Cornelias 'Bulldog Blog' ...
Donnerstag, Juni 30, 2005

Der Bulldog spiegelt uns Menschen gut :-)

Der Englische Bulldog hat ein flaches Gesicht und seine runden Augen blicken, anders als bei den meisten anderen Hunderassen, ganz gerade nach vorne. Dies macht sein Gesicht dem unseren ähnlich und fordert damit gerade zu heraus, ihn als Modell für menschliche Eigenarten - und Unarten - zu wählen. (Im 'Unarten-Bild' eine Zigarettenwerbung in Athen, von Stu aus dem fahrenden Auto heraus aufgenommen, die das Phänomen der Sucht gut deutlich macht.)

Der riesige Erfolg der Zelda Wisdom Kollektion (siehe Bilder unten) beruht neben subtiler bis satirischer Kreativität auch darauf, daß das Foto-Modell eine Bulldoghündin ist.

Zelda hatte einen ebenso berühmten Vorgänger, Bolz. Er lebte Anfang des vorigen Jahrhunderts und trat im Zirkus auf. Ich fand vor Jahren einmal zufällig die Kopie eines interessanten, sehr alten Zeitungsausschnitts über ihn.


Der Bulldog ist ein beliebtes Modell für Herrenkleidung :-))

Zum Abschluß zwei Cartoons : 'Der Hund als Mitmensch'

Der Bildband 'Der Hund als Mitmensch' von Ridha H. Ridha, erschien 1989 im Verlag 'Semmel-Verlach'. Er ist nur noch antiquarisch (amazon) zu erhalten.

Im Vorwort heißt es : '... Die Zeichnungen ergreifen satirisch Partei für die Hunde. ...'
Ich habe zwei Beispiele mit 'Bulldogverwandten ;-))' Mitmenschen herausgesucht.

Mitmensch 'Frau'... und
Mitmensch 'Mann'... :-)))
Das Problem ist am anderen Ende der Leine !



Dienstag, Juni 28, 2005

Urlaubszeit : Reisen mit Hund

Die einzelnen europäischen Länder haben ziemlich unterschiedliche Spielregeln für 'Hunde als Mitreisende'.

... sind unserer Erfahrung nach die hundefreundlichsten Reiseländer.
Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Italien (Bild: im Winter 1984 mit Alma vor dem Vesuv in Pompeii) sind unserer Erfahrung nach die hundefreundlichsten Reiseländer. In diesen Ländern wurden wir NIE in einem Hotel oder Gasthof wegen unseres Bulldogs abgewiesen, allerdings wird in aller Regel eine Übernachtungsgebühr (zwischen 5 Euro und 20 Euro) berechnet. Und auch in die Restaurants konnten wir unseren Hund dort immer mit hineinnehmen. In Frankreich erlebten wir sogar gelegentlich, daß Gäste z.B. ihren kleinen Mops während des Essens auf dem Schoß hielten und mitfütterten. Niemand nahm daran Anstoß!

In den skandinavischen Ländern
und ebenso in Großbritannien
erfuhren wir hin und wieder ein 'nein' bei der Zimmerfrage. Ins Restaurant darf dort grundsätzlich kein Hund mit hinein genommen werden. (In England sind Hunde aber in den Bars erlaubt: Männer mit ihrem Hund bei Whisky oder Bier, das ist dort auf dem Land regelrecht Sitte :-). Also aßen wir mit Wilma in Bars und in Gartenrestaurants, wo ein Hund auch immer erlaubt ist. Oder wir ließen sie im Hotelzimmer. Sie war ein sozusagen 'von Haus aus' souveräner Reisehund : sie bellte nie, sondern wärmte nur das Bett vor :-). In diesen Ländern ist es für uns Hundefreunde deshalb einfacher sich ein Ferienhaus zu mieten, als Hotels, Gasthäuser oder 'Bed and Breakfast' zu wählen. Außerdem ist das billiger! Und, siehe Bild, sehr gemütlich :-).

Blutuntersuchung auf Tollwut-Immunität ...
Seit ein paar Jahren ist es endlich möglich Britannien, Irland, Schweden, Norwegen und Finnland mit Hund zu bereisen. Eine Blutuntersuchung auf Tollwut-Immunität ist vorher nötig. Die Konsulate der einzelnen Länder geben auf telefonische- oder email-Anfrage ausführliche Informationen und schicken alle Formulare zu, die der Amtsarzt dann noch unterschreiben muß. Die Hunde-Einreise nach Britannien ist kostenlos, die skandinavischen Länder verlangen aber eine Einfuhrgebühr.

... gibt es nicht einmal mehr Hundeflöhe.
Es lohnt sich ganz unbedingt diese bürokratische Hürde zu nehmen, denn für einen Hundeurlaub sind diese Länder einfach ideal. Das Klima ist angenehm auch für uns Menschen, weil richtig heißes Wetter selten ist. Das Meer, irgendein See, Waldbäche oder Wasserfälle zum Trinken oder Abkühlen - für Mensch UND Hund - sind immer in der Nähe; und es gibt dort keine Zecken. Ab Mittelschweden gibt es nicht einmal mehr Hundeflöhe : die überleben die Winter dort nämlich nicht.

... steht mitten in diesem großen Sandkasten ein Baumstamm zu Beinchenheben.
Nach England ist die CAT-Fähre Calais - Dover am angenehmsten für den Hund, da diese Überfahrt nur 45 Minuten dauert, und der Hund in dieser Zeit im Auto bleiben muß. Nach Skandinavien empfehlen wir die Nacht-Fähre Travemünde - Trelleborg. Der Hund darf für circa 30 Euro mit in die Kabine! (Der Steward fragte uns gleich, wie Wilma sich denn fühle, und ob sie zufrieden sei. Unseren Namen wußte er dagegen nicht! :-) Es gibt auf dieser Fähre ein Hundedeck : ein Sandkasten zum Pipimachen. Und damit das auch bei Rüden klappt, steht mitten in diesem großen Sandkasten ein halber Baumstamm zum Beinchenheben...

Die Menschen in Britannien und in Skandinavien sind alle sehr hundelieb. Wilma war immer ein umschwärmter Star dort - sie genoß es sehr - wie Ihr Euch vorstellen könnt :-). Überhaupt, je weiter man nach Norden kommt, um so mehr ist der Hund geliebtes bis unverzichtbar dazu gehörendes Familienmitglied! Meistens sind es sogar mehrere Hunde pro Familie. (Je weiter man dagegen nach Süden kommt, um so mehr erscheint mir der Hund für die Leute dort nur lästiges 'Ungeziefer' zu sein :-((( Man denke nur an die verelendeten Straßenhunde z.B. in Griechenland und auf den Balearen.)



Zum Abschluß heute Trauriges ...

Über unsere erste Reise (2000) nach Britannien - nach dem Fall der Quarantäne für Hunde - steht ein ausführlicher Bericht auf unserer Homepage Homepage : Reisen. Ich gehe in diesem Bericht ausführlich auf die Einreisebestimmungen ein.

Im letzten Teil beschreibe ich den Niedergang des Englischen Bulldogs in seinem Herkunftsland, so wie wir ihn dort wahrnehmen mußten. Es ist zu Weinen : auf unserer inzwischen 4. Reise mit Wilma nach Britannien, Sommer 2004, da gab es den Englischen Bulldog dort im Bewußtsein des 'Mannes auf der Straße' nur noch als Vergangenheit. Ich werde bei Gelegenheit mehr darüber erzählen.

... und Tröstendes

Das EnglishBulldog-Land heutzutage sind die USA. Unsere Rasse ist dort sehr sehr beliebt, allein in Kalifornien leben über 6000 Bulldogs. Und es gibt dort immer noch viele vitale, vor Kraft und Bewegungsfreude strotzende Bulldogs, so wie der berühmte skatebordfahrende Tyson.

