Cornelias 'Bulldog Blog' ...
Sonntag, Juli 31, 2005

Heute erzählt Gast-Bloggerin Xenja Ramel :

Das Ferienkind

Es ist kaum zu glauben, was mir diesen Monat wieder passiert ist.

Meine Menschen waren sehr aufgeregt, Frauchen war sogar beim Frisör und ist wie von der Wespe gestochen umhergewuselt ... Auch Herrchen war nicht so ruhig wie sonst. Da kam Frauchen die Treppe herunter in einem gewaltigen weißen Kleid.

... bis mich mitten in der Nacht ein schreckliches Geschrei geweckt hat.
Und sie wagten es tatsächlich, ohne mich wegzugehen!! Später kam meine Dogsitterin vorbei, und erklärte mir, dass das heute halt eben so sei, aber sie noch zweimal käme. Na ja, so habe ich halt die meiste Zeit verschlafen. Bis ... ja, bis mich mitten in der Nacht ein schreckliches Geschrei geweckt hat. Als ich nochmals in den Garten durfte, roch es auch ganz komisch ...

Am nächsten Tag verstand ich, was in der Nacht los gewesen war. Die haben es gewagt ein Ferienkind mitzubringen! Es war ganz rosa und fast nackt, mit großen Ohren und kleinen Augen. Manchmal klang es fast wie ich und grunzte ein wenig. Sie nannten es Joanna.

Wie ich aus den nachfolgenden Gesprächen entnehmen konnte, hatte ihnen ein Spaßvogel ein Ferkel geschenkt. Ich fand es erst ganz lustig und wollte mich mit ihm anfreunden, aber seine Art zu spielen war sogar mir zu wild ! Glücklicherweise war es angebunden und ich konnte ihm ganz gut ausweichen ...

Herrchen hätte es sehr gerne gegessen - da hätte ich auch nichts dagegen gehabt - aber Frauchen und vor allem Carol waren doch seeehr dagegen ! Schade ! Auf jeden Fall wurde unser 'Ferienkind' am nächsten Tag wieder abgeholt und dorthin zurückgebracht, wo es hingehört. Natürlich ging dies nicht, ohne wieder die ganze Nachbarschaft zusammenzuschreien, als man es in die Transportbox hob ... Aber es war gut so, denn ich habe Frauchen sagen gehört, dass sie sonst noch daran hängen würde.

... laut grunzend. Das kann ich doch auch !!
Das raffinierte Ding hatte schnell herausgefunden, woher das Essen kommt und begrüsste Frauchen immer laut grunzend. Das kann ich doch auch !! Naja, eigentlich habe ich es ganz gerne gemocht. Denn wir wissen ja: 'BULLDOGS LIEBEN -FAST- ALLES UND JEDEN !' Oder?

Eure Yacuma


Donnerstag, Juli 28, 2005

Ein Beitrag für Welpensucher

Wo und wie finde ich einen gesunden und standardgerechten Englischen Bulldogwelpen ?

Immer wieder kommen Mails bei uns an, in denen nach English Bulldogwelpen gefragt wird. Diese Fragen machen circa 80 % der Bulldog-Mails an uns aus. (Die anderen 20 % sind Fragen und Hilfegesuche wegen kranker Tiere. Das reicht vom Kugelherz bis zur Allergie.) Heute möchte ich auf die Fragen nach Welpen einmal ganz allgemein eingehen.

Der Englishe Bulldog ist in Deutschland durch die SAT1 Hündin Helga ziemlich bekannt und populär geworden. Unsere Wilma wurde oft angesprochen : 'Du bist ja eine HELGA !' Die Menschen sind vielfach bezaubert von dem schönen Aussehen, dem selbstbewußten Wesen und der (oft unfreiwilligen :-) Komik, die die SAT1-Helga zweifellos ausstrahlte. Sie wissen aber so gut wie nichts über die Gesundheits-Problematik in unserer Rasse und über ihre damit im Zusammenhang stehende Typologie.

Meiner Beobachtung nach teilt sich die English Bulldogszene in drei Unterszenen ein :

  • Der Typ English Bulldog, mit dem der Standard (in aller Regel zu Lasten der Gesundheit des Hundes) über-interpretiert wird.

    Diesen Bulldogtyp sah ich immer wieder in Dortmund auf den ganz großen, berühmten VDH/FCI Sieger-Ausstellungen, und er stellte dort regelmäßig die Gewinner.

    Sogar innerhalb des VDH selbst gibt es Widerstände gegen diesen Bulldog-Typ (siehe Blog Eintrag vom 15. Juli), der aber verpufft, da der ACEB als angeschlossener Zuchtverein in seiner Zuchtpolitik unabhängig vom VDH ist. Der VDH gilt rein rechtlich nur als eine Wirtschaftgesellschaft, die eben für die wirtschaftlichen Interessen der angeschlossenen Züchter (man kann auch sagen als ihre Marketing-Abteilung) tätig ist. Der Marktanteil dieses überinterpretierten Bulldogtyps liegt inzwischen in Deutschland nur noch bei geschätzten 25 %. Ich selbst lehne diesen Extrembulldog ab, da er der Rasse den Ruf der Qualzucht - teilweise leider zu Recht - eingebracht hat, und weil auch ich selbst diese oft um Luft ringenden Hunde, zumindest wie ich sie in Dortmund speziell aus deutscher und holländischer FCI-Zucht sah, als erbarmungswürdig empfinde.

    Dieser über-interpretierte Typus ist die teuerste English Bulldogvariante in Deutschland - nach der Marketing-Strategie: "teuer = wertvoll"

  • Der Typ English Bulldog, bei dem der Standard in gleich mehreren Merkmalen deutlich unter-interpretiert ist.

    Diesen Typ Bulldog findet man häufiger (aber natürlich nicht ausschließlich) in kleinen, Nicht-FCI-Zuchtvereinen und auch im Hundehandel.

    Diese Hunde haben selten Atemprobleme, da ihr Kopf kleiner, ihr Hals länger und ihre Brust schmaler ist als beim korrekten Standard-Bulldog. Sie sind ein klein wenig dem Boxer ähnlich. Ihnen fehlt nach meinem Gefühl leider aber etwas typisch Bulldoggiges, nämlich der Charme des 'dickköpfigen und standfesten Urgesteins :-)'. Deshalb ist dieser English Bulldogtyp nicht MEINE bevorzugte Wahl, aber ich finde ihn durchaus OK.

    Dieser unter-interpretierte Typus ist die (statistisch gesehen) billigste English Bulldogvariante in Deutschland - nach der Marketing-Strategie: "preiswert = fair"

  • Der mehr oder weniger korrekte Standard Bulldog, der zwar kleine Schönheitsfehler haben mag, der aber weder durch Überinterpretation noch durch Unterinterpretation wesentlicher Standardmerkmale auffällt.

    Dieser Bulldogtyp ist schwer zu finden, besonders bei uns in Deutschland. Aber es gibt ihn im Verborgenen, denn diese Hunde werden, wenn überhaupt, bei uns nur auf kleinen Shows ausgestellt, wenn Allgemeinrichter und nicht ACEB-geladene Richter urteilen. In Österreich (ich erwähnte 'Bonzo' im Mai-Blog als Beispiel), der Schweiz (seht im letzten Beitrag die geschlossenen Füße und die gerade Rute bei der 'wilden Yumi' :-) und auch in Deutschland ('Sportler Big Jim', seht im vorletzten Beitrag nach:-) gibt es hoffnungvolle Ansätze. Über weitere Zuchtbemühungen, von denen ich weiß, werde ich noch berichten.

    Dieser 'korrekte' Standard-Bulldog kann Atmungsprobleme haben, ist aber sehr häufig auch frei davon. Das hängt von seiner Zuchtlinie ab. Wurde z.B. mit am Gaumensegel operierten Hunden gezüchtet? Oder nur mit Hunden, deren Luftzugänge im Schädel dem Luftzufluß nur geringen Widerstand bieten? Die Größe des Kopfes und die Kürze der Schnauze definieren nämlich NICHT die Atmungsfreiheit, sondern die Ausprägung der inneren Luftwege ist entscheidend ! Und das ist wiederum auch erblich !

    JEDER Zwinger hat manchmal auch Misserfolge. Der Welpensucher kommt - wie ich es sehe - nicht darum herum, die Elterntiere und die Zuchtlinien selbst auf ihre Vitalität hin zu prüfen und zu beurteilen. Je mehr er sich VOR dem Kauf kundig macht, um so besser für ihn und seinen Bulldog.

    Möglicherweise liegt die relative Seltenheit des korrekten, des wie man sagen könnte 'mittelmäßigen' English Bulldogtyps auch daran, daß der Geschmack der Liebhaber sich ein wenig polarisiert hat zwischen über - und unterinterpretiertem Standard. In Südamerika, USA, Rußland und in anderen Regionen der Welt sind diese Bulldogs (FCI) aber noch relativ häufig zu finden. Und zwar mit Luftwegen, die nur geringen Luftwiderstand bieten ! Mehr darüber in einem späteren Blog Beitrag.

