Cornelias 'Bulldog Blog' ...

Mittwoch, Januar 30, 2008

Der "Gute-Laune-Hund" und fantastische Bilder

Heute geht es um die Talente unserer Bulldog-Freundinnen Melanie und Claudia Pfersich!

Claudia Pfersich-Schöneshöfer ist eine sehr begabte Malerin, so wie ich es sehe.

Ihre in Schwarz- und Grautönen gehaltenen Gemälde machen den Wesenskern des gemalten Bulldogs sichtbar, möglicherweise auch gerade durch diese Farbreduktion. Keine Ablenkung durch Farbspiele oder durch Nebensächliches - es geht nur um den Blick und die Gefühle, mit denen dieser Bulldog - in seiner (wörtlichen) Größe, die Welt - und uns - betrachtet.

Knut, Claudias eigener Bulldog, strahlt auf dem Gemälde links Entschlossenheit, Mut, Selbstbewußtsein und auch Ernst aus; ein Pol der Ruhe und Zuverlässigkeit.

Hier noch ein Foto, das während des Schaffensprozesses entstand.

Inzwischen ist auch das Gemälde von Olly, der Claudias Zwillingsschwester Melanie gehört, fertig. Olly ist ein gutmütiger, unaufgeregter und fest in sich ruhender, sanfter und zurückhaltender Bulldog - und dies alles kommt für mich im Gemälde zum Ausdruck. Sein Charme (Frieda würde es Sex-Appeal nennen ;-) liegt in seiner Kraft und Ruhe. Man könnte auch an einen "Big Boss" bei seinem Anblick denken.

Als nächsten Bulldog hat Claudia das 9-monatige Käthchen von Rafaela Schuda gemalt. Sie kennt Käthchen nicht persönlich, sondern nur von unseren Erzählungen und von vielen Fotos her. Um so bewundernswerter ist das Ergebnis!

Käthchens starker Lebenswille und ihr intensives Lebensgefühl, ihre unerschrockene Aufmerksamkeit und ihre mutige Beharrlichkeit, ihre bedingungslose Bindung an ihren Menschen, all das sehe ich in ihrem Gesicht, so wie Claudia es erkannt und erkennbar gemacht hat.

Die Bilder bekommen alle von Claudia eine farbige Kante gemalt, bei Käthchen ist sie rot.

Nach meinem Gefühl gibt solch ein Rand jedem Bild einen hintergründig vitalen, stimmungsvollen, witzigen oder auch pop-artigen Touch :-)

Als nächstes Projekt hat Claudia gerade ein Gemälde von Uschi und HansPeter Pfersichs Charlotte gestartet; hier der derzeitige Zwischenstand.

Und für den Herbst, wenn Kosmo 1 1/2 Jahre alt und sein Kopf so in etwa ausgewachsen ist, habe ich ein Gemälde von ihm bestellt :-) Natürlich werde ich diese Gemälde dann hier im Bulldog-Blog zeigen!
Vielleicht malt Claudia ja dem einen oder anderen von Euch auch solch ein Bild von seinem Bulldog :-)

Der Gute-Laune-Hund :-)

Melanie Pfersichs besonderes Talent liegt im Erzählen und Schreiben kleiner Geschichten, die sich durch subtilen und stillen Humor auszeichnen :

"Ich komme gerade mit Claudia, Knut und Olly vom Gassi (Charlotte war schon), da hatten wir eine sehr nette Begegnung.

Wir wurden am Ende unserer Runde vom Hund des Bauern (ohne Bauer) begleitet. Ein älteres Ehepaar kam auf uns zu und fragte uns, ob es ein Labrador sei. Ich sagte der Hund gehöre nicht uns, und so fragten sie erneut Claudia, die einige Meter weiter Knut schon im Auto verstaute, ob es ein Labrador sei. Auch Claudia sagte, "der Hund gehört nicht zu uns." Ich meinte dann, es sei ein Berner Sennenhund und kein Labrador. Die ältere Dame meinte, der Meinung sei sie auch und schaute ihren Mann an, als wolle sie sagen, "siehst Du, habe ich doch gleich gesagt".

Dann kam die Frage an mich bzw. Olly, "wer bist Du denn?" die Blicke fielen auf Olly. Ich sagte nur, "das ist Olly, ein English Bulldog" und wartete die Reaktion ab. Der Mann meinte, "ja, das sieht man". Die Frau fragte, ob dies die Hunde seien, die auch die Queen hat, schaute Olly an und lächelte. "Das ist ein Gute-Laune-Hund" meinte sie. "Haben Sie nicht immer gute Laune, wenn Sie dieses Gesicht sehen? Also wenn ich morgens in so ein Gesicht sehen würde, dann hätte ich den ganzen Tag gute Laune." Nun meinte Claudia, "wir haben noch einen davon, da, im Auto."

Das Ehepaar war begeistert. Nun guter Laune zogen sie winkend weiter. Und schon hatten auch wir richtig gute Laune."



Liebe Cornelia,

bei Uli Stein "Notizbuch" ist Emma wieder abgebildet,

am 26.01.! Damit Du wieder was zum Kichern hast. Alles Liebe, Kathrin und Emma

Danke für Deinen Tipp, Kathrin :-))


Montag, Januar 28, 2008

Der Bulldog in den USA :

Seit 75 Jahren wieder unter den TOP 10 !


