geschickt beim Agility angestellt haben sollen. Ich habe aber auch von
Bulldogs gehört denen partout nicht der Befehl " Sitz " einleuchten wollte.
Diese "menschliche" Charaktervielfalt ist vielleicht sogar die größte Stärke dieser wundervollen Rasse. Ermöglicht sie es doch quasi jedem Bulldogliebhaber seinen Traumhund zu haben.
Freitag, Oktober 28, 2005
Wurmkur und Schnitzer - 2 Fragen beantwortet.Wir bekommen öfter Fragen zugemailt, manche Antworten sind evtl. von allgemeine Interesse. Hier sind zwei solche Fragen, wobei ich die Fragensteller anonym lasse; ihr wisst wer ihr seid :-) Welche Wurmkur empfehlen Sie? Nun, ich bin kein Tierarzt. Dort bitte nachfragen. Aber bei unsere Welpe Frieda verwendete ich Drontal™ Plus 'flavour' Tabletten. Frieda wiegt z.Z 15,6 Kg und bekam deswegen 1½ Tabletten. Vier Wochen später habe ich die andere 1½ Tabletten gegeben, falls man bei der erste Dosis Larven verpasst hat. Alle 6 Monate vorbeugend geben, so wie ich mich errinere, aber besser beim Tierarzt fragen. Ist von Bayer. Verschreibungspflichtig!
Persönlich wurde ich sowas nicht habe wollen, ich bin ja kein Christ. Stattdessen haben wir unsere 1:1 Tonbulldogge 'Garda' im Garten, auch eine Sonderanfertigung, Wilma stand Modell :-)
Mittwoch, Oktober 26, 2005
Halloween und Kerberos sind in Anmarsch :-)
Halloween ( ein US Gruselfest) ist der Abend (E'en=Evening=Abend) vor Allerheiligen (Hallows=Heiligen) und steht vor der Tur(Oktober 31). Vor der Tur stehen jedes mal auch bettelnde Kinder, getarnt in 'schreckhafte' (eher schreckliche) Kostumen. Es sind diesselbe fromme Kinder die im Advent auch von Tur zu Tur betteln gehen, mit ein 'Gesang' der nicht minder schreckhaft wirkt :-) Kerberos - aus der griechische Mythologie - war der Höllenhund, (Alp)Traumaufgabe unsere Bulldoggen :-) In den altgriechischen homerschen Gesängen las ich folgende Zeilen über den Höllenhund Kerberos : "Auch den Cerberos sah ich, mit bissigen Zähnen bewaffnet Böse rollt er die Augen, den Schlund des Hades bewachend. Wagt es einer der Toten an ihm vorbei sich zu schleichen, So schlägt er die Zähne tief und schmerzhaft ins Fleisch der Entfliehenden Und schleppt sie zurück unter Qualen, Der böse, der bissige Wächter." Frieda ist eine typische Welpe. Ihr aktuelle Hobby is die Zerstörung von Dingen wenn Herrchen nicht aufpasst. Manchmal sind es meine Hausschuhe, ein andere mal irgendeine Stofftier. Neulich sind es Bücher :-( Ich hatte am 20/10 berichtet wie sie gern eine ganze Welt (zumindest die Weltkarten) zerstört hatte. Scheinbar schmeckt der Leim in Buchrücken tierisch (sic!) gut, denn ich muß z.Zt. jeder Minute aufpassen, daß sie keine weitere Bücher erwischt, es sind schon vier :-( Friedas Atlas-Vertilgung errinnert mich an die Zeile aus der
Hinduschrift Bhagavad Gita : Nun, dies soll kein Bildungsreferat werden :-) Eigentlich wollte über Wilmas Halloween berichten. Friedas Vorgängerin Wilma begrußte gern Besucher an der Haustür - ich glaube das tun alle Bulldoggen gern. Aber am Halloween machte ich den Tur auf und die Kinder machten Geister-schreck-Geräusche, so "Hooo-Hooo!", die angsteinfloßend wirken sollte. Wilma fand das gar nicht lustig, und machte selbst Geräusche die VIEL mehr angsteinfloßend waren. Die Kinder kehrten blitzartig um und verschwanden so schnell wie möglich ;-) Wilma jagte sie aber nur bis zum Gartenzaun, und kam dann triumphierend zu mir zurück "Schau mal, was ICH geschafft habe! Unser Territorium mit vollen Einsatz verteidigt!!" Sie bekam ihre Belohnung. "Trick-or-treat" :-) Angesichts Friedas jetzige Hobby, werde ich wohl am Halloween den Tur nicht aufmachen ;-)
Sonntag, Oktober 23, 2005
Neu-Entwicklung : virtuelle Dia-Filmstreifen :-)
Donnerstag, Oktober 20, 2005
Haben unsere Hunde sechs Sinne?Manchmal denke ich unsere Hunden haben sechs Sinne.Bei dieser Anekdote gingen mir die Nackenhaare hoch.