    Auf diesen 'mittelmäßigen' Typ English Bulldog bin ICH geprägt, denn ich hatte aus meiner Sicht das große Glück :-))), daß 3 von meinen 4 bisherigen Bulldogs ('Ziska von der Eisenschmelz', 'Pickwick Alma Joy', 'Floral Garden Quality Wilma Queen') diesem Typ entsprachen. (Bei VDH-Ausstellungen hätten sie deshalb wohl auch nie ein 'Vorzüglich" erreicht :-) 'Frieda', unsere neue Kleine, wird, wie ich hoffe und glaube, auch solch ein Typ Bulldog werden. (Unsere Hündin 'Pickwick Sarah Blue' war ein krankes Tier mit gestörtem Angstwesen.) Hier ein Foto meiner 1. Hündin Ziska, 1973, im Vergleich zu einer Skulptur des weder über- noch unterinterpretierten English Bulldogs.

Der 'Mittelmaß' Bulldog - sofern das Wort 'Mittelmaß' überhaupt auf unsere Rasse paßt ! ;-)

Zurück zum Welpensucher

Zunächst empfehle ich jedem sich genau darüber klar zu werden, welchen der drei heute üblichen Bulldog-Typen er FÜR SICH möchte, und welchem er am besten gerecht werden kann.

Auch Überinterpretierte Bulldogs sind nicht immer und zwangsläufig atmungsschwach und bewegungseingeschränkt, das möchte ich ausdrücklich sagen. Es besteht nur ein SEHR viel höheres Risiko durch ihre allgemeine schwere Konstitution, daß sie Behinderungen haben bzw. entwickeln. Unterinterpretierte Bulldogs können auch Atmungsprobleme haben, wenn sie z.B. ein zu langes Gaumensegel geerbt haben. Das Risiko dazu ist jedoch kleiner als beim Überinterpretierten Typus, wegen des längeren/großräumigeren Rachens. Die Aussagen hier zu Gesundheits-Erwartungen beim jeweiligen Bulldogtyp sind STATISTISCHE Aussagen, keine absoluten. Denn es handelt sich schließlich um Lebewesen und keine Roboter :-)

Der Welpensucher sollte sich folgende Fragen ehrlich beantworten :
Wieviel will und kann ich mit meinem Bulldog täglich laufen und wieviel Stunden muß er täglich allein sein können?

Allein durch diese zwei Antworten müßte dem Welpensucher klar werden, ob eher ein phlegmatischer Überinterpretierter oder ein bewegungslustiger Unterinpretierter zu seinem Lebenstil paßt. Oder - wie bei uns - so ein 'Mittelprächtiger' :-)))

Dann kommen Fragen der eigenen Natur ins Spiel : wie steht es mit meiner Geduld ?
Nur wenn ich wirklich geduldig und bereit zu längerer Suche bin (Andreas Riedel wartete 2 Jahre auf seinen wundervollen BigJim, und wir warten diesmal 5 Monate) dann kann ich einen tollen vitalen Bulldog-Nachwuchs finden, der einer möglichst korrekten Standardinterpretation entspricht, die, noch einmal gesagt, natürlich KLEINE Schönheitsfehler nicht ausschließt. (Oder ich bin der Glückspilz total und 'stolpere' direkt über solch einen Hund :-))

Die Kostenfrage sollte der Welpensucher zunächst hinten anstellen. Wobei hier die Faustregel gelten mag : die Ganzbilligen sind - genauso wie die Ganzteuren - der einen oder aber der anderen Fehlinterpretation des Standards verdächtig. ((Nicht nur beim Bulldog liegt das Gold in der Mitte :-))



Willi : das Foto des Tages :-) ................. und Humor ;-)

Wann wird man zum Bulldog-Fanatiker ?

Stu : Wenn Du lieber im Bett frierst, als ihm Deine Bettdecke zu rauben.

Neli : Wenn Du depressiv wirst, weil er den Kopf und die Lefzen hängen läßt.

Stu : Wenn Dein Auto wie ein Bulldog aussehen muß.

Neli : Wenn Du Dich freust, daß Dein Bulldog Dir immer wieder die Schau stiehlt.

Stu : Wenn Du Deine Schwiegermutter liebst, nur weil sie einen Bulldog hat.

Wer hat noch mehr solcher Sprüche im Kopf ? Bitte schreiben :-)))

Werbung muß sein :-) BigJim grüßt uns herzlich.
Diese Welpen sagen Euch : 'Bitte kauft uns nicht im Hundehandel. Unsere Mama leidet dort, weil sie immer nur mehr von uns machen muß. Und wir werden von ihr fortgenommen, wenn wir sie doch noch so brauchen. Bitte, seid gut zu uns und kauft uns nicht beim Händler.'


Montag, Juli 25, 2005

Heute erzählt Gast-Bloggerin Xenja Ramel :

Ich bin Yacuma

... und ich bin der Boss hier! Zumindest glaube ich das manchmal. Aber ich denke ich fange mal ganz am Anfang an, denn dass ich in meiner Familie lebe, war eigentlich - aus ihrer Sicht- nicht geplant. Meine Menschen habe ich kennen gelernt als ich gerade mal 5 Wochen jung war. Mein kleines Frauchen kam mit ihrer Mami zur Audienz bei meiner Mama, meinen Geschwistern und natürlich MIR.

Sie kamen (wie die Größere der beiden immer wieder betonte) nur, weil sie meine Eltern kannten und gaaanz toll fanden. Jetzt wollten sie doch einmal sehen, wie denn so die Nachkommenschaft der beiden aussah. Irgendwie gefiel mir das kleinere Exemplar ganz speziell und ich krabbelte mal zu ihr hin. Carol (so hieß sie, wie ich später erfuhr) war gerade drei Menschenjahre alt und schien auch sehr von mir angetan. Sie nahm mich auf den Schoss und streichelte mich, bis ich einschlief. Als ich wieder erwachte, war sie einfach weg! Schade!

'Aber sie kam wieder. ... Ich hatte gewonnen !'
Aber sie kam wieder! Ich war in der Zwischenzeit 8 Wochen alt und kräftig gewachsen. Meine Geschwister und ich stürmten auf sie zu und rissen sie zu Boden, ihre Mami musste sie vor uns retten. Ich wusste gar nicht dass wir so stark sind ;o) ... Meine Geschwister verloren ziemlich schnell das Interesse an ihr, aber mich zog dieses kleine Mädchen magisch an. Wenn sie es wagte an einen Ort zu gehen, wo ich ihr nicht folgen konnte, gab ich meinem Unwillen lautstark Ausdruck. Schließlich konnte ich jetzt auch bellen! Leider gingen die beiden schon bald wieder. Aber eine Woche später kamen sie noch einmal zurück. Und sie hatten ihren Rudelführer mitgebracht! Ich begriff schnell, dass ich IHN um die Pfote wickeln musste. Er schaute uns alle gut an und wir schienen ihm auch zu gefallen. Er brummelte irgendwas von "Weibern", und dass sie mich halt nehmen sollen, wenn sie mich so lieben. Ich hatte gewonnen!

Zwei Wochen später nahm ich in meinem neuen Heim Einzug, wo mich schon zwei ältere Semester erwarteten. Der 10-jährige Schäfer Sam und die 12-jährige Husky-Mischlingsdame Boogie. Wir verstanden uns eigentlich erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass ich sie manchmal ganz schön genervt habe. Leider hat uns Sam in der Zwischenzeit verlassen, ich vermisse ihn ziemlich. Ich selbst bin nun zu einer - wie ich finde - hübschen Bulldog-Dame herangewachsen, und meine Familie liebt mich sehr. Auch der Rudelführer hat mich sehr in sein Herz geschlossen, auch wenn er das nie zugeben würde. Aber ich habe ihn durchschaut! Ich scheine meine Menschen immer wieder zum Lachen zu bringen, auch wenn ich es eigentlich ernst meine. Und zu Carol habe ich immer noch ein besonders enges Verhältnis. Seht selbst ...

'... scheine meine Menschen immer wieder zum Lachen zu bringen ...'
Wenn ich mit darf, um sie im Kindergarten abzuholen, werde ich von den Kindern immer begeistert empfangen. Obwohl mich einige am Anfang richtig fürchteten. Wieso bloß??? Auch an den Anlässen, die von meinen Menschen organisiert werden, bin ich immer dabei und habe mich dort schon richtig zum Maskottchen entwickelt. Alle wollen mich knuddeln und fotografieren, so ein Rummel. Aber ich habe das ganz gerne.

'Alle wollen mich knuddeln und fotografieren !'
Frauchen hat mich schon zweimal an einen Ort mitgenommen, den sie "Ausstellung" nennt. Da sollte Hund stillstehen oder im Kreis laufen ... Gar nicht so einfach, wenn da noch so viele potenzielle Spielkameraden sind. Aber Frauchen fand, dass ich mich dafür, dass wir kaum geübt haben, ganz passabel benommen habe. Einmal war sie sogar besonders stolz auf mich. Sie sagte, ich sei die "Zweitschönste meiner Klasse", was heißt denn da Zweitschönste?? Für meine Menschen bin ich sowieso die Schönste. Und das ist alles was zählt. Und soll ich Euch was sagen? Ich würde sie auch nicht mehr hergeben wollen.