Hier ein kleiner, faszinierender Zeitlupenfilm seiner Kunst (nur zum Herunterladen). Übrigens lehrte niemand Tyson Skateboardfahren. Er schaute es den Kindern ab!!!

Zum Abschluß heute eine kleine, zufällige Übersicht von US-Welpen, viele davon 'mit Nase', so wie Tyson sie hat. Hätten wir doch in Europa auch mehr solcher leichtatmenden Bulldogs mit belastbaren Gelenken... Aber es tröstet, dass es sie überhaupt irgendwo noch gibt!


Samstag, Juni 25, 2005

Der Bulldog und die Politik

Der Bulldog ist oft von Karikaturisten als Symbol für politische Ereignisse und Absichten gewählt worden. Im Augenblick ist die Politik spannend. Ich nehme dies zum Anlass heute eine kleine Auswahl, angefangen von 1910, solcher Karikaturen vorzustellen. Der Bulldog ist dabei das Sinnbild von Kraft und das Sinnbild von Mut, aber auch von Unnachgiebigkeit und Gefahr.

Heute nur am Rande bemerkt:

Die Symbolik des Bulldogs - unter seinem Kraftaspekt - finden wir auch in der Werbung weit verbreitet :
Typische Branchen dabei sind :
reale und virtuelle Sicherungssysteme, Bulldozer, Traktoren, Motorräder, Flugzeuge und sogar Rennautos - und speziell in GB (wachsende) Wirtschaftskraft.



Schlamm, Dreck, Sand und Erde - alles einfach toll !

Kontrastprogramm zur häufigen '(Schlamm)-Schlacht' in der Politik : Unser Bulldog und seine so harmlosen Schlammvergnügen :-)

Andreas Riedel´s Kommentar zu seinem Foto links :

'Das Matschfüßefoto ist in Dangast entstanden. Da fahre ich immer mit meinen Jungs hin, wenn ich Heimweh nach dem Meer habe. Wir haben Möwenjagen im Watt gespielt.
Ich sah ehrlich gesagt noch schlimmer, aber eben nicht so niedlich aus ;-)'

BigJim bevorzugt nun mal das Meer (geht mir genau so) als RIESEN - Plantschbecken :-)


Jutta Nolte gönnt Ihren Bulldoggen alles, eben auch den so schööön modrigen Teichgrund (wie sie im letzten Blog schrieb) - das ist wahre Liebe.

Links ein Bild von Gismo´s Nachfolgerin, (der bis auf die Ohren) schneeweißen Emma-Bella-Lola.
Jutta erzählt, daß Emma 'zum Verrecken nicht' verreisen mag. Nun, sie ist Typ 'Herrscherin' :-), und sie denkt vermutlich : "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser, also mal alles im Auge behalten !" :-).
... Emma, ich meine sowas führt (nicht nur beim 'Homo sapiens':-) zu Schlaf- und Verdauungsstörungen. ... :-).


Schlamm, Sand und Erde - alles einfach toll - aber kein Aas ! Fast alle anderen Hunderassen, die mehr 'normaler Hund' sind, wie ihre Liebhaber sagen, lieben es sich nicht nur in Schlamm, Sand und Erde zu wälzen, sondern besonders gerne in Aas. Ich habe (Gottseidank) noch nie von einem Englischen Bulldog gehört, der diese Vorliebe teilt. Natur ist gut - aber Kultur ist eben manchmal auch sehr schätzenswert ;-).


Passende Witze und Sprüche ;-) zum Abschluß

Meine Schulfreundin Bianka, als sie Ziska kennenlernte: 'Die sieht so aus, wie ich mich fühle!'

Ein Junge rief hinter Wilma her : 'Die sieht ja aus wie ein Schwein!'
Stu drehte sich um : 'Du KENNST nur Schweine !'

Treffen sich zwei Bulldoggen, meint der eine: "Hallo, ich bin vom alten Adel, mein Name ist Alfons vom Burghof. Bist du auch adelig?" Darauf sagt die andere Bulldogge: "Ich glaube schon. Ich heiße nämlich Runter vom Sofa!"


Donnerstag, Juni 23, 2005

Der erste Bulldog kommt ins Haus

Die meisten Bulldogger kauften ihren ersten Englischen Bulldog bei einem Züchter; oder, leider, im Hundehandel. Leider deshalb, weil die dort niedrigeren Kaufpreise in erster Linie durch die rücksichtslose Ausbeutung der Muttertiere möglich sind. Aber es gibt auch ganz andere Erstbegegnungen mit unserem Englischen Bulldog.

Im Tierheim gefunden : den Bulldog und die Bulldogliebe

Ein 'Bulldog-Blog' - Beitrag von Jutta Nolte

September 1996, Tag der offenen Tür im Tierheim.

Eigentlich sollten unsere Töchter dieses Jahr dem Tierheim keinen Besuch abstatten, denn unsere Kapazitäten in punkto 'Tieraufnahme' war erschöpft. Wir hatten einfach schon zu viele. Diesmal waren unsere Töchter gnädig, erst einmal wurde einen Englischen Bulldog 'nur' die Patenschaft übernommen. Diese gestaltete sich dann so, dass jeden Abend besagter Hund besucht und zum Spaziergang abgeholt wurde. Dann aber hatten unsere Töchter 'Rambo' so ins Herz geschlossen, dass es ihnen immer schwerer fiel ihn nach dem 'Gassi gehen' zurückzubringen. Da Rambo als schwierig galt, unter anderem rüdenunverträglich war, zudem auch keine Katzen mochte, schien es uns unmöglich, ihn bei uns aufzunehmen. Es war ohnehin ein Zeitpunkt, an dem wir eigentlich keinen Zweithund hätten gebrauchen können - denn wir hatten kurze Zeit vorher aus einem anderen Tierheim einen absoluten Problemhund bekommen (Rottweiler/Labradormischling), der all unsere Liebe und Freizeit beanspruchte. Mit diesem Hund besuchten wir die Hundeschule von Frau Dr. Blaschke-Berthold, die besonders auf dem Gebiet 'Problemhund' sehr erfahren ist.

Gismo hat bei uns die schönsten fünf Jahre seines Lebens verbracht, egal, was er auch anstellte, ...
Während eines Spaziergangs sah Frau Dr. Blaschke-Berthold sich Rambo an und entschied, dass das Zusammenleben mit unserem 'Problem-Rüden' gut gehen würde. (Wie wahr!) Wir konnten nicht anders handeln und nahmen ihn in unserer Familie auf. Unsere Herzen hatte er ohnehin schon mit seinem Charme im Sturm erobert. Da wir uns nicht mit seinem Namen Rambo anfreunden konnten, tauften wir ihn um in 'Gismo'. Wir wissen nicht wie alt Gismo war, als er zu uns kam. Jedenfalls hat er bei uns die schönsten fünf Jahre seines Lebens verbracht, egal, was er auch anstellte, man konnte ihm nie wirklich böse sein. So unerwartet wie Gismo in unser aller Leben trat, so unerwartet ist er von uns gegangen. Er hatte zuletzt zwar eine schwere Herzkrankheit, aber trotzdem war sein Tod ein Schock. Nach seinem morgendlichen Frühstück legte er sich neben seinen Hundefreund aufs Sofa und schlief friedlich ein.

Im Garten, im Haus, beim Autofahren, überall ist Gismo noch heute, viele Jahre später, gegenwärtig. Alles erinnert an ihn. Mit seinen Streichen, seinem Unfug, hat er unser aller Leben bereichert und damit unvergessliche Spuren hinterlassen.

So erinnern wir uns, als er noch gelenkig war, wie Gismo morgens auf den Küchentisch stieg und dort die Morgensonne genoss, und am Nachmittag ließ er sich die Sonne auf dem Esszimmertisch aufs Fell scheinen. Für Gismo war es eine Selbstverständlichkeit dort zu liegen, und irgendwann war es das für uns auch!