Dazu sei gesagt, daß wir über 7000 Bücher haben, die meisten in Wandregalen im besagten Wohnzimmer. Die großen und schweren Bücher sind natürlich unten im Regal plaziert. Irgendwie wurde ich plötzlich wach. Frieda hatte aus diesen 7000 Bücher (na ja, vielleicht 800 in der unterste Reihe der Regale) just den Atlas herausgeholt. Sie hatte daran herumgekaut, wie man hier sieht, sodaß der Rücken beschädigt wurde. Als ich den Atlas retten wollte haute sie damit ab, ließ ihn dann aber fallen. Sie hatte es auch geschafft den Atlas auf Seite 204 fallen zu lassen (wie man sieht). Seite 204 ist die Seite für Peru! Ich sagte ja, mir gingen die Nackenhaare hoch. Nun, ich rettete das Buch, schnappte den Hund, und ging mit ihr nebenan in Fernsehzimmer. Wir legten uns dort auf den Couch und ich schaltete den Fernseher auf Viva ein. Viva zeigte gerade Rammsteins video "Ohne Dich"!! Irgendwie war mir das alles unheimlich!!! Ich glaube unsere Hunden haben doch sechs Sinne.
Dienstag, Oktober 18, 2005
Bulldog Blatt bei eBayWer hatte DAS gedacht? Wertvolles bei eBay! Chris Jung entdeckte eine Sammlerrarität bei eBay heute, 41 Ausgaben des VdFEB Bulldog Blatts (aus Standort Lorsch).
Der Text des Angebots :- "BULLDOG-BLATT ,
41 Ausgaben der Vereinszeitschrift des Vereins der Freunde englischer Bulldogs !
26 /1987,
31 /1988 bis 65 /1994,
104 /2002,
3 Ausgaben doppelt. Bestes Gebot bisher für Artikelnummer 8341799170 ist lausige 10 Euro, aber die Versteigerung läuft noch 5 Stunden, Leute :-) Ich weiss noch wie wir das Heft zuerst auf Schreibmaschine, dann in S/W auf mein alter Atari Rechner schrieben, bevor wir auf PC gingen! Ahhh, Nostalgie! P.S. Die Hefte gingen für schlappe 11 Euro 61 cent weg, ein Schnäppchen!!!
Montag, Oktober 17, 2005
"Tiere suchen ein Zuhause" : Bulldogdame zu vermittelnGestern in der o.g. Fernsehprogramm kam aus Tierheim Lippstadt (02941-65179) eine Hilferuf für eine Englischer Bulldogge, Marcy, eine Hundin. Gabi Mill-Rogel hatte sie im Tierheim besucht, und schrieb uns :- "Sie ist sehr klein, sehr dünn, Chippendale-Beine, bereits operiertes Augenlid, aber immer noch leicht entzündete Augen. Marcy kann schlecht laufen, ob es an unterentwickelten Muskeln oder am Rücken liegt, kann und will ich nicht beurteilen. Das Fell sieht ordentlich aus, am Korkenzieherschwänchen fehlt Fell, ist aber nicht entzündet. Sie ist sehr lieb und schmusig, verträgt sich mit anderen Hunden, ist in ihrer Familie aber lieber allein. Teilweise stubenrein - leider nicht immer. Mir kamen die Tränen, als ich sie sah. Eigentlich braucht sie eine Pflegestelle, bis sich fachkundige neue Besitzer gefunden haben. Sie wird am Tierheim zerbrechen."Aus der Sendung entnahm ich, daß das Tier Atemprobleme hat, Milben hat, und mit 5 Jahre immer noch unsauber ist. Dagegen ist sie schon kastriert und recht verschmust. Aufopferungsvolle Retter rufen 02941-65179 (Tierheim Lippstadt) an.