Freitag, Juli 22, 2005

Heute erzählt Gast-Blogger Andreas Riedel :

Bullyweekend in Gundelsheim

Nach etwa fünfstündiger Fahrt sind wir in Gundelsheim angekommen. Ich habe für die Fahrt die Rückbank ausgebaut, so daß die 'Jungs' genügend Platz haben und sich die Hitze nicht so staut. Denn trotz Klimaanlage und regelmässigen Pausen (jede Stunde eine 10-minütige Pause) ist es immer so eine Sache bei 33 Grad längere Strecken zu fahren. Meine Jungs sind glücklicherweise nicht allzu hitzeempfindlich. Big Jim ist halt das Vorzeige-Modell des gesunden English Bulldogs. Tyson, unseren kleinen Franzosen, mußten wir ja leider am Gaumensegel operieren lassen.

Gundelsheim liegt total malerisch am Neckar. Und in den sind die Jungs auch bei erster Gelegenheit verschwunden. Meine 'Jungs' lieben ja das Wasser abgöttisch. Aber es ist immer wieder ein Bild für die Götter, wenn Big Jim schwimmen geht. Jim guckt dann immer total stolz zu uns rüber, ob wir ihn auch ja tüchtig bewundern, was wir natürlich ausgiebig und lautstark tun.

Wie immer auf Bullytreffen gibt es viele verschiedene Bullytypen zu bewundern. Hier fällt der Unterschied zu anderen Hunderassen noch mehr auf als sonst : man stelle sich einfach mal 20 Schäferhunde in einer Reihe vor. Man geht die Reihe ab und bekommt zu jedem Hund den Namen. Dann werden die Schäferhunde in unterschiedlicher Reihenfolge wieder aufgestellt, ich würde wohl keinen einzigen Namen mehr zuordnen können. Wie ganz anders bei den Bulldogs. Jedes Gesicht erzählt dir eine andere Geschichte. Mühelos wußte ich nach dem ersten großen 'Hallo' alle Bullies zu unterscheiden.

Es gab - im Gegensatz zum letzten Jahr - diesmal kein Programm. Abends wurde gemeinsam gegessen, ansonsten hat jeder sich seine Beschäftigung gesucht. Wir haben sehr gute Freunde, welche in der Nähe von Gundelsheim wohnen, besucht. Paulchen, der wunderschöne English Bulldog von Boerney & Detta, wird immer schöner. Obwohl er mit seinen neun Monaten schon 27 Kilo wiegt, ist er einer der sportlichsten English Bulldogs, die ich je live erleben durfte.

Schade ist nur, daß so ein Wochenende immer viel zu schnell zu Ende geht.

Allerdings kann ich jedem nur empfehlen, wenn er durch Baden-Württemberg reist, bei Fritz im 'Lamm' anzuhalten. Vielleicht führt er ja auch Euch durch sein Oldtimer-Museum, in dem natürlich auch ein namensverwandten Traktor steht.



Montag, Juli 18, 2005

Eure Fragen zur Blog-Bedienung

Erstmal grossen DANK an alle, die uns zum Blog schreiben. Einige davon hatten Fragen zur Bedienung des Blogs. Deshalb habe ich die häufigste 10 Fragen gesammelt und beantwortet.

Frage 1 : Manche Wörter im Blog sind in einer anderen Farbe (Purpur). Was bedeutet's ?

Antwort 1 : Das sind sogenannte 'Links'. Du kannst darauf klicken und bekommst dann meist ein Bild, ggf. auch eine andere Webseite zu sehen. WIE du diese Hintergrundbilder siehst ist abhängig von dem Browser, den du benutzt, um ins Internet zu gehen. Viele Leute benutzen noch Internet Explorer (IE 6.0), obwohl dieser nicht Stand der Kunst ist. Mit diesem IE6.0 Browser kann man nur ein Fenster zu einer Zeit betrachten, z.B. das neueröffnete Hintergrundbild. Dies muß man im IE6.0 Browser dann schliessen, um zur Ursprungsseite zurückzugelangen. Bilder mit einem bunten Rand bergen auch anklickbare Links zu anderen Seiten (z.B. Cornelias Foto rechts).

Frage 2 : Welchen Browser benutzet ihr resp. empfiehlt ihr?

Antwort 2 : Wir empfehlen Opera, denn er ist kleiner, schneller, und deutlich sicherer als IE. Darüberhinaus unterstützt er sogenannte Tabbed Browsing, d.h man kann mehrere Seiten gleichzeitig damit betrachten. Dieses Blog öffnet meist die Hintergrundbilder in einem zweiten Fenster, der Blog bleibt verfügbar im ersten Fenster. Opera gibt es auch kostenlos und kann heruntergeladen werden von www.opera.com . Tu es jetzt, und du wirst nie mehr IE wollen :-)

Frage 3 : Warum ist eure Mail-Adresse (oben in der rechten Spalte) nicht anklickbar?

Antwort 3 : Als Schutz gegen Spam-Roboter, die Webseiten wie diese nach Mailadressen absuchen, um dann unerwünschte Werbung zuzusenden, habe ich unsere Mail Adresse nur als Bild dort hingestellt. Ein Roboter kann das Bild nicht 'lesen' und als Mailadresse erkennen. Ein Mensch dagegen ist klüger. Er kann die dortige Adresse in seinem Mail-Programm einfach von dort abtippen. Umständlich vielleicht, aber sehr wirksam ;-)

Frage 4 : Wer liest diesen Blog? Für wen ist es geschrieben?

Antwort 4 : In der rechte Spalte ist eine kleine Karte, der Blog Leser-Spiegel. Darauf verfolge ich wo die Blogleser alle herkommen und zeige es euch allen anonymisiert an. Dieses Blog ist geschrieben für Fans und Freunde des Englischen Bulldogs und solche, die es werden wollen. Der Blog setzt sich für die Gesundung der authentischen Rasse des Englischen Bulldogs ein.

Frage 5 : Sind die Bilder irgendwo kommentiert?

Antwort 5 : Ja. Wenn du mit deiner Maus über die Bilder fährst und kurz dort verharrst, dann erscheint ein (meist lustiger) Kommentar resp. Beschreibung derselben.

Manche Leser wollen dieses Blog ausdrucken und abheften. Jedoch sind im Ausdruck die Bilderkommentare und die Hintergrundbilder (Link-Inhälte) leider nicht sichtbar. Dies ist ein elektronisches Medium (Hypertext) und kein sequentielles Print-Medium; daher bekommt man den vollen Genuß nur am Bildschirm.

Frage 6 : Am Ende des Monats verschwinden Beiträge, muß ich darum regelmäßig lesen?

Antwort 6 : Nichts verschwindet! Die Beiträge werden nur monatlich im Archiv abgelegt. In der rechte Spalte ist eine Rubrik 'Blog-Archiv'. Da stehen Links zu allen Blogs, die bisher erschienen sind, fein säuberlich nach Erscheinungmonat sortiert. Darüberhinaus gibt es in derselben rechten Spalte ein Link zum Inhaltsverzeichnis aller bisher erschienen Beiträge.

Frage 7 : Schreibt das alles Cornelia? Es ist ja viel! Schreibt Stu auch?

Antwort 7 : Meist schreibt Cornelia, etwa z.Z. 2 - 3 mal die Woche. Das nenne ich engagiert! Manchmal schreiben aber auch andere. Am Ende des jeweiligen Tagesbeitrags steht immer eine 'Copyright' Zeile, die den Tagesautor (Gastblogger wie ich) preisgibt. Klickt man auf dessen Namen, bekommt man auch ein Foto des jeweiligen Autors. Stu hat ein eigenes Blog, jedoch ist dort alles in Englisch :-(

Frage 8 : Gehört dieses Blog dem V.d.F.E.B?

Antwort 8 : Nein. Cornelia hat die Schriftleitung des V.d.F.E.Bs nach 25 Jahren treuer Dienste niedergelegt und ist aus dem dortigen Vorstand ausgetreten, um als kreatives 'Rentnerprojekt' dieses private Blog ohne Vereinsverpflichtung zu schreiben.

Frage 9 : Kann ich auch etwas für's Blog schreiben?

Antwort 9 : Anekdoten, Artikel, Berichte sowie Fotos und Bilder von Englischen Bulldogs können per Post oder per E-mail an unsere MailAdresse eingereicht werden, bitte mit Foto des jeweiligen Autors für die Copyrightzeile. Cornelia nimmt dann Kontakt auf :-)

Frage 10 : Warum gibt es keine Möglichkeit Kommentare direkt ins Blog zu schreiben?

Antwort 10 : Erfahrungsgemäß wird solch eine Möglichkeit von primitiven Menschen mißbraucht, um anonym Beleidigungen ect. zu schreiben. Wer einen sinnvollen Kommentar beizubringen hat, der kann dies per E-mail tun. Solch eine Mail wird immer beachtet und beantwortet!

Ein Link zu dieser Bedienungshilfe steht ab sofort oben in der rechte Spalte, damit man sie immer einfach erreichen kann. Sonst noch Fragen? Dann bitte an mich,
Euer Stu.