Gismo legte sich zum Ruhen überall hin, wo es ihm gerade in den Sinn kam. Wir fanden ihn zuweilen laut schnarchend unter dem Solarium, im frisch bezogenen Bett, auf einer Stuhlreihe, im Garten auf Herbstlaub, auf der Sonnenliege oder inmitten blühender Blumenbeete. ......
Er liebte es so zu leben, und wir ließen ihm diese Liebe.

Weil Gismo so gern badete, bekam er ein eigenes Planschbecken aus PVC gekauft. Beim Aufblasen gab es große Probleme, man konnte noch so viel pusten, dieses 'verdammte' Ding ließ sich einfach nicht aufpumpen, weil Gismo am anderen Ende schon ein Loch hineingebissen hatte. Nun musste Fahrradflickzeug herbei, dann wurde wieder gepumpt, diesmal mit Erfolg. Nun Wasser in das schöne Bulldogbadebecken. Der vorher weggesperrte Gismo wurde wieder freigelassen. Würde es eine freudige Überraschung für ihn sein??? NEIN! Gismo lief zum Becken, stieg hinein und biss wieder ein Loch in die Folie. 'SCHLUSS, AUS! Der Traum vom Baden im Planschbecken ist zu Ende!' Gismo lief kopfschüttelnd zum schönen, fischreichen Gartenteich und erfrischte sich, nicht gerade zu unserer Begeisterung, dort. Kurze Zeit später baute mein Mann Gismo ein Acryl-Becken - bulldoggerecht - im Garten ein. Selbiges nutzte er leider nur zum Abkühlen seiner heißgelaufenen Pfoten, wozu besitzt man schließlich einen Gartenteich???

Jutta Nolte : FORTSETZUNG FOLGT



Wilma Queen - 'in between' :-))

*** 'Floral Garden Quality Wilma Queen' wollte immer im Bett in der Mitte zwischen uns liegen - daher gaben wir ihr den Spitznamen 'in between'. Heute wäre sie 11 Jahre alt geworden. 'Liebe ist unsterblich', das ist (und war) ihre uns verzaubernde Botschaft. ***

Humor ... und Spielzeug ;-)


Dienstag, Juni 21, 2005

Fliegende Bulldoggen

Stu schrieb im Samstag-Blog kurz über unsere vielen Jahre des Fliegens mit unserem Bulldog. Das animierte mich eine Flieger-Geschichte herauszukramen, die ich 1989 schrieb; Alma war damals gerade 8 Jahre alt geworden. Während ich diese Geschichte jetzt wieder lese, da erinnere ich mich fast schmerzhaft deutlich daran, von welch wunderbar starker und leidenschaftlicher Natur Alma Joy gewesen war.

Stu sagte einmal von ihr : 'Wenn Alma ein Adler wäre, dann würde sie uns in ihre Krallen packen uns die Schönheiten der Erde zeigen.'

Alma's Urlaub in Zell am See

Reisefieber - Alma sitzt hechelnd mit geschwollenem Hals neben dem Pilotenkoffer. Sie verläßt den Koffer nicht mal zum schnellen Frühstück - ohne Alma könnte die Reise losgehen, aber nie ohne diesen Koffer, schließlich hat sie Erfahrung !

Am Flugplatz heult und tobt sie vor Freude gleich los. Stu zieht de 'Foxi' (das Flugzeug D-EHFS, im Funk genannt 'Fox Sierra') aus dem Hangar, Alma jagt um ihn herum, vor Leidenschaft und Abenteuerlust beißt sie ihn in die Füße, jetzt schreit Stu und ich lache schallend - eine laute Familie!

Noch aufregender als ein Start ist für Alma eine Landung.
Alma gibt sofort Ruhe, sobald sie auf der hinteren Sitzbank liegt. Sind wir in der Luft, schläft sie friedlich, auch die gut drei Stunden bis Zell am See, wohin es diesmal geht. Noch aufregender als ein Start ist für Alma eine Landung. Abenteuer, los, raus, anfangen! Sie steht dann auf der Hinterbank, Füße auf meiner Schulter, Kopf an die Scheibe gedrückt und bellt mit so schrecklichen Obertönen, daß es in den Ohren weh tut. In Zell hatte kein anderes Flugzeug den Motor an, also lassen wir sie als Erste rausstürmen. Der österreichische Zollbeamte ist so beeindruckt von Almas wütender Energie, er vergißt nach unseren Papieren zu fragen, nur über Alma will er viel wissen, ob sie geimpft ist, fragt er vor lauter allgemeinem Interesse auch nicht.

Im Gasthaus Trixi am Flugfeld treffen wir, das ist Zufall, Fliegerfreunde aus Paderborn. Nur Flieger und Segelflieger sind hier zu Gast, Stu strahlt, nur über Fliegen reden, ...!

... alles gelogen, sie will nur los.
Dann der nächste Tag: das Wetter ist leider zu schlecht zum Fliegen, tiefe Wolken, aber zum Laufen gerade recht, es ist frisch. Alma jagt uns schon früh aus den Federn. Das Luder stellt sich so an als habe sie plötzlich Durchfall und müßte ganz dringend schon um 6 Uhr morgens raus, alles gelogen, sie will nur los.

Mit der Arietbahn fahren wir in die Höhe, auf circa 1150 Meter. Abwärts ist es leichter für uns Flachlandtiroler, denken wir. Wir haben Sandalen an, und es wird steil. Stu kapiert bald : das verspricht Blasen am Fuß, aber es ist zu steinig um barfuß abzusteigen. Ich habe wenigstens Gesundheitssandalen an, mein Glück. Stu blickt neidisch auf unsere begeistert wandernde Alma : 'die hat Vierbeinantrieb'.

Vor uns läuft schon eine Zeitlang ein Mann mit einem merkwürdig großen Rucksack. Er murmelt in Berlinerisch etwas wie: 'Endlich was steiler als der Teufelsberg.'?. Am ersten freien Skihang macht er seinen Rucksack auf und entfaltet einen großen roten Gleitschirm. Dann 20 Schritte hangabwärts rennen, und der Mann fliegt. Er peilt den Parkplatz in der Talstation an. Im Laufe unseres so mühevollen Abstiegs überholt er uns 7mal.

Alma leckt Stu's blutende Füße ...
Stu leidet an seinen Füßen und träumt mal wieder vom Fliegen! Alma genießt die Düfte im Pinienwald und in den Wiesen. Der feine sandige Boden gerät in Stu's Sandalen, wo er mit Schweiß gemischt eine patentwürdige Schmirgelpaste zwischen Zehen und Sandal-Leder formt. Die ersten Blasen zeigen sich, wir gehen langsamer. Der Wald ist herrlich kühl, Alma leckt Stu's Füße energisch, aber nur kurz. 'Weiter!' will sie. Endlich ein wagerechtes Stück Weg. 'Wagerecht ist Paradies', Stu lacht. Aber das Paradies dauert nicht lang, es geht wieder abwärts.

Stu's Füße bluten. 'Ich glaub, ich leg mich längs in die Brennesseln, nur so zur Abwechslung, dann tut es mal woanders weh...' Dann die Idee: Stu geht rückwärts weiter. Die Belastung nicht mehr bei den Zehen, sondern an den Fersen, und die sind ja heil. Nach zwei Stunden haben wir dreiviertel des Weges geschafft.

Eine Jausenstation. Eine barmherzige Holländerin schenkt Stu 5 Heftpflaster. Danke, liebe Unbekannte. Nach drei Stunden im Hotel angekommen gibt es kalte Fußbäder. Wir lesen im örtlichen Reiseführer : 'Der Abstieg von Ariet ist leicht begehbar und dauert nur 70 Minuten.'... Stu ist nur noch zu kleinsten Fußtouren unten im Tal zu bewegen...