Klaus Steigler, Herrchen von Berta und Willie aus Alaska/USA, schickte und diesen Link zu den CNN-Nachrichten in USA. Danke Klaus :-)

Die Nachricht "Der Bulldog ist wieder unter den TOP 10" wurde als Video gebracht. Die Sprecherin des AKC, Lisa Peterson, erzählte, das letztemal sei ein Bulldog 1935, also vor 75 Jahren, unter den TOP 10 gewesen. 1915 war er auf dem 5. Platz, und in 2007 ist er auf den 10. Platz hochgerutscht. Das freut uns sehr :-))

Lisa erzählt im Video etwas über das Wesen des Bulldogs: er ist anpassungsfähig an städtische sowie ländliche Wohnbedingungen, ist ein großer Schmuser, braucht nicht viel sportliche Betätigung, liebt Kinder. "Dann ist er ein glücklicher Hund :-)"

Die Rangliste der TOP 10 wird vom AKC, anhand der dort gemeldeten Hundebesitzer, ermittelt. Zum AKC informiert Lisa u.A., dass die Mitgliedsbeiträge Stiftungen und Forschungsinstituten zugute kommen, welche sie auch im Einzelnen nennt.
Der AKC ist in etwa dem VDH vergleichbar; er ist meiner Einschätzung nach aber für die Hundewelt in USA bedeutsamer, als der VDH es heutzutage für Deutschland (nur 20% Marktanteil in D) ist. Außerdem glaube ich nicht, dass der VDH Forschungseinrichtungen finanziell unterstützt. Sollte ich mich hier täuschen, bitte ich um Korrektur.

In Los Angeles steht der Bulldog auf Platz 2 der TOP 10 !

Los Angeles, das heißt auch Hollywood:

  • George Clooney hat einen 10 Jahre alten Bulldog Bulldog namens Lou. Er kaufte Lou und Bud Ende 1997, wie ich beim Googeln herausfand. Die Züchterin Boo (Michigan) sagt:
    "Er hatte immer schon Bulldogs. Lange Zeit suchte er jetzt, um die Richtigen für sich zu finden."
    In 2006 starb Bud. Clooney zu "USA Today":
    "It's strange how animals become a big part of your family. They really become a big issue with you." ..."I remember how sad I felt when my Bulldog George died. They are such wonderful characters and much more interesting than a lot of people."

  • Der Komiker und Autor Adam Sanders hat eine Webseite für seine Bulldogs Matzoball und Meatball eingerichtet, von der aus viele Bilder und auch viele lustige Videos über die Beiden angeklickt werden können.
    Rafaela Schuda erzählte mir: Zu seiner Hochzeit wollte Sanders seinen Bulldog in der Kirche dabei haben. Wegen der "Haarerei" wurde das nicht erlaubt. So ließ Sanders einen Bulldog-Frack maßschneidern, keine "Haarerei-Probleme" mehr, sein Bulldog durfte mit in die Kirche!
    Rafaela fand noch DIES in einem Forum. Sie schreibt: "Die Leute machen sich darüber lustig, wie er seine Tochter füttert : genau so "stark" wie seinen Bulldog."

Unten noch ein herrlich gelungener Schnappschuß, der gute Laune macht, weil er den Spaß im Umgang mit einem Bulldog zeigt :-). Er ziert eine Hauptseite der "Anchorage Daily News" im Dezember 07. Der auf diesem Bild-Ausschnitt "abgeschnittene" Text (oben rechts) dazu:

"Schauspielerin Drew Barrymore bekam einen Überraschungsbesuch von Hugo, dem Hund unseres Fotografen."
Danke Doris und Klaus für´s Zuschicken der Seite!

Der Bulldog in der amerikanischen Werbung

Der Bulldog ist in USA ein ganz beliebter Werbeträger - inzwischen besonders in Werbespots im Fernsehen. Melanie Pfersich schickte uns gerade ein Werbebild mit ihm aus der "Business Week" : der 'Steuern-Spar' Tipp ;-) Danke Melanie!

Und noch ein "Fundstück" von Familie Pfersich: "Check-in am Lufthansa-Schalter in Mailand : Bald auch für Flüge in die USA ?"


Samstag, Januar 26, 2008

Heute erinnert sich Gastbloggerin Sabine Kilgus

Eine "Not-Bulldogge",

eine Liebe mit Risiken und Nebenwirkungen

Unser George ist tot. Er wurde nur sieben Jahre alt.

Vieles aus seiner Vergangenheit liegt im Dunkeln, denn wir haben ihn am 30. Oktober 2005 von einer privaten Tierschutzorganisation übernommen, die uns über seine Vorgeschichte nicht allzu viel berichten konnte. Man erzählte uns, er sei auf Budapests Straßen aufgegriffen worden und kam auf eine Pflegestelle. Sein Halter - ein "Züchter" Englischer Bulldoggen - konnte ermittelt werden und behauptete, George sei ihm gestohlen worden. Er brachte ihn kurze Zeit später wieder zur Pflegestelle zurück und gab ihn zur Vermittlung frei. George, so seine Begründung, habe eine wertvolle Zuchthündin so sehr gebissen, dass er sie nicht mehr für die Zucht verwenden könne.

George lebte dann etwa acht Wochen auf besagter Pflegestelle in Ungarn, bis er nach Deutschland ausreisen und an uns übergeben werden konnte. Wir hatten ihn im Internet entdeckt. Seine Beschreibung im Begleittext lautete: "George, fünf Jahre alt ist anhänglich und freundlich. Er hat aufgrund von schlechter Haltung und Mangelernährung Hautprobleme, die aber tierärztlich behandelt werden."