Samstag, Oktober 15, 2005
Heute unterhält uns Gastbloggerin Doris EhrensteinMit dem Kopf durch´s Eis ;-)Guten Morgen Frieda,liebe Grüße aus Alaska sendet Dir Dein Vetter Willie. Ich soll Dich auch ganz herzlich grüßen von unserem Opa Macho und Deinem Papa, Onkel Comanche. Und von der gerade frisch geborenen Verwandschaft auch.
Ich muss Dir erzählen was mir heute morgen passiert ist. Ich trinke täglich viel Wasser, am liebsten ganz kalt. So gehe ich immer auf die Terrasse, da steht auch ein Topf mit Wasser. Und weisst Du was, ich konnte das Wasser sehen - aber nicht trinken. Nur lecken. Das gefiel mir gar nicht. Also ich habe noch mal geleckt und geleckt. Doris sagte: 'Komm rein, das Wasser ist gefroren. Es ist Eis.' Ich war fürchterlich ärgerlich und kurz entschlossen habe ich dann meinen Kopf kräftig in den Topf gestoßen. Und siehe da, das Wasser kam wieder, und ich konnte trinken und das Eis essen. Nun kam auch meine Cousine Berta, ja, die hatte es einfach. Sie konnte gleich Wasser trinken. Alle Vorarbeiten hatte ich ja gemacht. Ich will nun abwarten, was morgen früh passiert. Ich schicke Berta zuerst auf die Terrasse! Ich muss Schluss machen, das Auto läuft und wir fahren zur Post. Herzlichst Dein Willie
RedaktionellesHeute noch starte ich zu einer Studienreise ins alte Reich der Inka; und zur Erholung geht es anschließend ein paar Tage auf die "Inseln unter dem Wind" in der Karibik. Damit ich unterwegs meine Sorge um Frieda in Kontrolle halten kann, wird Stu, der zuhause bleibt und sie hütet :-), mir im Blog ihre Fortschritte im "Groß- und Weisewerden ;-) posten. Denn einen Internetanschluß werde ich wohl fast :-) überall finden!Bis bald, Eure Bulldog-Cornelia ;-)
Mittwoch, Oktober 12, 2005
Frieda hatte Besuch :-)Letzten Sonntag hatte Frieda Besuch von Big Jim, Tyson und deren Menschen Andy und Sandy Riedel. "Besuuuuch" ist ein magisches Wort für Frieda. Sie wartet sogar geduldig vor der Haustür, wenn es sein muß auch richtig lang, bis sich der Zauber des Wortes erfüllt und Menschen erscheinen ;-)
Big Jim kapierte es ;-) sofort : Frieda ist ein Weibchen ! Ich war erstaunt, Frieda ist doch gerade erst 4 Monate alt geworden, aber sie scheint schon schön weiblich zu duften. Und der kastrierte "Franzose" Tyson versuchte anschließend auch sein Bestes - und das sehr viel besser, als dem Foto (unten) nach zu vermuten ;-) Wir mußten nur lachen :-)))))). Frieda brauchte keine Hilfe, wenn es ihr zu toll wurde, dann versteckte sie sich im Tannenbaum :-)))
Samstag, Oktober 8, 2005
Ein Bulldogtreffen in Freyburg /Unstrutdes "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V."Letztes Wochenende trafen sich Mitglieder dieses Vereins (er wurde schon vor 25 Jahren gegründet und Stu und ich sind Gründungsmitglieder) im Weinbaugebiet an der Saale und Unstrut. Die Gegend ist zauberhaft idyllisch sowie historisch ;-))) und kunstgeschichtlich ungeheuer interessant. Die "Himmelsscheibe von Nebra", das älteste bekannte Himmelsbild, wurde in DIESER Gegend gefunden! Und unter Führung unseres dort heimischen :-) Bulldogs Willi suchten wir im die Fundstelle umgebenden Wald nach weiteren solchen Schätzen :-) . Wir fanden den Schatz der besten Bulldog-Laune dort.