Alma dreht durch : Schnee!
Wir nehmen uns einen Mietwagen und fahren zum Großglockner. Alma dreht durch : Schnee! Sie macht ihr Maul auf und schaufelt es sich rennend voll, wie ein Bagger. Dann Murmeltiere, Alma hat sie nie vorher gesehen, sind so groß wie Katzen... riechen anders ... laufen nicht weg... (diese blöde Leine...)

Wir stellen fest, in Zell am See gibt es jeden Tag pünktlich um 4 Uhr nachmittags ein Gewitter. Danach ist die Luft frisch gewaschen, weite Sichten. Ein Alpenflug : wir steigen auf Flugfläche 100 (3100 Meter). Sachte Kurven, der Foxi geht langsam die Puste aus, sehr viel höher kann sie nicht, denn dazu gibt es in dieser Höhe zu wenig Sauerstoff für ihren Motor.

... soviel Schönheit...
Wir fliegen um den Kitzhornstein, am Gletscher vorbei, wir bleiben immer nah an den Felswänden, um den Aufwind zu nutzen. Die Gipfel sind zackig und scharf wie Messerkanten. Wir sind glücklich, soviel Schönheit und Frieden.

Daß der Luftdruck sich hier oben sehr verringert hat, hören wir : Alma macht leise töff, töff, töff, töff. Zwischen Bäuchlein und Außenwelt wird Druckausgleich hergestellt. Fensterluke auf, sonst vergast sie uns!

... mir wird es mulmig, ...
Einige Tage später fliegen wir knapp 3 Stunden vor dem '4-Uhr-Standard-Gewitter' los, durch die Täler nach Osten. Die 'CB´s' (cumulus nimbus = Gewitterwolke) stehen zwischen den Bergen südlich, wir verlassen uns auf die '4-Uhr-Regel'.

Ein unerklärbarer fliegerischer Instinkt zwingt Stu nach 20 Minuten einen Vollkreis zu drehen, um sich das Wetter hinter uns anzusehen. Die CB´s stehen schon fast im Tal, der Höhenwind ist offenbar wesentlich stärker als sonst. Jetzt aber schnell, der nächste Platz ist Zell, unser Startplatz, mir wird es mulmig, Stu ist sehr konzentriert, und Alma voller Gott- und Stuvertrauen.

... die Gewitterwolke ist inzwischen direkt vor uns.
Zell antwortet uns, noch 6 km Sicht, aber der Wind hat gedreht, die erste CB wird in kurzer Zeit den Platz erreicht haben. Eine Landung ist dann nicht mehr möglich, so gut wie keine Sicht. In dem Fall müßten wir uns nach Salzburg Richtung Norden durch ein Seitental durchschlagen. Die CB ist inzwischen direkt vor uns, aber noch hinter dem Platz - die gute Foxi ist schneller als das Unwetter. Wir landen in dem Moment, als der Sturzregen beginnt, zurren die Foxi fest und rennen ins Hotel. Alma schaut uns empört an, ihr kostbares Plüschfell wird nass!

Wasser ist nur schön, wenn es von unten kommt, aber keinesfalls von oben. Wie können wir das nur vergessen, sagt ihr Blick. Sie zeigt uns, daß sie uns heute für Versager hält : der Ausflug endete unbefriedigend, nämlich nass!

... entwurzelter Wald, Häuser fast ganz im Schlamm begraben...
Wir sind anderer Meinung, besonders als wir am nächsten Tag in allen Zeitungen lesen können: 'Das Jahrhundertunwetter im Ponzgau' - mit schrecklichen Fotos von entwurzeltem Wald, von überschwemmten Straßen und von Häusern fast ganz im Schlamm begraben. ...

Rückflug, Alma bejubelt die Hangarhalle zu Hause, hilft Stu durch Füßebeißen die Foxi herein zu schieben, ... bebellt den Amselweg, ihre Heimatstraße : 'ich bin wieder da, bloß aufpassen, wer hier vorbei will - ich könnte mich für Blutzoll entscheiden...'


Mit Wilma eine Flug-Einreise nach Schweden

Wilma flog auch für ihr Leben gern. 'Die Foxi ist ihre 'Weltveränderungsmachine'', lachten wir oft. Das meinte für Wilma : Gleich bin ich am Meer ! Die letzte große Flugreise mit ihr ging 2001 nach Schweden. Die skandinavischen Länder hatten die Quarantäne aufgehoben, und das war toll für Wilma. Norwegen und Schweden, das sind wahre Paradiese für Hunde (und Menschen :-) . Die Einreise mit Hund im Flugzeug ist etwas kompliziert : man muß zuerst einen internationalen Flughafen anfliegen, um den Hunde-Papierkram zu erledigen. Also landeten wir auf dem Flug nach Gotland, dieser so zauberhaften Ostseeinsel, deswegen in Malmö zwischen. Alle Beamten waren sehr freundlich und streichelten Wilma. In der Veterinärabteilung wurde sie sogar vorzüglich gefüttert :-).

Zurück von den Büros zu unserem Abflug-Gate lief neben uns eine deutsche Reisegruppe den gleichen Weg zu ihrem Flugzeug.

Eine echte 'Dickmadame' aus dieser Gruppe sprach uns empört an : 'Hat der Hund etwa einen eigenen Sitz?' Stu sehr gelassen :'Dieser Hund hat ein eigenes Flugzeug !'



Zum Abschluß heute wieder Bulldogkunst

Andreas Riedel schickte dieses Bild (links) für das Blog.

Engländer BigJim scheint mir hier ein wenig nachdenklich zu sein. Vom Treffen her kenne ich ihn als lebenslustigen Draufgänger; naja, dann ist es wohl seine verborgene Seite, über die Welt und die Menschen sich so seine eigenen :-) Gedanken zu machen. ...
Franzose Tyson hat hier in meinen Augen einen etwas vorwitzig vorsichtigen Ausdruck. In jedem Fall ist er ein ganz reizender und dabei sehr belastbarer kleiner Kerl.

Die beiden wurden nach einer schönen Foto-Vorlage gemalt von der Firma apelt-design.


Samstag, Juni 18, 2005

Fliegende Hunde

Zu unseren Hobbies gehören Bulldoggen und die Fliegerei; ich war ¼ Jahrhundert lang Fluglehrer. Über 25 Jahre lang hatten wir ein Kleinflugzeug, und unsere Bulldoggen sind immer mitgeflogen.

Schön brav haben sie auf dem Hintersitz geschlafen und sind in dem Moment wachgeworden, als ich das Gas rausnahm, um eine Landung einzuleiten :-) Manchmal sind wir mit Freunden in Formation geflogen, und dann ist unsere Alma hellwach gewesen und hat vom Hintersitz aus das andere Flugzeug (in ihrem Luftraum!) stets im Auge behalten (sie ist gerade noch in dieser Ausschnittvergrößerung des obigen Formationsfotos zu sehen).

Immer grossen Spaß auf dem leeren Strand neben dem Flugplatz hatte Wilma auf der Insel Juist. Sie genoß das Fliegen sehr und sie bellte immer bei Landungen, damit sie schneller an den Strand käme. Sie ärgerte sich über andere Flugzeuge (fliegende *rschl*ch*r!) in 'ihrem' Luftraum aber nur in berechtigten Ausnahmefällen ;-)

Tiefflugangriffe auf Feuerhydranten :-)
Nun, neulich habe ich jemanden anders im Internet entdeckt, der die beiden Hobbies, Fliegerei und Bulldoggen, kombiniert.