Kaum hatten wir im Familien- und Freundeskreis von unserem bevorstehenden "Elternglück" berichtet, wurden kritische Stimmen laut: "Wisst ihr überhaupt, was ihr euch da antut? Man weiß doch gar nichts über seine Vergangenheit! Durch die Blume wurde uns signalisiert, dass man uns bis dahin für halbwegs vernünftig gehalten hatte, wir jetzt aber anscheinend den Verstand komplett verloren hatten.

Und - in der Tat - wir waren naiv. Zwar hatte ich keinen Zweifel daran, dass sich George nicht gut eingewöhnen würde. Was wir aber deutlich unterschätzt hatten, war sein Gesundheitszustand oder besser: Krankheitszustand.

Am herbeigesehnten Tag der Übergabe ereilte uns frühmorgens ein Anruf der Tierschützer. George sei "schwer erkrankt", man sei noch in Budapest. Auf meine bange Frage, ob er denn transportfähig sei, hieß es: Doch, man denke schon, aber er müsse in Deutschland sofort zum Tierarzt. Unsere Vorfreude bekam einen schweren Dämpfer. Aber einen Rückzieher zu machen war undenkbar. Also fuhren wir mit gemischten Gefühlen los.

Am frühen Nachmittag erreichten wir den Bauernhof der Tierschutzorganisation. Vor dem Tor einige Autos, einige Menschen und Hunde. Im Schatten war ein Kombi geparkt. Man führt uns zum Auto. In einer Box lag George. Er kroch sofort aus der Box, als er dazu aufgefordert wurde.

Das erste, was ich sah, war ein wunderschönes Bulldoggen-Gesicht. Es folgte ein ausgemergelter Körper, das Rückgrat aufgebogen, alle Rippen sichtbar. Extrem krumme Beine. Er stank entsetzlich. Er wog 17 kg. Ich streichelte ihn hilflos mit dem Zeigefinger, für ein Streicheln mit der ganzen Hand schien er mir zu zerbrechlich. Gemeinsam staksten wir durchs feuchte Gras auf einer Wiese, während sein neues Herrchen die Formalitäten regelte.

Die lange Fahrt nach Hause verbrachte er größtenteils auf der Rückbank stehend, sich unablässig die Lippen leckend. Zuhause zeigten wir ihm all seinen Besitz: Körbchen, Kissen, Spielsachen. Und er testete, bis auf die Spielsachen, alles. Spielsachen kannte er wohl nicht.

Die erste Nacht verbrachte ich auf dem Sofa, er auf seinem Kissen am Boden. Sie war erwartungsgemäß kurz, diese Nacht. George übergab sich ständig. Am nächsten Morgen nahm ich ihn zu mir aufs Sofa und wir holten gemeinsam ein wenig Schlaf nach.

Der Besuch beim Tierarzt am selben Tag war im Ergebnis niederschmetternd: Schwere Lungenentzündung, eitrig entzündete Zwischenzehenzysten, Mittelohrentzündung, total unterernährt. Überlebenschancen zwischen 20 und 30 Prozent. Also Antibiotikum-Gabe und diverse andere Medikamente.

In den ersten Wochen konnte ich über unseren Hund nur so viel sagen: Er schlief den ganzen Tag, weigerte sich beharrlich, auch nur einen Meter Gassi zu gehen, erbrach auch die kleinsten Portionen seines Futters und pinkelte mehrfach am Tag in die Wohnung. Der Tierarzt, bei dem wir mittlerweile Dauergast waren, empfahl uns schon, ihm Babywindeln anzuziehen.

Rückblickend empfanden wir es als größte Belastung, nicht zu wissen, ob er es schaffen würde. Wir konnten ihn in diesem Zustand nicht mit zur Arbeit nehmen und hatten immer Angst davor, nach Hause zu kommen.

Kurz vor Weihnachten 2005 hatte unser tapferer Kämpfer es allem Anschein nach geschafft: Er hatte trotz des anhaltenden Erbrechens zwei Kilogramm zugenommen. Er ging immerhin ca. 10- 15 Minuten spazieren, um seine dringendsten Geschäftchen zu erledigen. Und er wurde sehr anhänglich. Wir haben jeden Moment zusammen genossen. Wenn ich am Sonntag früh bügelte, während sein Herrchen noch schlief, lag er glücklich auf seinem Kissen und "grinste" mich an. Ich erzählte ihm viele Geschichten von Hunden, die sich erholen und gesund schlafen müssen. Und er schlief immer noch sehr viel. Wenn er aber wach war und uns sah, ging er abwechselnd zu uns beiden und leckte uns die Hände oder die Ohren.

Kurz nach Silvester, im Januar 2006, fiel uns auf, dass er plötzlich über und über mit Schuppen bedeckt war und schwerer als sonst atmete. Also wieder zum Tierarzt - wir hatten mittlerweile einen neuen Tierarzt ausfindig gemacht, der sich nach eigenen Angaben mit Bulldoggen gut auskannte. Diagnose: schwerer Rückfall, wieder eine starke Lungenentzündung, wieder wenig Chancen! George bekam wieder Antibiotika. Wir waren am Boden zerstört. Wieder appellierten wir an seinen Kampfgeist und erzählten ihm jede Menge Geschichten. Und George verfügte über einen enormen Kampfgeist: Er erholte sich und steigerte sein Gewicht in diesem Jahr auf 23 Kilogramm, die er dann beibehielt. Er musste zwei Operationen an beiden Vorderpfoten überstehen, die er aber tapfer wegsteckte.