Freitag, Juli 15, 2005

Wilmas letzter Urlaub, 2004 in England

Früher dachte ich immer, mit meinen Bulldogs werde ich nie nach England können und war traurig darüber. Nun, manchmal hat das leben die schönsten Überraschungen bereit. Die Quarantäne fiel so unerwartet wie die Berliner Mauer :-) Letzten Sommer reisten wir also mit Wilma wieder einmal nach England. Diesmal in den Osten an die Nordsee.
Unsere 1. Übernachtung

Romantisches Gasthaus südlich von London, Wilma fühlte sich im Garten dort gleich zuhause :-), und im Bett natürlich auch ! Die jungen Leute im Hotel spielten mit ihr Ball.

Dies war unsere 4. Reise mit Wilma (nach einigen Jahren Pause) nach - und durch - England. Vor vier und vor fünf Jahren begegneten uns andere Bulldogs unterwegs durch England zwar selten, aber immerhin überhaupt noch. Dieses Mal trafen wir keinen einzigen Bulldog.

Spaziergang durch Norwich

Durch Wilma kamen wir mit vielen Menschen in Gesprächskontakt: 'Was für ein schöner Bulldog!' Worte wie beautiful, nice, lovely, gentle, klangen uns ständig in den Ohren. Das war ein wunderbares Gefühl, könnt Ihr Euch denken :-)! Wir hörten aber genau so oft solche Sätze: 'Oh, ich habe seit Jahren keinen Bulldog mehr gesehen.' 'Ein Bulldog, gibt es ihn denn noch?'


Gewöhnlich fragten wir dann nach, ob es ihn wirklich im Straßenbild nicht mehr gäbe. Das wurde bestätigt. Er sei viel zu krank, er könne nicht mehr laufen und bekäme keine Luft, hieß es, man könne ihn einfach nicht mehr halten - er sei kaputtgezüchtet. Die Schuld wurde immer den Züchtern gegeben.

Wilma bekam dann (zu ihrer Freude:-) all die Liebe und Zärtlichkeit ab, die die Engländer immer noch sehr stark dieser 'in England gezüchteten :-) und in England verzüchteten :-(' Rasse gegenüber empfinden.

Als wir durch die Jugendstil-Passage der berühmten Altstadt schlenderten sprach uns wiedermal ein Mann an, besser gesagt er sprach nätürlich Wilma an. Er war entzückt von ihr. Daß sie aus Deutschland kam, erstaunte ihn nicht weiter, denn : 'Der originale Englische Bulldog existiert hier nicht mehr... 'Es gibt ihn nicht mehr, denn jede Zucht ist durchsetzt mit operierten Hunden, die ohne Operationen nicht lebensfähig wären.' Dieser Mann hatte früher Bulldogs gehabt, jetzt Boxer. Stu und ich erklärten ihm 'In Rest-Europa und besonders in den USA gibt es noch unoperierte Zuchttiere. Wilma ist z. B. aus solch einer Zucht !" Er glaubte es sofort, denn Wilma war mit ihren 10 Jahren mental noch völlig wach und körperlich nicht eingeschränkt. Unsere vitale und so liebe Wilma machte diesen Mann zweifellos glücklich. Er streichelte sie dankbar - daß es sie überhaupt gab - und machte dieses Foto oben von uns Dreien.

Abenteuer Eisenbahn

Mit der Schmalspureisenbahn von Walsingham nach Wells on Sea

Die Tuckelbahn fuhr so langsam, daß Stu mir im Vorbeifahren Wiesenblumen pflückte. Wilma überlegt wohl das Gleiche zu tun ??? (Foto links)

Die Rückfahrt machten wir in der 'Kabine' eines geschlossenen Waggons, einfach um es auszuprobieren. Wilma bestand darauf, den Kopf aus dem Fenster und die Nase im Ruß ... :-) zu halten; eben ein Bulldog zu sein !!! Und als der Zug vor jeder Kreuzung mit einem Feldweg pfiff, da bellte sie gewaltig mit. (Auf dem Hintergrund-Foto sieht man an ihrer Maulhaltung, daß sie es gerade wieder vor hat .-))

Abenteuer Boot

Mit dem Elektro-Boot in den 'Norfolk Broads'
Dies war ein unbedingter Höhepunkt der Reise, ja das 'Ziel im Ziel' :-). Man kann dort stunden- tage- und wochenlang ein Boot mieten. Hier noch in zwei Hintergrundbildern Eindrücke dieser Wasser-Landschaft : ein großes System von Bächen, Kanälen, Seen und Sumpf.

Den Bulldog fanden wir unterwegs nur in Antiquitätenläden, siehe Foto links ! In den Geschenkartikelläden im Land sahen wir die schlichten Ton- und Porzellanfigürchen vieler Hunderassen, aber keinen Bulldog.

Wir fragten eine Ladenbesitzerin warum. Antwort: ' Es hat doch niemand mehr einen Bulldog. Die Figuren verkaufen sich deshalb auch nicht. Es gehen nur Bulldog-Figuren gemacht als Churchill, mit dem Union-Jack in der Pfote oder anderen National-Symbolen.'

Der Bulldog ist in seiner Heimat nur noch ein Symbol - für die siegreiche, ein Empire beherrschende Nation und für Kraft und Stärke.
Die Angestellten in der Bulldog-Garage im 2. Hintergrundbild hatten keine Ahnung von Bulldogs, ja kannten nicht mal einen. Sie antworteten erstaunt, als wir sie nach ihrem Bulldog fragten :
'Das ist Werbung. Hat doch überhaupt nichts mit einem Hund zu tun !'

Wilma hatte jedenfalls einen Superurlaub, und ich hoffe diese Fotos können Euch vielleicht zu solch einem Urlaub animieren. Mit einem English Bulldog in England, die Begeisterung der Menschen läßt Euch glatt 10 cm wachsen :-)) Die meisten Hotels und Ferienhäuser lassen Hunde zu. Nur in die Restaurants kann man keinen Hund mit hineinnehmen. Da wir aber die ganze Zeit gutes Wetter hatten, war das kein Problem: Wir aßen dann im Garten oder im Straßencafe der Restaurants unter blühendem Gold- und Blauregen, Flieder, und vielen, vielen Blumen. Die Gärten in England sind ein inspirierender Traum.



Wasserurlaub im Trockenen ;-)

Sabine Becker schickte dies beeindruckende Foto ihres kanufahrenden Bulldog-Indianers Elvis. Weiter so, und viel Spaß !


Dienstag, Juli 12, 2005

Wie kommt man gegen die Extremzucht an ?

Teil 1

Vom Verstand her erscheint die Antwort ganz einfach : nicht mit Extrembulldogs züchten ! Die Praxis ist dagegen leider alles andere als einfach, sie ist sehr komplex.

Besonders in Deutschland gibt es für den verbesserungswilligen Züchter eine Reihe von schweren Widerständen und daraus resultierenden Problemen :

  • Bürokratischer (und mentaler) Widerstand des VDH (Verband des deutschen Hundewesens) gegenüber sich neu bildenden Zuchtinitiativen mit FCI-Bulldogs und erst Recht gegenüber Zuchtinitiativen mit sogenannten 'Dissidenz'-Bulldogs, dh. mit Englischen Bulldogs aus Nicht-FCI-Zuchten.

  • Bürokratischer (und mentaler) Widerstand des ACEB, (Zuchtvereins für Englische Bulldogs im VDH).

  • Politischer (und mentaler) Widerstand der Standardbestimmenden Englischen Zuchtvereine gegenüber Veränderungsbemühungen ganz allgemein, und im Besonderen gegenüber Versuchen Zuchttiere anderer Rassen einzukreuzen. Und zwar auch dann, wenn es nur behutsam und vorübergehend geschehen soll. (Dieser Punkt wurde schon im letzten Blog-Beitrag behandelt.)

  • Mentaler (und 'Lobby-') Widerstand bei den Spezialrichtern für Englische Bulldogs

  • Praktischer Widerstand durch die Übermacht der FCI (Federation Cynologique international) : zum einen durch ihre fast weltweite Monopolstellung - und zum anderen durch die von ihr gepflegte Tradition SCHÖNHEITSWETTBEWERBE, und nicht GESUNDHEITSWETTBEWERBE, zum alles entscheidenden Zuchtkriterium zu machen.

  • Praktische Probleme : Nichtextrembulldogs, die aber doch von 'mindestens gutem FCI-Standard' sind, in Mittel-West-Europa zu finden.

  • Genetische Probleme : Züchten hat etwas mit Glücksspiel zu tun. Man weiß immer nur, was 'im Prinzip und nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit' an Welpen geworfen werden müßte. Verlierer, nämlich genetisch belastete oder sonstwie schwache Welpen gibt es gleichermaßen wie es 'genetische Gewinner' gibt. Was geschieht mit den ersteren? Zum letzten Punkt möchte ich auf den Blog Beitrag 'Bulldogs in den USA' , 2. Juli, verweisen.
Beim Stichwort 'FCI' weise ich auf das Link zum FCI-Standard des Englischen Bulldogs in der rechten Spalte hin. Es führt zu der übrigens sehr schönen Homepage von Bulldogfreund Andreas Riedel - er hat den English-Bulldog-Standard dort eingebunden.