Jim Leroy ist professioneller Kunstflugpilot, der seine Firma Bulldog Airshows nennt! Jim's Bulldogge heisst Opus (Werk). Opus muß aber während Jim's Vorstellungen am Boden bleiben, und wird stets angeleint, weil er die Gewohnheit hat, Tiefflugangriffe auf Feuerhydranten zu fliegen ;-) Ist der Flugplatz matschig genug, gibt auch Opus Autogramme ;-)

Klickt man auf Jim's Webseite 'Bulldog Airshows' auf Multimedia, gibt es viele aufregende Kunstflug-Kurzfilme in Mpeg und Avi Format zum Herunterladen. Der Tiefflugangriff :-) ist über 'Opus the dog' anzuklicken. Viel Spaß beim Zuschauen!


Mittwoch, Juni 15, 2005

Vor 60 Jahren Kriegsende

Ich erwähnte im letzten Blog-Eintrag Otti Heermann. Sie schrieb wundervolle Geschichten über ihre Bulldoggen. Hier nun ein Ereignis, das direkt nach Kriegsende geschah :

Otti Heermann erzählt:

"Eifersüchtig war er wie ein Othello. Wollte mir jemand die Hand geben, so war er zur Stelle, um es zu verbieten. Niemand durfte mir in meinen Mantel helfen, in allem sah er Gefahren für mich. In der Gastwirtschaft mußte ich dem Kellner meinen Teller reichen, kein Kellner durfte ihn mir fortnehmen. Manchmal war es unangenehm, und ich hätte gerne gewünscht, er wäre friedlicher gewesen. Es war unmöglich Blackman zu verändern, und bis zu seinem Tod blieb er scharf und temperamentvoll. Er war einer meiner allertreuesten Bulldogs, und das will bei unserer Rasse etwas heißen.

Wieviel Angst habe ich ausgestanden, wenn wir Vollalarm hatten und Ex in aller Ruhe die Treppe zum Keller ging, ...
Ex war dagegen anders. Wieviel Angst habe ich ausgestanden, wenn wir Vollalarm hatten und Ex in aller Ruhe die Treppe zum Keller ging, das konnte man nur für einen Zeitlupenfilm verwenden. Kein Anfeuern half, er blickte mich höchstens an, als ob ich leicht verblödet wäre, meine Erregung war ihm unverständlich. Aus dem auf der Treppe stehenden Wasser-Reservoir goss ich Wasser hinter ihm her, aber auch das lief an ihm ab, ohne irgendwelche Veränderungen in seiner Gangart hervorzurufen. Eiche, seine Schwester, war etwas verständiger, jedenfalls war sie längst im Keller, bevor Ex erschien.

Aus allen Angriffen habe ich meine Hunde retten können, aus dem brennenden Haus in der Kaiserstraße holte ich sie heraus, schloss sie ein in ihre Reisekisten, welche eigentlich nur zum Besuch der Hundeausstellungen angeschafft waren. Eine ganz böse Nacht lang standen meine Hunde in ihren Kisten auf der Straße. Immer waren sie geduldig und folgsam, immer fügten sie sich in Unabänderliches, was ich auch von meinem temperamentvollen Blackman sagen konnte.

Dann bekamen wir Notquartiere...
Dann bekamen wir Notquartiere in einer kleinen Villa in der Schlossreichstraße. Alle drei Bulldogs fügten sich, nahmen auch zeitweise mit dem Aufenthalt in der Waschküche des Hauses vorlieb. Bei Regenwetter konnten sie nicht im Garten sein, und die zwei uns zugewiesenen Wohnräume waren teilweise Schlaf- und Büroraum. Die Küche wurde von anderen ausgebombten Familien mitbenutzt. Ich mußte auch alles verhüten, Mitbewohner zu verärgern. Wenn man Hunde hat, muß man immer den untersten Weg gehen.

Der Krieg war zu Ende, die Sieger zogen ein. Es mußte wohl bekannt geworden sein, daß ich Englische Bulldogs hatte - auch bei den Herren der Besatzung. Schon wenige Tage nach dem Einzug der Besatzung kam in der Frühe ein deutscher Offizier a.D. zu mir. Es war Herr von Beesten. Sehr offiziell teilte er mir mit, daß einige Herren von der Besatzung meine Englischen Bulldogs zu sehen wünschten. Er ermahnte mich, absolut zu gehorchen, meine Hunde vorzuführen, deren Papiere zu zeigen alles weitere würden die Herren dann entscheiden. Er selbst habe die Rolle des Dolmetschers übernommen.

... durch die furchtbaren Angriffe hatte ich sie gerettet, ...
Ich war wie gelähmt vor Schreck - denn sah das nicht aus wie eine Enteignung, sollte ich jetzt noch meine geliebten Bulldogs verlieren? Durch die Nationalsozialisten war mir nichts weiter geschehen, trotz allem Hass auf meine Auslandsrasse. Durch die furchtbaren Angriffe hatte ich sie gerettet, manche Nacht sie heimlich im Keller des Finanzamtes untergebracht, immer gezittert, daß man sie mir auf die Straße setzen würde, allem preisgegeben, sie dann wieder im eigenen Keller untergebracht, der starke Mauerrisse bekommen hatte und für Menschen untauglich als Luftschutzkeller erklärt worden war - immer wieder gerettet, und was kam nun?

Sicher war es für mich, jetzt mußten meine Bulldogs sich selber retten, jetzt mußten sie voller Wut gegen jeden fremden Menschen vorgehen, der ihnen Halsband und Leine anlegen wollte, um sie fortzuführen. Blackman unbesehen ja, der war zu Fremden wie ein reißender Löwe, da brauchte ich nur ein leises , 'Pass auf' zu flüstern, dann war alles gemacht, aber der phlegmatische Ex, der in aller Seelenruhe angelatscht kam und möglicherweise noch seine breite Patschpfote fremden Menschen hinhielt, Eiche war vielleicht nicht ganz so freundlich, aber sie war keine Kampfhatur. Ich wußte es, wenn man mir jetzt noch meine Hunde nehmen würde, die ich so unsagbar liebte, auf eine solche Art nehmen würde, das hätte ich nicht überstehen können, war ich doch durch das viele Erleiden in der Kriegs- und Bombenzeit gesundheitlich vollkommen erledigt.

... jetzt mußten meine Bulldogs sich selber retten, ...
Der Tag ging zu Ende, nichts geschah, also wohl am anderen Morgen? Die halbe Nacht probte ich mit meinen Hunden in der Waschküche: 'Gut aufpassen, fass an, jeden fasse, der kommt, Black, Ex, Eiche, fasst, fassen, passt auf..!' Alle meine Kommandos waren unter Tränen hervorgebracht, da saß ich bei meinen Hunden auf dem Steinboden in der Waschküche, ein Bild des Jammers. Meine Hunde hörten gut zu, Blackman wollte gleich los, seine rotunterlaufenen Augen zeigten mir schon seine ganze Wut. Ex und Eiche waren aufmerksam, sahen auch umher, fanden aber nichts Aufregendes, rollten sich wieder zusammen zum üblichen Schnarchkonzert. Das wußte ich bestimmt, Black war richtig, der hatte mich verstanden! Aber Ex und Eiche, die waren für mich verloren!

Der andere Morgen kam und mit ihm Herr von Beesten und drei amerikanische Offiziere. Gefasst ging ich ihnen entgegen. Ja, Englische Bulldogs vorführen mit ihren Papieren - ich hatte die Ahnentafeln alle gerettet, gehütet wie meine eigenen Papiere.