Im Herbst 2006 begann unsere schönste Zeit. George erbrach sich nicht mehr so häufig, hatte ein schönes glänzendes Fell und benahm sich wie ein Welpe, der die Welt entdeckt. Er war angekommen - und wir hatten das Gefühl, ihn von klein auf zu haben. Er zeigte die ganze Fröhlichkeit, die ihn im steckte - und die ganze Sturheit. Erziehungsversuche unsererseits ignorierte er gekonnt, verstand es aber ausgezeichnet, uns in seinem Sinne zu erziehen!

Im Sommer dieses Jahres ist George dann erneut schwer erkrankt. Nach diversen Tierarztwechseln und Untersuchungen stand fest, dass er Krebs hat. Einen OP-Termin mussten wir auf Grund seiner Herzschwäche verschieben. Am Wochenende vor dem zweiten Termin war er plötzlich gelähmt. Die Untersuchung am Montag ergab, dass der Krebs bereits ins Rückenmark metastasiert hatte. Am Dienstag, den 2. Oktober 2007 haben wir ihn zuhause einschläfern lassen.

Wir haben eine Liebe im Zeitraffer erlebt, haben einen Hund gehabt, um den sich alles drehte und uns dabei oft vernachlässigt. Die Sorge um ihn war in den knapp zwei Jahren, die er bei uns sein durfte, unser ständiger Begleiter. Wir möchten dennoch keinen Tag mit ihm missen. Er war unsere ganz große Hundeliebe. Er gehörte einfach dazu. Wir vermissen ihn unendlich. Er war ein ganz Großer, unser Kleiner.

Wir danken allen VdFEB-Mitgliedern, die uns in der schweren Zeit vor und nach seinem Tod auf so vielfältige Weise beigestanden haben. Es war und ist uns ein großer Trost, so viel Mitgefühl zu erfahren. Und es stimmt uns zuversichtlich, gesunde und fröhliche Bulldogs und ihre Menschen kennen zu lernen.


Donnerstag, Januar 24, 2008

Heute ein schöner Bericht von Gastblogger Leo Geurtsen

Flöckchen, oder

"Im Schatten des Papageien"

Es fing an mit einem Kommentar meiner Frau auf dem Westfalen-Treffen (siehe 14. 1. 08), wo Sie zu Eduard und Cornelia sagte, dass wir gerne noch einen zweiten Not-Bulldog als Spielgefährten aufnehmen würden. Am Liebsten eine Hündin.

Keine 24 Stunden später klingelte das Telefon, und Eduard erzählte mir von einer Hündin namens "Flöckchen"! Und so wie er es gehört habe, würde die wohl gut in unsere Familie passen. Fotos habe er leider keine, aber er wüsste, dass sie sich gut mit anderen Hunden verträgt, kinderlieb ist und sonst keine Fehler habe. Einziges Problem wäre, wir müssten sie in Gießen (von Niedersachsen aus) abholen. Eduard und Cornelia würden sich mit unserer gesamten Familie und unseren Hunden dort treffen.

Was soll ich sagen; ... wir haben nach kurzer Überlegung zugesagt.

Somit sind wir dann am Sonntag, den 20.1., um 7.00 Uhr losgefahren. Unsere beiden Hunde Mecki und Paula fanden das zwar nicht gut, da beide Langschläfer sind und deren Tag eigentlich erst um 9.30 Uhr beginnt. Aber sie sollten ja noch genug Schlaf im Auto bekommen.

Mecki (siehe unten Anmerkung) geht es sehr gut. Er ist der Liebling von mir und der Knuddelbär von meiner Frau Tanja. Er fühlt sich sehr wohl, und seine ruhige Art greift auch schon zum Leidwesen meiner Frau auf mich über. Wir sind eben ein Team. Aber dazu mehr in einem anderen Bericht.

Nach langer Fahrt mit Pause kamen wir an der uns genannten Adresse an. Cornelia und Eduard waren wohl auch gerade erst angekommen und stiegen aus ihrem Auto. Nach kurzer Vorstellungsrunde sahen wir Flöckchen. Sie ist eine schöne Hündin. Zwar ein wenig "propper", darunter aber eine zierliche Bulldogge. Und etwas, was unseren Kindern direkt aufgefallen ist: "Flöckchen trägt ein Geschirr mit dem gleichen Muster, welches Mecki als Halsband hat!" riefen beide aus ihren freudestrahlenden Gesichtern.

Nach kurzer Streichelphase beschlossen wir auf ein benachbartes freies Grundstück zu gehen, um dort die Zusammenführung von Flöckchen und unseren beiden Hunden zu testen. Auf dem Weg dorthin haben wir von den Vor-Besitzern erfahren, das Flöckchen gerade "läufig" ist! Mir viel die Farbe aus dem Gesicht. Läufig??? Mein Mecki ist ein Rüde und nicht kastriert! In Gedanken flogen mir schon die wildesten Vorstellungen vorbei!

Die Hunde liefen auf der Wiese frei herum und die Beschnupperungsphase begann. Alles sehr ruhig. Puuuh, das ist ja schon mal ein gute Zeichen.