Bürokratischer (und mentaler) Widerstand des VDH
Der VDH erscheint mir in sich selbst völlig zerrissen.

... tragische Überinterpretation des Standards ...
Uwe Fischer, Präsident des VDH und kommissarischer Richter-Obmann, schrieb schon vor mehreren Jahren in der VDH-Verbands-Zeitung über die tragische Überinterpretation des Standards bei vielen Rassen. Die züchterische Fehlentwicklung beim Englischen Bulldogs kritisierte er sehr konkret : '... Köpfe größer als groß, Rücken kürzer als kurz, Brust breiter als breit ...'

... es fehlt ... an jeder Durchsetzung dieser Erkenntnis.
Auf Weiterbildungsseminaren des VDH für die Tierschutzbeauftragten der angeschlossenen Zuchtvereine wird auch eindringlich, ja fordernd darauf hingewiesen, daß ein 'weiter so' mit der Extremzucht verantwortungslos und noch Schlimmeres sei. Auch das ist in der Verbandszeitung des VDH nachzulesen. Aber es fehlt - zumindest meiner Beobachtung nach - an jeder Durchsetzung dieser Erkenntnis. Die Tierschutzbeauftragten der Zuchtverbände (es geht beiweitem NICHT nur um den Englischen Bulldog) können oder wollen sich offensichtlich nicht gegen die Züchterlobby (und deren Geschäftsinteressen) durchsetzten. Das hat (neben der Lobbyverflechtung) auch einen bürokratischen Grund : eine direkte Einflußnahme auf die Zuchtpraktiken in den angeschlossenen Zuchtvereinen ist in der Struktur des VDH nicht vorgesehen.

Das Wort 'Schau-Bulldog' hat inzwischen einen sehr negativen Beigeschmack bekommen.
In jedem Land der FCI - außer in Deutschland - werden die Ahnentafeln vom nationalen Züchter-Dachverband (in Deutschland ist das der VDH) ausgestellt. NUR in Deutschland stellt aber nicht der Dachverband die Ahnentafeln aus und führt entsprechend auch nicht das Zuchtbuch, sondern dies machen die einzelnen Zuchtvereine, in unserem Fall der ACEB. Er ist z. Z. noch - leider - der einzige Zuchtverein für Englische Bulldogs im VDH. Und wie ich auf Dortmunder VDH/ACEB-Ausstellung sah, wird dort - abgesehen von ein paar Ausnahmen - munter weiter in Extremzucht gemacht. Das Wort 'Schau-Bulldog' hat bei uns durch diese 'Darbietungen' kaum Luft bekommender und bewegungseingeschränkter Schau-Bulldogs inzwischen einen sehr negativen Beigeschmack. Lobby, Lobby über alles ...

Zelda Wisdom Bild : 'Ich WERDE überleben :-) - im Djungel der Lobbyisten' !

Ein zweiter Verein für Englische Bulldogs (CEB), mit FCI-Hunden, versucht seit Jahren Mitglied im VDH zu werden, seit einigen Jahren auch auf dem Rechtsweg. In ihm herrscht ein anderer Wind in Bezug auf 'Gesundheit in der Zucht' (ich kenne deren Zuchtregelung sowie die des ACEB auch). Aber einige Funktionäre des VDH haben diese Mitgliedschaft bislang zu verhindern gewußt : 'ZWEI Zucht-Verbände sind nicht gewünscht!' Dabei läßt die Satzung des VDH das zu, und der Bulldog wäre nicht die erste weniger verbreitete Rasse mit mehreren Vereinen im VDH : z. B. gibt es zwei Vereine für die neue Rasse des 'Weißen Schweizer Schäferhund' und für den 'Rhodesian Ridgeback' !

Schließlich weiß jeder : Wettbewerb verbessert die Produkte! (Wobei es in mir Widerwillen erzeugt, wenn Welpen 'Produkte' genannt werden; aber ich kenne Züchter, die diese Bezeichnung ganz 'normal' finden ... ) Die mit der Zuchtpolitik des ACEB nicht einverstandenen Bulldog-Züchter müssen also - bis auf weiteres - Wege außerhalb des VDH nutzen - obwohl der Präsident des VDH (und andere VDH-Funktionäre auch) wie oben beschrieben sich wiederum für gesündere Bulldogs innerhalb des VDH stark macht.

Damit bin ich bei meinem Anfangssatz : Der VDH erscheint mir in sich selbst völlig zerrissen.
Ich persönlich glaube wie viele andere auch, die Lobby-Verflechtungen im VDH wären ein Fall für 'Investigativen Journalismus'.
(Lobby, Lobby über alles :-((

Das alles heißt in seiner Konsequenz : der Markt muß es richten, und er tut es auch : der Marktanteil der VDH Rassehunde liegt innerhalb der Rassehunde insgesamt, nach eigener Aussage, inzwischen nur noch bei circa 25 %.

Frei nach Zelda Wisdom : 'Du gehst in den freien Markt? Geh weiter!' :-)

Der Englische Bulldog wird zunehmend bei ausländischen FCI-Züchtern oder bei deutschen 'Dissidenz-Vereinen' gekauft. Oder, und das tut mir wegen der in aller Regel augebeuteten Muttertiere weh - im Hundehandel. Alle diese Käufe bergen durchaus große Risiken in sich - nicht weniger als der Welpenkauf bei einem VDH-Züchter! (Mehr über Dissidenz-Vereine und deren Grauzone hin zum Hundehandel, sowie über ausländische FCI-Welpen von deutschen Züchtern, folgt demnächst.)

Letztendlich hilft dem Welpenkäufer nur geduldiges, kritisches Nachforschen, bevor er sich entscheidet - und es hilft ihm einer Propaganda mit großem Züchternamen oder mit großen Champion-Namen - oder mit einem tiefen Preis !!! - nicht ungeprüft zu vertrauen !



Nun Persönliches, denn dies ist ein persönliches Blog ;-)

Heute ist Stu´s und mein Hochzeitstag ! Der 15te.

Im Bild ist die 'Brautjungfer Alma'. Freunde legten ihr zur Feier des Tages eine weiße Schleife um, auf der geschrieben stand :
Hurra, endlich sagen meine Eltern JA
(Als wir heirateten, da lebten wir schon 11 Jahre zusammen ... :-))

Stu erzählt gerne von einer besonderen Vorbereitung zur Hochzeit :

'Ich mußte mir im britischen Konsulat eine Ehetauglichkeitsbescheinigung :-))) besorgen, was immer das war. Der Konsul bat mich dazu alleine - Neli mußte mit Alma im Vorzimmer bleiben - in einen schalldichten und panzersicheren Raum (damit niemand mich beinflussen konnte) und fragte, ob ich 'ganz bei Verstand sei' ("Are you in possession of all your senses ?" (ritualisierte Frage)). Nach meinem 'JA' beschäftigte er sich nur noch mit Fragen nach 'the beautiful Bulldog'. Er war hingerissen von Alma. Bei so einem wunderbaren Bulldog mußte ich ja unbedingt bei Verstand sein, meinte er außerhalb des Protokolls ! :-) Zum Abschied wünsche er zuerst Alma alles Gute, und dann erst mir und Neli :-) DER Konsul war ok !'


Zum Abschluß etwas NOCH Lustigeres :

Im Internet wird unter den Seiten 'China daily' (in Englisch und in Chinesich geschrieben) von einem Mann berichtet, der seinem Hund zum Spaß das Fell färbte - im Muster eines Panda-Bären !

Er wurde auf den Straßen inzwischen schon 36 mal verhaftet !!! Wegen illegalem Besitz eines (streng unter Schutz stehenden) Pandas .... Mal Biologieunterricht für Polizisten gefällig?

Hier der Link zur Seite in 'China Daily'. Dort sind noch mehr Bilder des Chow-Pandas :-).



Samstag, Juli 9, 2005

Once a Bulldog, always a Bulldog (?)

Da dieser Spruch aus England stammt, ist natürlich der Englische Bulldog :-) gemeint. Für Stu und mich gilt er ohne jedes Fragezeichen. Für die allermeisten unserer Bulldogfreunde auch. Aber wir kennen Leute, die die Rasse wechselten, weil sie Unglück mit ihrem ersten Bulldog hatten : er war krank, starb als Junghund; und dieses Schicksal wollten diese Menschen nicht noch einmal riskieren. Seltener wurde/wird der Rasse 'English Bulldog' Abschied gesagt, weil sich Lebensumstände, Partner, ein Hobby oder einfach der Geschmack änderte.

Meiner Beobachtung nach blieben die meisten dieser 'Wechsler' aber dem 'Typ Bulldog' treu. Sie entschieden sich für den Französischen Bulldog, American Bulldog, Continental Bulldog, Olde English Bulldog, Boxer, Bullmastiff, Bullterrier oder auch den Mops - je nach persönlicher Vorliebe, oder auch nach persönlicher Sportlichkeit :-).