Ich holte Blackman, 'flüsterte' nochmal, weinte ihm in seine Ohren - und Black, vorsichtigerweise von mir angeleint, tobte wie ein Irrsinniger los, auf die Herren zu- Ich schrie: 'gehen Sie alle weg, ich kann den Hund nicht halten, er zerreißt Sie alle.' Black wirbelte mich nur so herum, tapfer hielt ich seinen Riemen. Die Schaumflocken seines Maules flogen umher, die Herren liefen zur Gartenpforte und machten sie von außen zu, riefen mir übers Gitter zu, ob der Hund immer so wäre, ob er sich nicht beruhigen ließe? Ich verneinte, sagte, daß nur ich mit ihm fertig würde, daß er ein schwerer Angreifer sei. Weiter sagte ich: 'Wenn Sie ihn anfassen wollen, müssen Sie ihn erst totschießen'. Man befahl mir, den Hund wegzubringen, die Türe zu ihm zu verschließen und die anderen Bulldogs zu holen! Schnell drückte ich Black an mich, vor Dankbarkeit, er hatte sich gerettet, er blieb bei mir, mein tapferer Black ... !

Und als ich in die Waschküche kam, traute ich meinen Augen nicht, da saßen Ex und Eiche wie zwei Wahnsinnige, brüllten vor Wut, waren nicht zu halten - was war denn das - die Veränderung durch das Wutgeschrei meines Black, wollten sie nun genau so tapfer sein, mir und sich helfen? Schnell leinte ich sie an und heraus mit ihnen, bevor die Zorneslust verrauschen würde.

Die Herren gingen und mir zitterten die Hände und Beine, ...
Friedlich standen die Herren wieder im Garten, aber als ich mit den beiden Wütenden kam, da liefen sie schnell wieder zum Gartentor hinaus und hielten den Griff von außen fest. Der eine Offizier meinte zu mir hingewendet: 'Haben Sie gemacht Pepper unter die Schwanzen wie bei Pferde?' Ich verneinte und sagte nur, daß meine Hunde immer so wären! (Frechheit hilf mir!) Die Herren wollten nicht mehr bleiben, ich hörte nur ihre abfälligen Worte. 'Nix got, slechte, falschen Dogs, nix got...' Die Herren gingen und mir zitterten die Hände und Beine, wir stolperten zur Waschküche, Ex und Eiche gingen rückwärts, immer die Augen noch zum Gartentor, ob nicht doch noch eine Gefahr vorhanden .....

Ja, also das waren Bulldogs, in der Not doch keine Phlegmatiker, sie hatten mich und Black verstanden, ich hätte sie alle drei totdrücken können vor Glück, alles war gut, da saß ich wieder auf dem Steinboden mit meinen Bulldogs, gelacht und geweint habe ich.

Liebe gute Bulldogs, konnte ich denn jemals zweifeln an eurem Verstand, an eurer Treue, wie habe ich euch Unrecht getan!"



Bleiben wir beim Thema Militärs ...:-)

Alma siegt !

Stu und Alma spazieren am frühen Abend am Waldrand entlang. Da wir Dezember haben, ist es stockdunkel. Stu hat für alle Fälle eine Taschenlampe dabei. Alma läuft vorweg, schnüffelt plötzlich intensiv an einem Gestrüpp, beginnt tiefdröhnend zu grollen und ins Gelände zu drohen. Stu denkt, da ist vielleicht ein Dachs drin; die Jäger in der Dorfkneipe sprachen neulich von mehreren Dachsfamilien, die es hier wieder gäbe. Leise Sorge. Alma ist circa 50 Meter voraus.

Plötzlich erscheinen Almas breites Gebiss und ihre drohenden Augen voll erleuchtet im Schein mehrerer starker Taschenlampen. Ihr Grollen wird wild : 6 Männer in Uniform springen vor ihr hoch und rennen in alle Himmelsrichtungen kopflos vor ihr weg. Alma läuft hochzufrieden mit fliegenden Ohren zu Stu zurück. Sie hat ein Nest von Soldaten aufgestöbert ! Stu sieht jetzt im Schein seiner eigenen Taschenlampe belgische Militärwagen am Rande der Lichtung stehen.
'Mit Alma als Sieger!', grinst er.


Humor : Ja, Bulldogs können 'Zähne' zeigen ;-) und zuviel 'Blut' trinken ;-)


Samstag, Juni 11, 2005

Noch einmal Vorkriegs-Bulldoggen

Nach der Wende 1989 lernte ich die Hobbyzüchterin Martina Schubert aus Schlettau im Erzgebirge kennen. (In der DDR gab es einige wenige English Bulldogs : gezüchtet mit staatlich importierten Hunden. Im Bild 'Kari von Yokeheighwood') Martina wiederum wußte von einem 89jährigen Herrn aus Thüringen, Hans Drechsel, der vor dem Krieg schon Englische Bulldogs gezüchtet hatte.

Martina und ich schrieben Herrn Drechsel an und besuchten ihn Anfang 1991 in Krölpa. Er starb im Oktober 1991; ich war froh die Gelegenheit gehabt zu haben, ihn über den Englischen Bulldog in den Vorkriegszeiten erzählen zu hören. Auf einem kleinen Diktiergerät nahm ich damals einige seiner Geschichten auf. Beim Aufräumen fand ich heute diese alte Diktierkassette wieder. Der Ton ist ziemlich schlecht, aber das meiste noch verstehbar.

Hans Drechsel wurde 1902 in Thüringen geboren. Er liebte den Bulldog schon als Kind und züchtete ihn auch später. In dem 30er Jahren lernte er die berühmte Züchterin Otti Heermann auf Ausstellungen kennen und schätzen. In diesem Zusammenhang nur am Rande : Otti Heermann baute nach dem Krieg mit ihren wenigen Bulldogs, die sie in ihrem Kasseler Zuhause unter riesigen Schwierigkeiten über die Kriegsjahre versteckt am Leben erhalten hatte, die Bulldogzucht in Deutschland und den Bulldog-Zuchtverein CEB wieder auf.


Hans Drechsel erzählt:

"Bulldoggen kenne ich seit meiner Schulzeit. Ich war 10 Jahre alt, da hatte der Pferdeschlächter aus Plauen eine Bulldogge. Ich durfte sie ausgeführen, und seitdem bin ich närrisch auf die Bulldoggen.... und 1917 war da ein verückter Kerl, der auch Rennfahrer war, der hatte eine Bulldogge.....

1929 kaufte ich meinen ersten Bulldog, 'Afra von der Alle' (jedenfalls klingt der Name auf dem Band so). Ich hatte annonciert, und sie wurde mir angeboten. In einem scheußlichen Zustand. Aber artgerecht gebaut. ...

'Da ging ich mit meiner (läufigen) Afra zur Polizei und fragte, ob die wüßten, wo es einen Bulldogrüden gäbe.'
Es war sehr schwer einen Rüden für sie zu finden. Ich schrieb an Behörden, aber niemand wußte, wo es einen Bulldog gab... Dann ein Zufall. Ich wurde nach Weimar zu einem Rüden bestellt, aber der war ein Boxer... Da ging ich mit meiner (läufigen) Afra zur Polizei und fragte, ob die wüßten, wo es einen Bulldogrüden gäbe. 'Ja, wir wissen einen. Aber wir wissen nicht, ob Sie mitgehen wollen.' Da bin ich mit denen losgegangen, und dann war ich im Bordell.

'Und gleich im Bordell hat der Bulldogrüde meine Bulldoghündin gedeckt.'
Ich wurde eine Treppe hochgeführt, eine wunderschöne Dame kam, und gleich kam der Hund mit. Die Bordellmutter war die Besitzerin des Bulldogs. Und gleich im Bordell hat der Bulldogrüde meine Bulldoghündin gedeckt. Ein solcher kleiner Bulle war das, ich hatte richtig Angst um meine 'Afra', sie war so schmal. Dann habe ich mich bei der Polizei bedankt.

Das hat einen schönen Wurf gegeben. Da hatte ich 4 Stück. Ich hab annonciert. Aber niemand wollte einen Welpen. Dann hab ich sie an einen Händler verkauft, das Stück für 50 Mark. Zum zweiten Decken fuhr ich nach Chemnitz zu einem Fabrikanten, der einen Rüden aus England hatte. Aber da hatte ich Pech damit. Die 4 Welpen sind nach der Geburt gleich eingegangen. Das war traurig. ..."