Cornelia beruhigte mich und sagte "Wenn es doch zu wild mit Mecki und Flöckchen werden sollte, kannst du darüber nachdenken Mecki kastrieren zu lassen." Was soll man dazu als Mann sagen!? Wir warten erst mal ab, wie sich alles entwickelt.

Bei einem Kaffee haben wir noch einige Dinge über Flöckchen erfahren. Aber was dem Fass den Boden ausgeschlagen hat, ist die Tatsache, dass Flöckchen auch mit einem Papageien zusammen gelebt hat. Mecki´s Vorbesitzer hatte einen Papageien; und wir auch!

Nach einem Abschied von den Vorbesitzern, mit reichlich Tränen, begann nun ein neuer Lebensabschnitt für Flöckchen. Nach fast 4 Stunden Autofahrt kamen wir bei uns zu Hause an. Klar alles neu, alles so aufregend. Und immer wieder ihr Versuch, Mecki gefügig zu machen. Was uns am Abend dazu veranlasste Flöckchen in einem kleinen Flur zu separieren. Wie sich in den nächsten Nächten herausstellte war das für alle die beste Lösung.

Am Montag ging es direkt zum Tierarzt zur Untersuchung. Dort konnte auch die Restzeit der Läufigkeit berechnet werden. Und wenn Ihr diese Zeilen lest, ist das Gröbste vorbei. Ich gönne es der Kleinen, ich konnte mir kaum vorstellen, wie aufgewühlt und unruhig die Läufigkeit eine Hündin macht. Ich bin aber auch sehr froh darüber, dass Mecki nicht so ein Wilder ist. Er wird echt umgarnt von Flöckchen, aber auf unser Kommando reagiert er! Obwohl - vielleicht liegt es daran, dass er nur zu müde ist?

Flöckchen ist nämlich ein Frühaufsteher. Sie steht mit unserem Sohn um 6.30 Uhr auf und hat nichts Besseres im Sinn, als den Mecki wach zu machen. Somit döst Mecki anschließend bei mir die meiste Zeit im Büro oder auf seiner Couch.

Flöckchen hat sich gut eingelebt und steigt jetzt auch schon die Treppen hoch, was Sie am ersten Tag garnicht gemacht hat. Ihr Lieblingsplatz ist das Sofa, von dort vernimmt man dann ihr Schnarchen. Sie stellt unsere beiden anderen Hunde in dieser Hinsicht in den Schatten.

Wir freuen uns sehr, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, Flöckchen bei uns aufnehmen zu dürfen. Ich weiß aber einen bei uns aus der Familie, der sich ganz besonders darauf gefreut hat. Lukas, man merkt ihm an, dass es bei ihm auf den ersten Blick gefunkt hat. Ach nee, noch einer hat sich sehr gefreut. Unser Futter- und Tierbedarfshändler!

Ich werde bestimmt noch weitere Geschichten schreiben, denn es gibt bestimmt in Zukunft ein Menge zu berichten.

Anmerkung: Wer mehr über Mecki erfahren möchte, der kann die Blog-Suchmaschine in der grauen Spalte rechts oben anklicken, "Mecki" eingeben, und alle Beiträge, in denen Mecki genannt wird, werden angezeigt.


Dienstag, Januar 22, 2008

Heute berichtet auch wieder Gastblogger Eduard Jegodka

Die beiden Not-Bulldogs

Ursel und Martina fanden ein neues Zuhause


Hamburgerin findet Landleben, oder Ursels neues Heim

Endlich hat es Ursel geschafft. Sie ist in Ihr neues Zuhause in Detmold/Lippe eingezogen.

Mit der Familie Nordloh fand sie hundeerfahren neue Besitzer. Schon bei der Begrüßung in der Deele des bäuerlichen Anwesens war das Eis schnell gebrochen. Ohne Zögern ging Ursel auf Herrchen und Frauchen zu und fühlte sich wohl.

Das für Ursel maßgeschneiderte neue Zuhause schließt alle abzusehenden Stressfaktoren aus und kommt so Ihrem manchmal problematischen Wesen entgegen.

Nun kann Ursel das Landleben in vollen Zügen genießen und noch einmal einen Neuanfang in Ihrem Hundeleben beginnen. Ein großer Garten, Wald, Wiesen und Felder und dazu die liebevollen neuen Besitzer sind dazu die besten Voraussetzungen.

Wir - Pflegestelle 'Bulldog in Not' - wünschen Ursel Glück und ein erfülltes Hundeleben !!



Eine glückliche Martina und eine glückliche Familie Rennett

Martina ist ein 3jährige Hündin, importiert aus Polen. Ende des Jahres rief ihr Frauchen (aus Unna, Westfalen) Eduard an, weil sie Martina aus familiären Problemen heraus nicht mehr länger halten könne. Sie erzählte auch, dass Martina herzkrank sei und täglich Medizin brauche.
Dies Frauchen liebte Martina sehr, und sie brachte es deshalb trotz der Probleme dann doch nicht übers Herz, Martina zu Eduard zu bringen...

Am 12. Januar rief diese Frau Eduard erneut an: die Situation zu Hause sei nicht mehr haltbar, er möge bitte die (jetzt läufige) Martina sofort übernehmen. Nun, Eduard hatte schon Ursel als Not-Bulldog zuhause! Was tun?