Als wir in Freyburg ankamen wartete schon Bulldog Britta mit Bulldogfreundin Karin dort. Britta entdeckte nach kurzem Schnuppern an Frieda ihre Mütterlichkeit und erlaubte der Kleinen FAST;-) alles. Schön dies zu beobachten! Friedas Milchzähnchen sind übrigens ausgefallen und die neuen "Waffen" im Kommen :-).
Es gibt sie also noch - Gottseidank :-) - die schönen, standardgerechten Bulldogs, die stundenlang spielend und miteinander tobend durch den Wald laufen können; und nicht nach 5 Minuten um Luft ringend zusammen-brechen :-((( - wie ich es neulich irgendwo im Internet las. Aus unserer Sicht tragischerweise wurde diese auf Dauer lebensgefährliche Schwäche dort als "normal beim Bulldog" bewertet. Solch eine Haltung versetzt mich gleichzeig in Wut und Trauer ... Unsere Frieda war nicht nur bei Gabi ;-), sondern auch bei den Rüden und der mütterlichen Britta sehr gefragt :-). Ich habe übrigens schon häufiger beobachten können, daß viele Bulldogrüden ausgesproches Interesse und Freude am Spielen mit Welpen zeigen. Es war herrlich mit der Bulldogmeute durch den Wald zu laufen und dann abends, mit ihrem Schnarchen im Unter:-)grund, bei gutem Saale/Unstrut-Wein und köstlichem Essen zu feiern :-). Das Hotel 'Rebschule' läßt Hunde kostenfrei im Bett schlafen :-) und ist auch ansonsten sehr zu empfehlen. Das Treffen wurde ausgerichtet ;-) von Chris und Vari Jung, vielen herzlichen Dank ! Das meinten auch unsere Bulldogs Montag mittag bei der Abfahrt!
Ein Bericht über die Mitgliederversammlung des
Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.
, die formaler Anlaß des Treffens war, wird in Kürze im "EBI" (English Bulldog Info)
den Vereinsmitgliedern - vom neu gewählten Vorstand - zugeschickt werden.
RedaktionellesEin freundlicher Leser meinte, daß es bei der Fülle der Einträge - circa 2 pro Woche - auf Dauer schwierig wird, gezielt einzelne Beiträge (wieder)zufinden. Ich folge diesem Tipp gerne : Ihr könnt ab sofort die neue Seite "Themenübersicht" in der Linkliste in der rechten Spalte angeklicken. Die allgemeinen, oft sehr humorvollen Geschichten über unsere Bulldogs sind dort nicht aufgeführt - ich habe mich in der Übersichtsliste auf diese speziellen Themen beschränkt :Aus der Geschichte des Englischen Bulldogs - Der Bulldog als Symbol - Gesundheit - Reisen mit Bulldog - Zucht und Zuchtvereine
Mittwoch, Oktober 5, 2005
Ein Zeitgenosse spricht über Otti HeermannIn verschiedenen Rückmeldungen zu meinem Bulldog-Blog wurde gewünscht, daß ich noch mehr von Otti Heermann (siehe Eintrag 15. Juni 2005) und allgemein über die Vorkriegszeit informieren möge.
Von Otti Heermann selbst kann ich noch etwa 2-3 Geschichten bringen, was ich auch gerne tun werde. Vorher halte ich es aber für sinnvoll und wichtig, etwas mehr über die außerge- wöhnliche Persönlichkeit dieser deutschen Bulldog-Züchterin zu informieren. 1982 traf ich auf einer Bulldog-Austellung den damaligen Präsidenten des "Holländischen Bulldog Clubs", Herrn Dr. W.K.J.J. van Ommen Kloeke. Er war Zeitgenosse von Otti Heermann und schrieb mir auf meine Bitte hin den unten folgenden Bericht über sie.
Ich warne ungeduldige Blog-Besucher ;-) :
Erinnerungen an Otti HeermannDr. W.K.J.J. van Ommen KloekeVor mir auf dem Tisch liegt eine seltsam geformte Brosche. Für einen Außenstehendenwird sie höchstens von geringem historischen Wert sein. Aber für mich ist sie sehr wertvoll. Weil sie eine Erinnerung an eine Frau herstellt, die sich in der Ausübung ihrer streng gezogenen Lebensprinzipien tapfer und streithaft für eine Hunderasse einsetzte, die ihre ganze Liebe war, die Englische Bulldogge.