Schöne Frauen mit Bulldog




Kontraste ;-)- Kontraste ;-)

Wie ich im Mai in einem Blog-Eintrag schrieb:
es gibt so viele Bulldogtypen wie Menschentypen,
in diesem Fall Frauentypen ;-) :

Dies Bild links stammt aus dem Buch 'Hunde wie du und ich; Galerie der bellenden Doppelgänger'. Es ist vergriffen, aber bei Amazon noch gebraucht zu haben. Der Autor Ulrich Klever schreibt zu dieser Zeichnung von Willi Glasauer:

Fräulein Anni - Die Perle

... Ein Lebewesen, das man nur schätzen und liebhaben kann, auch wenn sie manchmal sehr herrsüchtig erscheint. Befehlshaberisch aus lauter Güte und zum Besten aller. ..... Eine Familie, bei der eine solche Perle lebt, gibt sie freiwillig für alles in der Welt nicht mehr her. Oder : Einmal Haushalt mit Perle, immer Haushalt mit Perle...

... Once and always!


Mittwoch, Juni 8, 2005

Ein altes Kinderbuch

Als Kind liebte ich ein Buch ganz besonders, 'Peter und sein Freund Bulli'. Es war mein einziges Buch über einen Hund, und der Hund war, wen wundert es, ein Bulldog!

Das Buch bekam ich 1954, ich war also neun Jahre alt. So einen Freund wie Bulli, den wünschte ich mir auch! Gemeinsam mit Peter rettete er Lerchenkinder im Feldnest vor der Heusense, ein Uhubaby wurde im Wald gefunden und aufgezogen, der Ziegenbock mußte nicht zum Metzger, die beiden befreiten einen armen Kettenhund, ... alles Geschichten so richtig für mein tierliebendes Kinderherz.

Später vergaß ich das Buch. Als meine Eltern dann 1971 ihren ersten Hund, einen Bulldog, kauften, verlor ich sofort mein Herz daran, völlig und endgültig, ohne mich dabei an dies Kinderbuch zu erinnern. Aber ich bin sicher, unbewußt wirkte die Prägung, die ich als Kind in Bezug auf Hunde durch dieses Buch erfahren hatte. Daher weht wohl auch der Wind, daß ich darauf bestand, diesen Bulldog Bully zu nenen. Originell fand ich den Namen damals selbst nicht, aber 'irgendwie' so passend...

Erst vor ein paar Jahren, als ich den Speicher in meinem Elternhaus nach meinen Kinderbüchern ganz allgemein durchwühlte, fiel mir dies Buch wieder ein. Aber es war verschwunden. Leider. Das machte mich richtig traurig. Und am letzten Wochenende, ich besuchte meine Schwestern und meinen alten Vater, da fand ich dies Buch zufällig unter ganz anderen Büchern in der elterlichen Bibliothek wieder. Ich freute mich riesig. In Kinderschrift steht mein Name, ganz bescheiden am Rand, hinein geschrieben.

Der wichtigste Satz (bestimmt schon damals für mich) in diesem Buch ist : 'Bulli ist nämlich ein sehr gescheiter Hund, von dem der alte Knecht Franz sagt : 'Der hat Menschenverstand!''

Die Geschichten insgesamt sind aus heutiger Sicht schrecklich aufdringlich pädagogisch 'zum Liebsein' und zu Harmonie hin ausgerichtet, aber die vielen Zeichnungen von Wolfgang Felten (das Titelbild ist nicht von ihm) sind zauberhaft. Dieser Bulli ist noch ein Vorkriegsbulldog mit geradem Schwänzchen und deutlicher Nase. Die massive Überzüchtung fing erst später an :-(((

In den 60/70er Jahren gab es diesen vitalen Typ des Englischen Bulldogs noch in England und auch in Deutschland : hier besonders in der Cincinatti-Zucht, die wesentlich auf dem mit 6 Monaten aus Wales importierten Welt-Champion Dewrie Drummer Boy basierte. Bully und meine erste Hündin Ziska waren seine Kinder. Deshalb liebe ich genau diesen Typ des Englischen Bulldogs auch heute noch so sehr. Frieda wird auch solch ein Typ Bulldog werden, denn das war ein Entscheidungskriterium für den US-Zwinger Goomba (Goomba ist ein Eingeborenenwort und heißt 'Freund'), in dem sie am 20. Mai 2005 geboren wurde :-))) Doris Ehrensteins Willie wurde im gleichen Zwinger genau ein Jahr vorher, am 20. Mai 2004, geboren : welch ein gutes Omen ! Denn, wie Ihr hier im Bulldog-Blog lesen könnt, Willie ist ein wirklich besonderer Hund ;-)

In Rußland überlebte dieser kernig gesunde 'Vorkriegs-Typ' des English Bulldog bis heute, wie ich im Mai-Blog (siehe Blog-Archiv) an Beispielen zeigte. BigJim, einer dieser bulldoggigen 'Ur-Typen ;-)' ist unten auf der Seite von seiner sanften Seite :-)) zu sehen. Ein weiteres Beispiel dieses früheren, vitalen Standard-Bulldog-Typs ist Bonzo . Er wurde in Wien im Hobby-Zwinger Charming Huge gezüchtet. Er gehört Gertrud Warner und bezauberte mich bei einem Besuch durch seinen Charme und seine ungebremste Lebendigkeit.


'Der hat Menschenverstand!'
Wie hieß es über den Bulldog-Verstand so treffend im Kinderbuch?
Das meinen die Werbeleute auch! Deshalb bleiben wir jetzt mit der Werbung beim Lesen ;-)



Zum Abschluß Aktuelles

Andreas Riedel´s Marler Juni 2005 Treffen der 'Bulldoggigen'


BigJim (links) hat sich Lucy als seinen Liebling ausgesucht ;-)


'Happy birthday to you, Stu !'
Ganz herzliche und liebe Glückwünsche zum heutigen Geburtstag für Stu Savory ! Stu, die Motorrad-Geburtstagstour wartet auf uns, Neli :-)
Text zur Karte von Doris :
'Deine Mutter hat immer gesagt, du bist der Schönste in der Familie.' ;-)))


Montag, Juni 6, 2005

Raben und andere Vögel :-)

Tierliebe einmal anders

Willie beeindruckt mich besonders durch seine Tierliebe! Vögel, Erdhörnchen und im Winter die Elche am Haus sind sowas wie interessante Zeitgenossen für ihn. Er bedrängt sie nie, sondern er beobachtet sie ganz konzentriert, lange und oft geduldig wartend, immer vorsichtig und aus angemessenem Abstand heraus.

Im Winter ist sein Beobachtungsposten die Terrasse : hier im Bild bestaunt er einen an der Fensterscheibe abgeprallten kleinen Vogel, bis der sich erholt hatte und wegflog. Jetzt im Sommer will er immer auf dem Rasenstück am Rande das Busches (Urwald, würden wir sagen) hinter dem Haus sitzen. Eine Stelle, an der einmal ein Erdhörnchen herauskam, vergißt er nie. Er behält sie hoffnungsvoll im Auge; ebenso die Vogelnester, die er ausgemacht hat. Er ist 'typisch Alaskaner', eben ein Naturbursche.
Berta ist mehr der häusliche Typ, sie bevorzugt ganz klar das Sofa ;-)

Rabenbesuch

Heute morgen erzählte mir Doris am Telefon:
... Auf einem der Pfosten des Terrassengeländers saß ein Rabe -
und bellte ...
Sie war gerade oben im Bad, und die Bulldogs lagen in ihrer Nähe im Flur oben. Da bellte es von unten, von der Terrasse her. Willie und Berta bellten gleich aufgeregt zurück. Wieder ein Bellen von draußen, wieder die Antwort der beiden, die jetzt nach unten zur Terrassentür stürmten. Doris war neugierig, welcher Hund bloß so weit zu ihnen gelaufen sein könnte. Aber vor der Terrassentür stand kein Hund ! ???
Auf einem der Pfosten des Terrassengeländers saß ein großer Rabe - und bellte !