Eduard improvisierte entschlossen und gedankenschnell. Er rief bei Familie Rennett in Delbrück an, denn die hatten sich bei ihm wegen Ursel gemeldet. Ursel war aber inzwischen schon Familie Nordloh zugesagt (siehe oben). Vielleicht würden sich Rennetts in Martina verlieben - und umgekehrt?

Familie Rennett freute sich über den nicht mehr erwarteten Anruf von Eduard. Klar, Martina kann sofort gebracht werden!

Das erste Frauchen von Martina weinte zunächst vor Erleichterung, und dann wegen des Abschieds. Eduard sagt, er hat noch nie so viel Tränen fließen sehen wie bei diesen vom Schicksal erzwungenen Trennungen vom geliebten Bulldog.

Martina wurde also direkt zu Familie Rennett gebracht, ohne Zwischenstation bei Eduard zuhause. Ihr werdet es schon ahnen: es war Liebe auf den 1. Blick von beiden Seiten! Martina blieb!

Donnerstag, also 5 Tage später, besuchten Eduard und ich Martina und Ursula=Uschi Rennett nachmittags um zu sehen, ob diese Liebe immer noch so groß wie am Anfang war. Ihr ahnt es wieder: sie war es!

So wurden alle Übergabe-Formalitäten bei Kaffee und Tee erledigt. Uschi Rennert führte uns durch ihr wunderschönes, altes Bauernhaus. Martinas neues Domizil ist herrlich gemütlich im alten Stil renoviert und eingerichtet. Und Martinas neues Frauchen Uschi bezauberte uns durch ihre warmherzige und offene Art; Martina ist ins Glück gefallen, meinen Eduard und ich.

Für Eduard noch eine Überraschung am Rande: Rennetts letzter Hund, eine Deutsche Dogge, hieß HIGGINS wie sein Higgins! Und der Hund davor hieß AKKI, so wie ein früherer Hund von ihm auch. "Es gibt keine Zufälle! meinte er, "Martinas Zuhause ist hier!"


Sonntag, Januar 20, 2008

2. Folge: - pragmatisch - praktisch - klug -

Heute erzähle ich weitere erstaunliche Geschicklichkeits- Intelligenz- und Wissens-Taten von Bulldogs :-)

Chilli weiß was!

Ina Tansley mailte:

"... Chili geht's hervorragend! Sie ist unheimlich agil und liebt es auch bei der Kälte durch den Garten zu flitzen und rumzurennen wie eine Irre- Sie hat Ihre Leidenschaft für Fußball entdeckt ;o) Und- noch eine ganz interessante Sache muss ich Dir erzählen:

Wir haben seit 5 Wochen eine neue Freundin, Dani. Chilli liebte Dani von Anfang an heiß und innig und flippte aus, wenn sie uns besuchen kam. Chilli freut sich immer tierisch über Besuch, aber mit Dani ist sie verrückt!

Nun stellte sich heraus - Dani ist jetzt in der 10ten Woche schwanger... Es ist wirklich irre - Ist Dani in der Nähe gibt es für Chilli kein Halten mehr - sie wirft sich ständig vor ihr auf den Rücken - sehr sehr extrem - und schmilzt förmlich dahin. Ich bin ganz sicher, sie riecht oder weiß - da ist ein Baby...."

Frieda ist sich sicher ...

Neulich kam Friedas 9jährige Patentante Jana zu Besuch. Frieda warf sich gleich strahlend auf den Rücken vor Jana hin.
Und Kosmo: der halbstarke Sohn sprang auf Mutter-Friedas Bauch um von dort aus besser und konkurrenzlos ;-) zu Jana hochzureichen....
Und Frieda: die ließ Kosmo gewähren, denn sie wußte ja, Jana würde sich zu ihr runterbeugen und sie küssen.
Und Jana: sie beugte sich runter um Frieda zu küssen.
Und Kosmo: der stand abseits des Geschehens verblüfft immer noch auf Friedas Bauch .-)))

Kosmo hat Ehrgeiz!

In der 1. Folge von "- pragmatisch - praktisch - klug -" (siehe Beitrag vom 21. 11. 07) schrieb ich über Kosmos´ Geschicklichkeit, Frieda ihr Halsband auszuziehen. Ich glaubte damals noch, ihr Geschirr sei sicher vor´m Ausgezogenwerden durch ihn :-). Weit gefehlt!

Wir spazierten durch das Naturschutzgebiet "Flußaue Altenau". Hier können die Beiden frei und weit laufen, da dort nie was los ist. Das nutzte Kosmo aus!

Uns auf die Schnelle unerreichbar weit voraus machte er sich am Schulterteil von Friedas Geschirr zu schaffen. Wir sahen nur, dass Frieda plötzlich mit einem Vorderbein darin festklemmte, sich humpelnd schüttelte, das ganze Teil ihr dann über den Rücken nach hinten runter fiel - und sie ohne dastand.

Kosmo beachtete das ausgezogene Geschirr gar nicht - es war keine Beute, sondern offensichtlich Abfall für ihn! Statt dessen nahm er sich einen Stock und rannte mit diesem stolz auf uns zu. Frieda blieb wo sie war - möglichst weit entfernt von uns "Geschirr-Anziehern" :-)

Stu, nicht minder klug als Kosmo ;-), meinte: "ob er Frieda zeigen will, daß sie ihm sein Geschirr losmachen soll ???"
Übrigens ließ Kosmo diesen seinen Stock nicht mehr los, sogar beim Haufenmachen nicht!