"Continentaler Bulldog Club 1904"
Die Brosche besteht aus zwei Teilen. Das Oberteil ist ein emailliertes Dreieck,
blau mit weißem Rand, innen mit den Buchstaben "RDH"; eine Abkürzung für
den um den zweiten Weltkrieg aufgelösten "Reichsver-band für das Deutsche Hundewesen".
Unter dem Dreieck hängtan zwei dünnen Kettchen eine silberne Münze, 22mm im Durchmesser,
worauf in der Mitte der Kopf eines Englischen Bulldog abgebildet ist. Darum herum steht
in kleinen Buchstaben "Continentaler Bulldog Club 1904".
Diese Brosche wurde mir 1935 von der damaligen Sekretärin des Clubs,
Frau Otti Heermann, geschenkt.
... 1935 bekam ich von der Familie
Heermann eine Einladung ...
Unser Kontakt kam zu Beginn der dreißiger Jahre zustande. Ich
schrieb für die kynologische Presse verschiedene Artikel über
den Englischen Bulldog und Frau Heermann fragte mich, ob sie
für ihren Club das eine oder andere daraus entnehmen dürfe.
Ein Briefwechsel entstand, und 1935 bekam ich von der Familie
Heermann eine Einladurg zu einem Besuch, um mein Urteil über
die vorhandenen Bulldoggen abzugeben, vor allem auch, weil ich
meine Kenntnisse hierüber in England erwerben konnte.
Wir lernten auch Mißtrauen und Verrat kennen, auch das Untertauchen.
Es wurde ein merkwürdiger Besuch. Nicht wegen der Hunde, sondern wegen der unheimlichen
Atmosphäre, in der gelebt wurde.
Denn ich wurde direkt nach meiner Ankunft mit Nachdruck ersucht, im eigenen Interesse
nicht über Politik zu sprechen, wenn andere dabei wären, und vor allem kein Interesse
für Uniformträger oder militärische Ausrüstung zu zeigen, die mir auf der Straße
zufällig begegnen würden. Befremdent fand ich es auch, daß ich wiederholt feststellen mußte,
daß wir bei Spaziergängen in Kassel beschattet wurden. Ich fragte dann wer das wäre, der
sich immer verbergen würde, wenn ich das Haus der Heermanns betrat.
Mir wurde geantwortet, ich solle darauf einfach nicht achten.
- Erst viel später, als wir nach kurzem Krieg besetzt worden waren, begriff ich alles.
Wir lernten auch Mißtrauen und Verrat kennen, auch das Untertauchen.
... ihre Englischen Bulldoggen
nicht allein im Garten laufen lassen konnte, weil schon einer vergiftet worden war.
Dr. Kurt Heermann, Rechtsanwalt und Notar, erzählte mir, daß er es sehr schwierig habe, da
er kein Mitglied der "Partei" sei. - Er ist dies auch nie geworden - und daß er darum stets
Angeklagte zu verteidigen bekam, die gegen die neue "Ordnung" verstoßen hätten
oder dessen verdächtigt würden. Eine unter diesen Umständen äußerst heikle Angelegenheit !
Schlimm fand ich es auch, daß Frau Heermann ihre Englischen Bulldoggen
nicht allein im Garten laufen lassen konnte, weil schon einer vergiftet worden war. -
Aus Haß gegen die Engländer !
... 1936 nach Köln zur Reichssieger- Ausstellung ...
Bei meinem Abschied versprach ich im nachsten Jahr am 23. und 26. April 1936 nach Köln
zur Reichssiegerausstellung zu kommen. Frau Heermann würde dort die Englischen Bulldoggen
richten und dann auch gerne meine Englische Bulldoghündin sehen, über die sie schon soviel
gehört hatte. Das war "Christmas Snowball", die viel Reklame für diese Rasse machte,
indem sie zweimal Beste der Ausstellung und auf zehn hintereinander folgenden
Ausstellungen Beste der Doggenartigen Hunde geworden war.
... durch hereinfliegende Glasscherben verletzt würde.
Die Reise zur Reichssiegerausstellung 1936 verlief nicht besonders günstig. Mein Vater
fand, daß sein gerade volljährig gewordener Sohn nicht alleine fahren sollte
und hatte einen Freund mit Auto gechartert.