Offensichtlich beobachtet Willie nicht nur Tiere, sondern er versucht auch mit ihnen zu kommunizieren. Und dieser Rabe hat offensichtlich Spaß an Gesprächen (und Spielen) mit Willie! Er übernahm dessen 'Sprache', das Bellen, um ihn heraus zu rufen... (Dieses Erlebnis hätte sogar Konrad Lorenz fasziniert!)

Rabenspiele

Vor vielen Jahren besuchte ich mit Ziska meine Schwester Gunda in Berlin. Es war Sommer und wir lagen auf einer Parkwiese mit Käse, Weißwein, grünen Äpfeln und tiefsinnigen Gesprächen über die Liebe ;-) beschäftigt.

Ziska wanderte auf der Wiese herum. Es dauerte nicht lange, und ein Kolkrabe flog herunter und landete 1 Meter vor ihr. Beide fixierten sich, Ziska machte sich ganz klein, um sich ihm zu nähern, ohne daß er Angst vor ihr bekäme, dachte sie ;-) Sie war gerade bis auf 10 cm an ihn heran, da erhob er sich lässig und landete sofort wieder - unweit von ihr weg. Er fixierte sie, und sie fixierte ihn. Ganz klar, er spielte 'Fang mich' mit ihr !

... Ganz klar, er spielte 'Fang mich' mit ihr ! ...
Immer wieder ließ er sie bis auf Tuchfühlung an sich heran - und hops, saß er einige cm weiter weg, hinter ihr, neben ihr, aber nie über ihr. Ziska bekam den Frust, sie bellte und sprang und rannte schließlich im Kreis, erfolglos. Dann beschloß sie einen Abgang in Würde. Sie kam auf unsere Liegedecke, machte klar, daß sie ein Stück Käse wollte, und dann spielte sie - demonstrativ - wild mit uns herum. In die Richtung des Raben, der lange auf einem Ast saß und abwartete, schaute sie den ganzen Nachmittag - extra - nicht mehr hin !

Wer hat da die Gans gestohlen ? ;-)


Heute wieder Bulldog-Werbung

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen - sogar in der Hitze bei 'Ayers Rock'.
In diesem Sinne: Hoffentlich wird das Wetter bald wieder sommerlich!


Mittwoch, Juni 1, 2005

Mücken und Gänseblümchen

Mit dem Sommer kommt nicht nur der Urlaub, sondern kommen auch die Mücken - besonders in Alaska, wo Berta und Willie leben (Fotos von Randi Hirschmann).


Kopfstand

Doris rief heute morgen an und erzählte vom Kopfstand der Beiden : Gestern war wieder 'Adventix' (Antimückenmittel von Bayer, hoch wirksam!) fällig, alle 4 Wochen muß das dort sein. Berta haßt ja Medizin, besonders wenn diese nach Chemie stinkt:-( . Sie rennt weg, sobald Doris nur die Schublade aufmacht. Willie dagegen genießt alles, wenn er dabei nur im Mittelpunkt von Doris´ Aufmerksamkeit steht :-)

Also Berta austricksen! Sie ist verfressen, das ist ihr Schwachpunkt. Und den mußte Doris ausnutzen. Die Flasche mit Adventix also schon eine Stunde vorher rausgeholt, geöffnet und neben der Spülmaschine griffbereit versteckt. Dann Teller, mit ganz viel Fleischsauce drauf, mehr hinten in die Spülmaschine gestellt - und schwups war Berta halb darin im Gerät und mit Ablecken abgelenkt. Sofort und blitzschnell bekam sie in dieser fluchtungünstigen Lage ihre Portion Adventix über den Rücken. Dann ging es los: sie rannte wie eine Wilde herum, zitterte, wütete, warf sich auf den Rücken um all dies Stinketeufelszeug abzurubbeln ...

Dann kam Willie dran: der staunte über Berta, normalerweise rennt er mit, wenn sie so drauf ist. Aber er hielt still, denn Rückenmassage - und sei es mit Adventix - ist doch schließlich sooo schön. Als Doris fertig war, beschloß er Bertas Rasespiel mitzumachen.

...Berta sprang nun auf das Sofa und machte dort einen Kopfstand : alle vier Beine in der Luft...
Berta sprang nun auf das Sofa und machte dort einen Kopfstand : alle vier Beine in der Luft, den Rücken dabei an der Sofalehne abreibend. Und, Doris glaubte es kaum, Willie fand das eine spannende artistische Herausforderung! Er sprang auf das andere Sofaende, machte auch einen Kopfstand, hielt auch alle Viere in die Luft, rieb auch den Rücken an der Lehne... Doris konnte nur staunen und bedauern, daß kein Fotoapparat griffbereit lag.

Ich fragte Doris, ob Berta ihr denn diesen medizinischen Angriff verziehen hätte.
Doris lachte: 'Sie ist ganz stolz, ... daß sie nicht gestorben ist!'


Beim Thema Medizin bleibe ich heute.

Das Geheimnis des Gänseblümchens

Birgit Braum hat sich viel mit Pflanzenheilkunde für Hunde beschäftigt. Sie hat inzwischen auch große praktische Erfahrung damit sammeln können. Hier einer ihrer Tipps:

Doris´ Willie war gegen Ende des Winters im Rachen häufiger verschleimt. Sein Tierarzt Bob stellte fest, daß keine Entzündung vorlag, das Gaumensegel auch nicht behindernd lang sei, daß die Verschleimung einfach eine Folge der trockenen Heizungsluft im Winter ist.

Doris und ich telefonierten mit Birgit darüber, und sie wußte gleich Rat:
Getrocknete Gänseblümchen, bis zu 10 Stück am Tag, ins Futter tun.
Es war April: hier in Deutschland blüten die ersten Gänseblümchen schon. Ich erntete jeden Tag ein paar Blüten und trocknete sie in einer Schale im Schatten. Doris war Ende April ja zu meinem Geburtstag hier, und ich gab ihr meine Ernte für Willie mit. Der bekam es gleich, als sie wieder zu Hause war, ins Futter. Drei Stunden später erbrach der gute Willie sein Futter - und einen riesengroßen Klumpen Schleim. Die Gänseblümchen hatten gewirkt. Willies Schnarchen war danach sehr viel leiser :-))).

Ich selbst neige im Winter auch zu Verschleimung meiner Nasennebenhöhlen. Also nahm ich 30 Gänseblümchen (bin ja deutlich schwerer als Willie ;-) - und auch mein Rachen wurde auf Anhieb von Schleim befreit. Ich erbrach mich aber nicht :-) dabei.

Jutta Nolte hat auch gute Erfahrungen mit der entschleimenden Wirkung des Gänseblümchens gemacht, wie sie mir auf unserem Mai-Treffen erzählte. Sie lieh mir inzwischen das Kräuterbuch (siehe rechts), es ist billig, praktisch und gut; lohnt sich zu kaufen.



Zum Abschluß Bulldog-Kunst

Stu mit 'Wächterhündin Garda', Wilma stand Modell. Frau Menze aus Haldensleben ist die Künstlerin. Wir besuchten sie vor ein paar Jahren bei einem Vereins-Herbsttreffen in der alten Ziegelei in Hundisburg. Dort hat sie Werkstatt und Ausstellung.


und Redaktionelles
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Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit 33 Jahren Englische Bulldoggen. Jetzt sollen die Bulldoggen hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Eure Bulldog -Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen.


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