Doris Ehrenstein: ein Satz so knapp wie witzig :-)

"Willie hat Berta's Sessel erfolgreich erobert, anschliessend ist er mit seiner neuen Ziege in sein Bett gegangen."


Freitag, Januar 18, 2008

Geschichten von Satchmo

Bernd Schuda liebt Jazz, und so bekam der 1. Bulldog im Hause 'vom Georgshof' den Namen Satchmo. Das ist jetzt 6 Jahre her.

Satchmo ist ein FCI/VDH/ACEB-Bulldog. Rafaela und Bernd Schuda rechneten nicht mit ernsten Gesundheits-Problemen, als sie ihn als Welpen kauften; wer tut das auch schon?

Nun, Satchmo bekam als viermonatiger Welpe so schlecht Luft, dass er einfach umfiel, seine Zunge blau wurde, und Rafaela mußte ihm Klumpen von Schleim aus dem Hals holen, damit er überlebte. Ihm wurden als Konsequenz mit 5 Monaten Mandeln und Gaumensegel komplett herausgeschält. Drei Wochen später wurden ihm noch seine Nasenlöcher vergrößert, weil diese nahezu luftundurchlässige Schlitze waren. Mit 7 Monaten mußte er wieder operiert werden: diesmal stand die Kastration an, denn Satchmo war oversexed. Er rammelte einfach alles ununterbrochen und gnadenlos, egal ob Hund, Hase oder Hose. Nachdem Satchmo auch diese 3. OP hinter sich hatte, wurde er zum lebensfrohen und angenehmen Zeitgenossen :-)

Diese genetischen Defekte von Satchmo lösten in Rafaela den Willen aus, selbst zu züchten. "Es muß auch besser gehen!", davon war sie überzeugt. Und sie hat dies inzwischen auch vielfach bewiesen.

"Dampfwalze", so wird Satchmo liebevoll augenzwinkernd von Rafaela Schuda charakterisiert. Jetzt einige Geschichten über Satchmo, die Rafaela erzählte:


Satchmo: der mit ewigem Hunger gesegnete ;-)

Klar, die Küche ist die Schatzkammer des Hauses! Die Küche ist DIE Herausforderung an sich!! Aber Schätze gibt es auch sonst noch, nahezu überall ;-), zu rauben :

Rafaela spazierte mit Familie und Satchmo durch den Grunewald. Am Wegesrand saß auf einer Bank unweit einer Bratwurstbude ein Mann, der seine gerade gekaufte Wurst auspackte und den ersten Bissen tun wollte. Diesen Moment hatte Satchmo abgepasst:

Er lief auf ein Mäuerchen hinter der Sitzbank und sprang von hinten dem Mann über die Schulter, packte die Wurst knapp bevor diese im Mund des Mannes war, sprang damit nach vorne weg, und bevor irgend jemand reagieren konnte, war die Wurst verschlungen!

Der Mann lachte über Satchmos entschlossenen Zugriff und kaufte sich eine neue Wurst. Rafaela durfte ihm diese nicht einmal bezahlen: "Toller Bulldog! Die Wurst hat er gekonnt erbeutet! Das ist OK. Ich schenke sie ihm!"


Satchmo: der mit unstillbarer Reiselust gesegnete ;-)

Auto fahren, das ist die höchste Kunst der Fortbewegung für Satchmo. Er setzt sich dabei nie hin, egal wie weit die Reise geht, sondern sieht ständig stehend aus dem Fenster. So erkennt er immer schon nach kurzer Wegstrecke, ob es zum Tierarzt oder zB in den Grunewald geht - wie er deutlich zu verstehen gibt ;-) Er kennt Strecken offensichtlich auswendig wie seine wölfischen Vorfahren!

Einmal kamen Welpenkäufer aus der Schweiz mit dem Taxi vom Flughafen. Als sie mit ihrem Welpen zurück zum Flugplatz fahren wollten, da stand der Kofferraum des Taxis kurz auf - Satchmo sprang hinein und versuchte sich dort unsichtbar zu machen - was ihm auch für kurze Zeit gelang!

Satchmo meint, Herrchen Bernd darf das Haus nicht ohne ihn verlassen! Er packt Bernd sogar manchmal in die Füße, um seinem Willen deutlich fühlbar Nachdruck zu verleihen ;-) Der Grund: Bernd fährt morgens ja immer mit dem Auto zur Arbeit - und Autofahren, wo gibt es sowas, da muß Satchmo doch mit!! Bernd fuhr Satchmo bei solch einer Gelegenheit, so aus Liebe und Freundlichkeit, einmal um den Block herum, bevor er zur Arbeit mußte. Und Satchmo? Der weigerte sich auszusteigen! Die Tour war ihm nicht lang genug gewesen!!!


Satchmo: der mit stolzer Würde gesegnete ;-)

"Auch ein kaputter Thron ist ein Thron!" denkt Satchmo.

Zum Jahreswechsel räumte Rafaela alles Mögliche für den Sperrmüll raus, auch diesen roten Sessel. Wie man erkennen kann, sind seine Lehnen ruiniert. Dieser Sessel stand ein paar Tage auf der Terrasse, bis eben der Sperrmüll kam.