So fuhren wir zu dritt mit einer Bulldogge nach Köln. Doch kurz vor
der Stadt fuhr unser Fahrer unter äußertst ungünstigen Witterungsver-hältnissen auf einen
großen Lastzug auf. - Ich konnte mich noch
so eben über die Bulldogge beugen um zu vermeiden, daß das Tier durch
hereinfliegende Glasscherben verletzt würde. Dadurch war glücklicherweise die Bulldogge
unverletzt geblieben, außer, daß sie mit Blut verschmiert war. Ich hatte mir nämlich
einige leichtere Verletzungen an den Händen zugezogen, zum Glück nichts Ernsthaftes.
Unsere erste Handlung am Abend im Hotel war, die rotweiße Bulldogge wieder zu einer
reinweißen zu machen, welches mit einiger Anstrengung im Badezimmer gelang.
... unter keinen Umständen den Reichstitel an einen Ausländer ...
Aber ein Unglück kommt seiten allein. An diesem Abend erzählte uns Frau Heermann,
daß der "RDH" (Reichsverband für das Deutsche Hundewesen) ihr zur Bedinggung gemacht
hätte, unter keinen Umständen den Reichstitel an einen Ausländer zu vergeben.
Die Tränen standen ihr in den Augen, als sie uns dies mitteilte.
Wir haben noch in Erwägung gezogen die Meldung zurückzuziehen aber dann doch
beschlossen, "Snowball" in den Ring zu bringen.
... die Spannung wurde immer unerträglicher.
Es wurde das spannendste Richten, welches ich in meinem 48-jährigen Hundeleben jemals
mitmachte. Es war eine stattliche Anzahl Bulldoggen gemeldet, neben unserem "Niederländischen
Champion" auch noch zwei Champnions aus Skandinavien. Erst wurden die 'Rüden - und für
unseren Geschmack - sehr langwierig, gerichtet. Ein deutscher Hund gewann.
Wieder verging eine Zeit bis die Jugendklasse Hündinnen gerichtet wurde,
die Spannung wurde immer unerträglicher. Dann kam endlich der Moment, in dem die die sechs
Hündinnen der Offenen Klasse in den Ring gerufen wurden, "Snowball" hatte zum Glück
ihren Autounfall vergessen. Sie ging mit locker rollendem Gangwerk ihre Runde und blieb
auf mein Kommando unbeweglich stehen. Dies hatte ich ihr so beigebracht,
und ich konnte auch die Leine neben sie auf den Boden legen, eine Übung, die immer Eindruck
auf die Richter macht. Denn gut vorführen, das ist der halbe Gewinn ! Sie stand wie
ein echter "John Bull", mit mächtigem, doch weiblichem Kopf, etwas erhoben, die
kräfigen Vorderbeine neben der breiten Brust. Mit elegantem Karpfenrücken, gut
gewölbten Rippen und einer schlanken Hinterhand, sie stand dort wie ein Standbild.
Die Richterin ging mehrmals an den sechs Hunden vorbei, aber sie kam jedesmals zu
"Snowball" zurück. Und dann brach die Spannung..., sie kam zuletzt auf uns zu und
gratulierte mir. "Snowball" war Reichssieger 1936 geworden.
... einen offiziellen Brief vom "RDH".
Einige Wochen später bekam Otti Heermann einen offiziellen Brief vom "RDH". Ihre Erlaubnis
zum Richten wurde eingezogen mit der Begründung, daß sie nicht das Wissen hätte
um diese Rasse weiter zu richten....
... welch beinahe hoffnungslosen Kampf ...
Wir sind uns persönlich nie wieder begegnet. In den Kriegsjahren war dies natürlich
ausgeschlossen, auch danach kamen alle verabredeten Treffen nicht mehr zustande.
Wir hielten wohl den schriftlichen Kontakt aufrecht, wenn auch manchmal mit großen
Zeitabständen. Bei diesem Briefwechsel wurde deutlich, welch beinahe
hoffnungslosen Kampf Frau Heermann führen mußte, um die Rasse durch den Krieg
zu erhalten und danach wieder aufzubauen. Es erscheint mir für die Geschichte der Rasse
in ihrem Land von Bedeutung, daß ich hierüber das ein oder andere aus ihren sorgfältig
aufbewahrten Briefen wiedergebe.