Die besondere und geschätzte Sportlichkeit :) unseres Englischen Bulldogs

Das Kernübel dieser Entwicklung liegt nach meiner Beobachtung in England selbst.
Die Zucht des Englischen Bulldogs liegt in West-Mittel-Europa ohne Zweifel sehr im Argen (siehe Mai-Blog). Das Kernübel dieser Entwicklung liegt nach meiner Beobachtung in England selbst; ich schrieb darüber in unseren Berichten über unsere Reisen - mit Bulldogge Wilma - nach Britannien. Der erste dieser Berichte steht in unserer Homepage. Die drei weiteren werde ich in spätere Blog-Beiträge einbinden.

Es gebührt der Schweizer Züchterin Frau Angehrn aus meiner Sicht Dank, daß sie als erste Züchterin öffentlich auf die Mißstände und das Folgeleid der - fast - üblich gewordenen Extremzucht hinwies. (Nebenbei möchte ich auf ihr Buch 'English Bulldog' - siehe Spalte rechts - hinweisen. Es ist ein guter Leitfaden über die Haltung des Englischen Bulldogs.)

In Deutschland schrieben Vertreter des VDH auch schon vor Jahren über diese Fehlentwicklung schlimmer Merkmalsübertreibung, aber weder die Masse der Züchter noch der Richter nahmen das hier ernst. Leider. Frau Angehrn zog die Konsequenzen und begann den 'Alternativen Bulldog' (Kreuzung zwischen Englischem Bulldog und Olde English Bulldog) zu züchten. Ich war damals sehr hoffnungsvoll und schrieb einmal in der Vereinszeitung des 'Englisch Bulldog'- Halterclubs (VdFEB), daß ich hoffe, in ein paar Hunde-Generationen würde jeder Englische Bulldog einen 'Alternativen' in seiner Ahnentafel haben. Die Wirklichkeit aber überholte meine Träume sehr schnell : Dieser Ansatz scheiterte am Widerstand der Zuchtverbände, speziell der englischen. Diese 'Alternativen' wurden - mit anderem Standard - eine andere Rasse. Im Phänotyp erinnern sie mich mehr an den American Bulldog als an den klassischen Englischen Bulldog. All die vielen Mühen und die Kraft, die Frau Angehrn in ihr Zuchtprojekt investierte, nützen und nutzten dem Englischen Bulldog also nichts !

Hinter diesem Ziel stehen wir auch heute noch voll und ganz.
Stu und ich, mein Vater Dr. Bernhard Deermann und Doris Ehrenstein sind Gründungsmitglieder des vor 25 Jahren gegründeten "Vereins der Freunde Englischer Bulldogs e.V." In der Satzung dieses Vereins steht : 'Allgemeine Unterstützung von züchterischen Bemühungen, die der Gesundheit der Rasse dienen, ohne den von der FCI gültigen Standard dabei zu verfälschen.' (§2 Der Zweck des Vereins, Ziffer 2) Hinter diesem Ziel stehen wir auch heute noch voll und ganz ! Das liegt an unserer großen Liebe zum Englischen Bulldog :-) Und daran, daß wir uns dem Wesen des Englischen Bulldogs sehr angenähert haben, oder vielleicht waren wir immer schon so wie er ?? :-) Denn : "Aufgeben gibt es nicht!"
Da also die Anstrengungen von Frau Angehrn sich zu einer anderen Rasse verselbstständigt haben - noch einmal : leider - müssen andere Wege gesucht und begangen werden, der quälenden Extremzucht beim Bulldog beizukommen.

Welche Wege zur Zuchtverbesserung können das sein ?
Was kann ich persönlich dazu beitragen, da ich ja nicht züchte ? Diese Frage stellte sich mir.
Denn den Englischen Bulldog einfach vergessen, sozusagen abhaken, das kann ich nicht.

Da ich gern und viel schreibe (kleine Eigenwerbung für mein Buch :-) lag es für mich nahe, eben für (und damit auch über) den Englischen Bulldog zu schreiben.

Das 25 Jahre lang von mir gestaltete 'Bulldog Blatt' für den 'VdFEB' hatte nur einen sehr kleinen Leserkreis : zuletzt 40 Exemplare pro Ausgabe, 6mal im Jahr. Um den Leserkreis zu vergrößern lag es nahe online zu gehen. So entstand die Idee dieses 'Bulldog Blog' - denn damit erreiche ich sehr viel mehr Menschen als der Verein Mitglieder hat. (Inzwischen haben wir im 'Bulldog Blog' typischerweise 100 Besuche pro Woche.) Ich verbinde mit meinem Schreiben hier im Blog die Hoffnung, daß es ein wenig zum Umdenken beiträgt: nicht Geld und Ausstellungserfolge sind anzustreben, sondern die Liebe des Bulldogs zu uns, die müssen wir ihm mit Zucht-Maßnahmen zugunsten seiner Vitalität zurückgeben.

Und es gibt Hoffnung : wir haben schon einige gesunde, unoperierte, im Wesen ausgeglichene, kluge, und im Sinne des Standards wirklich schöne Rüden (Hintergrundbild BigJim von Familie Riedel) in Blog Beiträgen vorgestellt. Sie würden fast jede Zucht bereichern.

Wir werden auch einige wenige Züchter vorstellen von denen wir wissen, daß sie nie (wissentlich) mit am Gaumensegel, am Auge, an den Nasenlöchern oder der Nasenfalte, an der Hüfte, am Knie, am Ellebogen ,..., an der Rute operierten Hunden gezüchtet - und damit Welpenkäufer über die 'Gesundheit' der Elterntiere getäuscht haben. :-( Diese wegoperierten und damit 'unsichtbaren' Qualmerkmale sind erblich ! Sie haben gutgläubigen Bulldogwelpen-Käufern oft und viel Leid gebracht - nicht nur den Hunden selbst ! Aber das Züchten mit operierten Hunden ist nur einer von mehreren schlimmen Fehlern, die ein solider Züchter eben NICHT macht. Genug für heute, mehr in späteren Beiträgen.



Es grüßen ganz herzlich:

Theo-Herz:-) aus Dessau und Kraftprotz:-) Anton aus Bellenberg

Zum Schluß möchte ich mich bei allen Bulldog Blog - LeserInnen bedanken, die mir gemailt oder mich angerufen haben mit der Aufforderung :
'Mach weiter so !' ... 'Das 'Bulldog Blog' ist informativ, interessant, amüsant, lesenswert, super, toll, schön, ... ; ... es ist mehr als eine Entschädigung für das 'Bulldog-Blatt', ...'

Danke, danke liebe Freunde und Freundinnen !
Eure Rückmeldungen freuen mich sehr - und motivieren gewaltig :-).

Nebenbei, das Schreiben der Blog-Beiträge verkürzt und erleichtert mir auf beste Weise auch mein 'Warten auf Frieda'. :-))))) (Fast so schön wie eine Hawaii-Reise, siehe Bildtext beim Foto oben mit Stu, Wilma-klein und mir ;-)

Euch allen ein wunderschönes Wochenende, Cornelia


Donnerstag, Juli 7, 2005

Mit Hund bloß nicht nach ... !

Im Juni-Blog schrieb ich über 'Urlaub mit Hund' in Skandinavien, Brittanien und Mittel-West-Europa. Heute schreibe ich über Erfahrungen in Spanien und Portugal. Um es vorweg zu sagen : Spanien war ein Albtraum ! 'Hier kommt man eher mit Pferd ins Hotel als mit Hund' , sagte uns damals (1980) ein Einheimischer. Heute ist es nur unwesentlich besser dort.

Wir flogen mit der Foxi, unserem Kleinflugzeug (einmotoriger Viersitzer), über Frankreich bis hin nach Bayonne am Atlantik, nahe vor der Grenze zu Spanien. Unser Ziel war Lissabon, aber das war für einen Tagesflug zu weit für die Maschine. Am nächsten Tag dann im Tiefflug den Golf von Biskaya entlang - einer der schönsten Flüge meines Lebens. Diese Küste ist so großartig ungebändigt und schön : Hochgebirge mit Schnee auf den Gipfeln, wilde Flüsse mit leeren Sandstränden an ihren Mündungen, Felszacken im Meer wie Riesenhaifischzähne. Weder mit dem Schiff noch mit dem Auto kann man diese wilde, gefährliche Küste in ihrer natürlichen Unberührtheit so nah erleben wie im Tiefflug. Wir waren glücklich, und Sarah schlief zufrieden.

Ich versteckte mich mit Sarah, ...
Dann Lissabon : Wir brauchten ein Hotelzimmer und einen Leihwagen. Herrlich naiv waren wir, weil wir dachten: Portugal ist ja Europa, alles wird problemlos sein. Die Touristen-Info besorgte uns mit Mühe ein Zimmer mit 'Hundeerlaubnis'. Ich versteckte mich mit Sarah, während Stu ein Auto 'nur für sich' mietete... Nach einigen schönen Tagen dann zurück - in der ersten Etappe die portugisische Atlantik-Küste entlang zur alten Pilgerstadt 'Santiago di Compostella' in Galizien, Nord-Spanien.