Diese Hunde schlafen nun in des Toten Bett...
Am 26. 11. 1940 schreibt Otti Heermann :"Hunde habe ich 5 Stück, es geht ihnen sehr gut. Bull ist aber tot, er hatte ein Hodengewächs so dick wie ein Kopf Rotkohl. Er mußte getötet werden, es war schrecklich! Auf dem Kopf dieses Briefes ist sein Bild. Bonny ist auch tot, er hatte Magengeschwüre und war drei Jahre in ärztlicher Behandlung. Täglich erbrach er sein Essen. Nita hat mehrere Würfe gehabt und bei sechs Jungtieren waren immer drei Hunde "Vorzüglich" auf allen Ausstellungen ! - Herr Max Lehmann ist plötzlich gestorben, ich habe sehr gute und sehr teure Hunde aus seinem Zwinger gekauft. Zweijährig, ich werde damit züchten. Der Zwinger Lehmann ist aufgelöst. Später, so Gott will, sprechen wir darüber. Lehmanns Tod war eine Katastrophe. Ich habe geholfen den Zwinger aufzulösen. Es waren 17 Hunde! Die Witwe hat zwei davon behalten, die ältesten, die ersten Zuchthunde zum Andenken an ihren lieben Mann. Diese Hunde schlafen nun in des Toten Bett neben dem Bett von Frau Lehmann."
... wir haben nun alles vorloren, ...
Am 5.12.1946 schreibt Frau Heermann in den ersten Brief nach dem Krieg:"Wir haben gewiß Furchtbares durchgemacht, wir haben nun alles vorloren, aber es ist mir möglich gewesen mich neu einzurichten. Wir haben wieder ein Heim, ich habe wie früher die Vereinstätigkeit. Wenn Sie einmal nach Deutschland kommen, hoffe ich, daß Sie uns einmal besuchen."
Die Nazis haben sie erschossen, ...
Und an anderer Stelle:"Meine Bulldogrüden leben noch. Meine Hündin ist leider bei einem Angriff ums Leben gekommen. Meine Rüden sind Witwer und weinen nach einer Frau, die sie aber nicht bekommen. Es gibt in Deutschland nur noch drei oder vier Bulldoggen. Die Nazis haben sie erschossen, weil es eben englische Hunde waren !"
Im Frühjahr 1947 arbeitete sie mit an der großen
internationalen Ausstellung in Köln.
Aber Frau Heermann setzte sich durch. Im Frühjahr 1947 arbeitete sie mit an der großen
internationalen Ausstellung in Köln. Sie durfte auch wieder richten.
Dann bekam ich das Angebot am 6.8.1950 nach Dortmund zu kommen, wo eine
Clubschau abgehalten werden sollte. Otto Borner lud mich auch persönlich ein. Alle
Vorbereitungen waren getroffen, doch im letzten Moment mußte ich absagen. - Dann kam die
Einladung im Jahre 1950 in Osnabrück eine Anzahl Rassen zu richten, darunter auch
die Englischen Bulldoggen. Ich nahm die Einladung in der Hoffnung an nun endlich, nach 17
Jahren, Otti Heermann wieder die Hand zu drücken. Es sollte nicht sein. Eine Krankheit
machte ihr die Reise unmöglich.
Etwas später hörte ich, daß
sie gestorben war ...
Meinen letzten Brief an sie schrieb ich als damaliger Sekretär des "Holländischen Bulldog Club" an
Frau Otti Heermann als Sekretärin unserer deutschen Schwestervereinigung als Antwort auf
ihre Anfrage, in welchem Alter frühestens eine Englische Bulldog Hündin gedeckt werden
könnte. Aber darauf habe ich keine Antwort mehr erhalten. Etwas später hörte ich, daß
sie gestorben war ...Wir leben in der Hundewelt schnell und Namen werden bald vergessen. Darum bin ich Frau Cornelia Deermann dankbar, daß sie mich gebeten hat, etwas über Otti Heermann zu schreiben, eine tapfere und unerschrockene Frau, die für ihre Rasse buchstäblich durch´s Feuer ging. Wir haben sie nicht vergessen.
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