Wir kamen dort am Flugplatz am frühen Abend an. Der Platz liegt weit außerhalb der Stadt, ziemlich klein und einsam am Atlantik gelegen. Wir riefen ein Taxi an, um uns in die Stadt bringen zu lassen. Nach circa 40 Minuten kam das Taxi, der Fahrer sah Sarah, und er schimpfte los, warum wir nicht gleich gesagt hätten, daß wir einen Hund:-( dabei hätten, dann wäre er erst gar nicht gekommen. Jetzt müsse er uns mit Hund mitnehmen, sonst wäre sein Verlust viel zu groß ...
Unsere Laune sank..:-(((

In der Stadt baten wir den Taxifahrer uns zu einem zentralen Mittelklassehotel zu fahren. Er grunzte und meinte mit schrägem Blick auf Sarah: 'Die nehmen alle keinen Hund!'. Leider hatte er Recht. Gut, dann muß Geld es richten: entweder also ein ganz teures Hotel oder aber ein ganz billiges Hotel - plus viel Trinkgeld - wählen. 'Zum Teuersten dann!' knurrte Stu. Er ging in den Prachtbau und kam bald mit wenig erfreuter Miene zurück: 'Die haben schon einen Gast mit Hund, und zwei nehmen sie nicht!:-(((( Das zweitteuerste Hotel war (wohl wirklich) ausgebucht. ....

Der Kulturschock war offensichtlich auf beiden Seiten.
Unser Taxifahrer sah meistens auf seinen Taxameter, und seine Miene erhellte sich so langsam. Also jetzt zu den billigsten Hotels. Aber darin stieß Stu jedes Mal auf gewaltigen Zorn: 'Das ist Schweinerei, ein Hund im Zimmer!' Der Kulturschock war offensichtlich auf beiden Seiten. ... Wir überlegten, ob wir uns zurück zum Platz bringen lassen sollten, Sarah in der Foxi lassen, und dann wieder zurück in die Stadt um zu übernachten. Aber wir entschieden dagegen, wir wollten Sarah dort lieber nicht alleine lassen, denn sie war ein ängstlicher Hund... Der Taxifahrer wußte in der Stadt kein weiteres Hotel mehr, es war inzwischen 12.00 Uhr Mitternacht, und er bat uns am Bahnhof auszusteigen. Wir waren ratlos und taten es, weil uns auch nichts Besseres einfiel.

Da saßen wir nun auf einer Bank im Bahnhof, Stu heulte vor Wut, ich lachte hysterisch und Sarah knurrte. Nach 10 Minuten funktionierte unser Verstand wieder: an Bahnhöfen gibt es immer Abstiegen, versuchen wir es da! Stu ging zu Fuß los, Sarah und ich warteten auf der Bahnhofsbank. Nach einer halben Stunde kam Stu entschlossen zurück: 'Wir haben was bei einer Zigeunerin. Ich zeigte 50 Mark Trinkgeld, und sofort liebte sie Hunde!!!'

Um es kurz zu machen : unter dem Kopftuchrand der Vermieterin krochen Läuse, und sie stank unter ihren 5 Röcken hervor. Wir legten uns im Parka - Kapuze hoch und Schuhe an - auf die Tagesdecke des Bettes, Sarah in der Mitte. Sie war die einzige von uns, die schlafen konnte. Am nächsten Morgen besorgte Stu wieder allein einen Leihwagen, und wir fuhren für ein paar Stunden an einen traumhaften Strand zum Erholen von dieser Nacht. Das Wetter war toll : Juli-Sonne und Wind. Sarah spielte mit den Wellen :-)

'Ich tausche sie gegen meine zwei Dt. Schäferhunde - plus 50 Liter Sprit - Sprit SUPER !'
Wenigstens ein bulldogfreundliches Erlebnis hatten wir aber an diesem einen Tag in Spanien: Wir wollten tanken, doch dazu kamen wir erst mal gar nicht : der Tankstellenbesitzer redete nur begeisternd gestikulierend und auf Sarah zeigend auf uns ein. Dann bedeutete er uns zu warten, verschwand kurz und kam mit drei Freunden wieder zurück. Allgemeines Entzücken über unseren Englischen Bulldog. Fragen : 'Welche Rasse? - Beißt er? - Ist er ein Rüde? - Wie heißt sie? - Wie alt ist sie?' Nach einer kleinen Beratung mit seinen Freunden strahlte der Tankstellen-Besitzer uns hoffnungsvoll an und erklärte ganz ernst: 'Ich tausche sie gegen meine zwei Deutschen Schäferhunde - plus 50 Liter Sprit - Sprit SUPER !'

Auf dem schönen Marktplatz der Stadt aßen wir später in einem Straßen-Restaurant zu Mittag. Eine junge Holländerin malte Portraits von den Leuten dort. Sie sei Kunststudentin, erzählte sie uns. Für nur 10 Mark zeichnete sie Sarah : ein 'menschliches' Portrait. Wir hatten genug von Spanien und flogen nachmittags in die Schweiz zurück, immer den Mont Blanc in Sicht.


Jahre später in den Pyrenäen

Acht Jahre später flogen wir im Sommer nach Lourdes, um von dort aus mit dem Leihwagen in die Pyrenäen zu starten. Die spanische Seite dieses Gebirges ist unglaublich schön und Flora und Fauna sind ganz ursprünglich erhalten. Es gibt dort vereinzelt sogar noch Bären - wir sahen aber keine. Die französische Seite dagegen ist ähnlich bevölkert und 'durchzivilisiert' wie die Alpen. Wer vom Menschen unbeeinflußte Natur liebt, dem empfehlen wir die spanischen Pyrenäen, besonders das Tal des Ara und den Nationalpark 'Ortesa' sehr.

Wir hatten uns darauf eingestellt, mit Alma nicht auf der spanischen Seite übernachten zu können. Deshalb starteten wir unsere Reise von Frankreich (Lourdes) aus. Wir fuhren jeden Abend aus Spanien zurück und ein paar Meter nach Frankreich zum Übernachten hinein, und jeden Morgen wieder in die spanische Wildnis zurück. Wir fragten zwar in den wenigen Hotels auf der spanischen Seite immer mal wieder nach einem Hotelzimmer, aber wir wurden nur angesehen, als wären wir 'Spinner' oder zumindest hündische 'Dreckfinken' :-(. Diese Grenze zwischen Frankreich und der spanischen Halbinsel erschien uns als Grenze zwischen Europa und Nichteuropa, so stark war dieser Kulturbruch in Bezug auf Haustiere.

Da Restaurants in Spanien natürlich auch keine Hunde erlaubten, machten wir mittags Picknick, das war toll, einfach romantisch. Alma genoß diesen 'Tisch auf Hundehöhe' sehr. Im Bild spielt sie nach fertiger Mahlzeit :-) im Bach.
Unser Tip : diese Gegend ist ideal für eine Reise mit Wohnmobil !



Zum Abschluß : Lustig - nicht nur aus heutiger Sicht ;-)

Aus der 'Tierbörse 1899' und '1900' :

Zu verkaufen schöner junger Haushund,
schwarz mit weißer Brust, folgsam und geflügelfromm, zu dem billigen Preis von 40,- Mark; derselbe ist das Doppelte wert !

Zu verkaufen schön gezeichneter Neufundländerhund, Größe 76 cm, ist treu und wachsam, zudem noch vertraut, kann gut ziehen, wäre für einen Metzger geeignet, er treibt auch gerne.



Dienstag, Juli 5, 2005

Bulldog-Postkarten einst und jetzt

Heute Kostproben aus dem (leider vergriffenen und nur noch bei amazon antiquarisch erhältlichen Buch) von Heiko Gebhardt 'Hunde lassen grüßen'. Es zeigt eine Sammlung komischer bis satirischer Hunde-Postkarten aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts. (Die 1. Postkarte der Welt wurde übrigens 1870 in Deutschland verschickt.)

Der mit Abstand häufigste Hund auf diesen Karten ist der Dackel; dann folgen Mops und Bulldog. Dagegen sind Struppis, Schlappohren u.a. 'Normalhunde' meist nur als 'Statisten' eingebunden.

Der Dackel ist auf diesen Karten fast immer Abbild des fleißigen und klugen Bürgers, oft listig - oder auch überlistet :-). Der Mops dagegen spielt mehr die Rolle des harm- bis hilflosen, aber immer freundlichen Zeitgenossen. (Siehe Titelbild des Buches)

Es gab damals nur sehr wenige Bulldoggen in Deutschland (vergleiche Juni-Blog: 'Hans Drechsel erzählt'). So gesehen ist der Bulldog auf deutschen Postkarten aus dieser Zeit überproportional oft vertreten. Ein Grund dürfte sein, daß er eben 'ein Charakter' war (und ist). Möglicherweise haben diese oft lustigen und spöttischen Zeichnungen von ihm geholfen, daß er hier im 'Dackelland' :-) bekannt, beachtet und von einigen sogar geliebt wurde (und wird !).

Zum einen ist der Bulldog Abbild des Genußmenschen wie z.B. des Trinkers (siehe Bild oben links), Rauchers, Wirts oder Lebemanns (heute Playboy genannt).

Zum anderen stellt der Bulldog auf diesen Karten Autoritäten dar - z.B. Förster (siehe Bild oben rechts), Polizist, Lehrer oder Jäger - oder er versinnbildlicht einfach persönliche Kompetenz und Autorität. Auf den Bildern unten sehen wir ihn als tüchtigen Meister seines blutigen Handwerks, und daneben ist er der gleiche Herr, der an der Würde seiner Erscheinung durchaus interessiert ist. In beiden Karten ist der Kontrast zu den anderen Hunden augenfällig : diese sind vom Maler klein und eher 'irgendwie herummachend' dargestellt. Der 'starke Typ' der Gruppen ist unser Bulldog ! (Welcher Bulldogbesitzer kennt diese Situation nicht? Ich meine auf der realen Ebene, nicht nur der symbolischen ? ;-))

Zum dritten stellt der Bulldog fast immer Männer dar (die Zeit war ja noch ziemlich patriarchal). Nur eine Postkarte in dieser Sammlung zeigt weibliche Autorität : das ist ausgerechnet die Schwiegermutter!!! Und weibliche Genußsucht gab es in der 'political correctness' jener Zeit sowieso nicht. ...

Bulldog-Karten heute

In den Jahren 200X, circa 100 Jahre später, wird der Bulldog immer noch gern als Symbol einer genüßlichen bis hedonistichen Lebensführung gewählt. Sicherheit, Schutz und Kompetenz versprechende Autorität symbolisiert er auch immer noch; bloß nicht mehr primär amtsgebunden, sondern meistens produktbezogen.

Zusätzlich wird heutzutage der Bulldog oft als Symbolgestalt gewählt, um mit ihm die gesamte Lebensspanne des Menschen auf ironisch-liebevolle Weise zu verkörpern :
Liebe - Kinder - Hausbau - Urlaub - Freundschaft - Hobby - Spiel - Abenteuer - Älterwerden


Ebenso dient der Englische Bulldog heute als Foto-Darsteller der großen Spannweite menschlicher Wesenszüge, menschlicher Erfahrungen, sowie menschlicher Angst und Sehnsucht. Er vereint die Sinnbilder von 'Kind' (Kindchenschema-Kopf) und 'Alter' (Runzeln) in seiner Erscheinung. Er ist nicht mehr 'nur Hund', er ist ein Kulturträger geworden.

Dies Bild hängt bei uns im oberen Flur. Stu fotografierte es zufällig so, daß die Licht - Reflektionen aus dem Dachfenster ganz auf das 'Engelchen' fielen. Jetzt sieht es so aus, als käme es direkt aus dem Himmel :-)))) 'They sent me, the other angels were busy' sagt es ....

Das Teufelchen links im Bild meint : 'Going through hell. Keep going.' Und der Schmuse-Bulldog in der Mitte weiß : 'A friend is always there for you.'


Samstag, Juli 2, 2005

Bulldogs in den USA

Wenn man in den USA vom 'Bulldog' spricht, dann ist der Englische Bulldog gemeint. Er ist, wie ich schon schrieb, dort wirklich sehr beliebt. Das Welpenaufkommen pro Jahr liegt bei mehreren Tausend! Bei einer solch starken Population ist es viel einfacher - als bei unserer schmalen europäischen Zuchtbasis - gesunde Tiere zu züchten.

Vieles läuft in den USA anders ab als bei uns. Ich beginne einmal mit der Preispolitik :
In Deutschland wollen die Züchter in aller Regel den gleichen Preis für jeden Welpen eines Wurfes, gleichgültig wie robust oder wie 'gut im Sinne des Standards' der jeweilige Welpe ist. Das erzeugt bei Käufern oft die Illusion, daß jeder Welpe eines Wurfes mehr oder weniger gleich 'gut' sei, da gleich teuer. Ich habe auf Ausstellungen schon fassungslos enttäuschte Bulldogbesitzer erlebt, weil ihr Junghund z.B. nur ein 'gut' bekam, obwohl der Vater ein Champion war : genetische Vererbung und Vitalität geschieht eben nie 'gerecht' verteilt . Und eine Preispolitik, die diese Wirklichkeit nicht berücksichtigt, halte ich für unredlich!

Fotos : Nachdem ich gesunde und aus meiner Sicht sehr geeignete Zuchtrüden aus Rußland (BigJim und Delius), aus Tschechien (Fero), und aus Österreich (Bonzo) vorstellte, hier nun der USA-Rüde Dreamboy, im Bild oben 5 Monate, im Bild links 6 Monate alt. (... Mir fällt auf, so langsam sollte ich auch einmal Hündinnen vorstellen ;-) ... Der schöne, erfinderische (Foto oben) und so stürmisch verschmuste :-) 'Goombas Dreamboy' gehört Birgit Braum. Ich besuchte Birgit im April, speziell um Dreamboy persönlich kennenzulernen. Er bestätigte mir Stus und meinen Entschluß, daß es die Mühe und die Kosten lohnt, uns Frieda aus dem gleichen Zwinger in den USA zu holen. Der Besuch bei Birgit hat mir nach Wilmas Tod gut getan : er war - wie immer - ein Herzensbad in Bulldogs :-). Auch, daß sie so viele wirklich alte Bulldogs hat, rührte mich sehr.

Doris Ehrenstein, Birgit Braum und Stu und ich haben uns nicht nur für den Goomba-Zwinger entschieden, weil es dort gesunde und schöne 'klassische Bulldogs' gibt, sondern auch weil diese Hunde sehr klug und so ganz besonders lieb im Wesen sind ;-).
Zu Hotshot (Dreamboys und Bertas Vater und Friedas Großvater) sagte einmal ein Richter auf der Ausstellung : 'Du gewinnst ja allein schon durch deinen Charme!' :-))) ...

In den USA trennen viele Züchter die Welpen eines Wurfes in 'Pets' und in 'Showdogs' ein.
'Pet' meint einfach 'Haustier' und die Bezeichnung 'Schau-Hund' heißt hier schlicht : typisch genug, um damit zu züchten. Der Preis zwischen diesen Kategorien innerhalb eines Wurfes ist oft enorm: $ 500 bis $ 1000 ! Wer also nicht züchten will, und wer auch nicht unbedingt eine 'Standard-Schönheit' im Haus haben möchte, der kann sich in voller Absicht und Klarheit ein Bulldog-Pet kaufen, ohne dafür einen Superpreis zahlen zu müssen. Das ist doch fair, oder?

Diese Preisdifferenzierung hat auch Vorteile für den soliden Züchter :
'Pets' (also Hunde, die für die Zucht nicht typisch genug sind) werden von ihm oft nur verkauft unter der Vertragsbedingung, daß der neue Besitzer sie kastrieren läßt; oder sie bekommen von vorne herein nur eine Zuchtbuchregistrierung, aber keine Stammtafel. Ein auf seinen Ruf und sein Ansehen bedachter Züchter gibt auch einen 'im allgemeinen Sinne des Standards schönen' Welpen dann als 'Pet' ab, wenn dieser Welpe z.b. einen nach innen gedrehten Wirbelschwanz oder sonstige negative Extremprägungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen, hat. Die Preise eines Bulldogwelpen aus einer AKC-Zucht - A(merican) K(ennel) C(lub) - entspricht bei uns einer FCI-Zucht - sind sehr unterschiedlich. Eine Faustregel: je konsequenter die gesundheitliche Auswahl der Zuchttiere, um so teurer die Welpen. Manche Zwinger machen DNA-Test der Welpen als Abstammungsgarantie, andere geben den Durchmesser der Luftröhre der Elterntiere an, manche lassen auf HD röntgen - und manche machen all dieses und noch mehr. Der potentielle Welpenkäufer kann sich in den USA wirklich schlau machen, bevor er sich für einen Zwinger und einen Welpen entscheidet.



Klaus, happy birthday to you, welcome in the 'Club X0' :-)

Für Dich in Alaska ist es jetzt noch der 1. Juli!

Prost (mit Grappa) auf Dich !

Naja, hoffentlich schützt Dich das Alter auch weiterhin vor Torheit;-))) nicht.

Las Vegas oder so ...

Tolles Fliegen und dicke Bulldogliebe wünschen Dir weiterhin Cornelia und Stu.



Noch ein Geburtstag - diesmal einer der Bulldogart

Hallöchen! Hier der Beweis, das Emma aus einer verrückten Hundefamilie kommt!! :-) (siehe Fotos!) Christine Eichs Hundeschar beim Geburtstag von Oskar - der bereits 11 Jahre (!!) wurde!
Lieben Gruß, Alexandra Nolte


Zum Abschluß ein Hinweis : Hunde-Festival am Ammersee

Vom 29. - 31. Juli findet im Schloss Greifenberg das '1. große Hunde-Lifestil Festival' statt. Tolles Programm und schöne Gewinne zeigt der Bulldog von und bei Adel :-); diesen Hinweis fand ich im Magazin 'Partner Hund'. Alles Nähere findet Ihr hier im Internet.

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Cornelia Savory-Deermann

Cornelia
Savory-Deermann
, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit 33 Jahren Englische Bulldoggen. Jetzt sollen die Bulldoggen hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Eure Bulldog -Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen.


Frieda
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geb. 30. Mai 2005 (Memorial Day)

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