Satchmo erkannte einen hochbequemen Thron in diesem Teil, der zudem eine herrliche Übersicht erlaubte. Er wollte diesen Sitz um Nichts aufgeben! Schließlich hatten alle zu Weihnachten etwas bekommen. Und er entschied, dieser Thronsessel war das Geschenk für ihn! Er plusterte sich darin auf - ob vor Stolz oder weil er fror, das ist unklar geblieben :-)


Satchmo: der mit viel Verstand gesegnete ;-)

Satchmo kennt natürlich die Spielregeln im Haus - und er kennt Tricks, diese zu umgehen!

Eine der Spielregeln lautet: "Müll ist kein Spielzeug!" Also läßt man als kluger Hund lieber andere diese Drecksarbeit, diesen Müll-Diebstahl, erledigen! Und zwar so:

Neugier ist eine gute Falle, denkt er und schnuppert laut und auffallend am Papierkorb herum, wenn er etwas daraus zu haben wünscht. Natürlich muß ein anderer seiner Hausgenossen bei diesem auffallendem Schnuppern zusehen, das heißt neugierig werden. Ist das erreicht, dann zieht Satchmo sich zurück und wartet, bis der neugierig gewordene Mit-Hund den Papierkorb umwirft und dessen Inhalt auf dem Boden zu sortieren beginnt, denn darauf hat er scheinheilig im Hintergrund nur gewartet! Er schießt vor, nimmt sich in seiner bewährten ;-) Dampfwalzenart das begehrte Stück - und hält sich dabei für den bravsten aller Hunde!!


Satchmo: der mit Lust am Sex gesegnete ;-)

Rafaelas Kommentar: "So sieht Sex in der Öffentlichkeit aus ;-)"

Satchmo: der bei Käthchen das Schmusen lernte ;-)

Satchmo ist ein "Rauhbein", eine "Dampfwalze", ein "Richtiger Kerl", könnte man sagen. Er schläft allein, er spielt auch nicht eigentlich mit den anderen Hunden. Für gewöhnlich zeigt er sich als Hagestolz oder Grimmbart ... außer wenn es um Futter geht. "Dann versprüht er seine Pheromone km-weit", sagt Rafaela, "um an Leckerli zu kommen!" Das hat sich jetzt geändert, denn Satchmo ist verliebt!

Als Käthchen läufig wurde, da mußte sie beim unkastrierten, sie leidenschaftlich liebenden Beebob ausziehen. Sie tauschte mit Rudelmutter Wilma das "Heim" und zog aus dem Wohnzimmer zu Satchmo in den Küchen- und Bürobereich.

Über Käthchen erzählen wir ein andermal mehr, hier nur so viel: ihr Charme und ihr durch nichts zu trübender Optimismus, ihre Spielfreude, ihre Beharrlichkeit und ihre Unerschrockenheit vor seinem Geknurre, all dem konnte Satchmo auf Dauer nicht widerstehen. Er schläft jetzt immer neben ihr auf dem Sofa, bringt ihr Spielzeug, ist überhaupt ganz aufmerksam, zuvorkommend, ja geradezu vernarrt in das (schon längst nicht mehr läufige) Käthchen. Naja, dies Mädchen ist eben etwas Besonderes, das wußte Rafaela schon immer - und jetzt weiß es Satchmo auch :-))

Satchmo und das Star-Foto des Monats


Mittwoch, Januar 16, 2008

Züchter-Blindheit, Züchter-Hochmut

Die neueren Erkenntnisse in der Genetik und Biochemie zeigen, dass das Ziel aller Inzucht-Methoden, nämlich Reinerbigkeit der Gene, nach einigen Generationen zu Schwächen und/oder Schäden bei allen enzymgesteuerten Lebensprozessen führt. Und Enzyme steuern bekanntlich ALLE Lebensprozesse. (Literaturangaben siehe unten.)

Diese neuen Forschungergebnisse über die langfristigen Schäden von Linien-Inzucht für die Population einer Rasse bedeuten für traditionelle Linienzuchter einen schwer zu verarbeitenden Paradigmawechsel, nämlich vom Denken in Generationen zum Denken in Populationen:

"Züchtern wird des Öfteren als 'alte Regel' der Hinweis gegeben, "Züchten bedeutet Denken in Generationen". Aber das reicht allein nicht mehr aus, um der züchterischen Verantwortung gerecht zu werden." (Krautwurst 2002)
Heute ist zum Erhalt der Rassen ein Denken in Populationen nötig. Welche Konsequenzen das - außer der Notwendigkeit von Auskreuzungen - nach sich zieht, darauf werde ich in einem späteren Beitrag über "Quantitative Genetik" eingehen.

Ignoranz und Arroganz
sind die erschreckende Reaktion einiger Züchter auf die Kritik, in welche seit einiger Zeit die Linien-Inzuchtmethode durch neuere Forschungsergebnisse geraten ist.

Als Beispiel dafür bringe ich hier einige Zitate aus einer Mail, die mir eine Boxerzüchterin, die in die Bulldogzucht einsteigen will, schrieb. Sie bezieht sich dabei auf meine Berichte über die Wuff-Artikel des weltweit anerkannten Genetikers Prof. Wachtel. (Siehe weiter unten Beitrag vom 4. Januar.)
Wie schwer diese Frau sich damit tut, neue Erkenntnisse in der Kynologie wahrzunehmen, geschweige denn zu akzeptieren, zeigt der emotional aufgeladene Anfang ihrer Mail an mich:
"Leider muß ich in letzter Zeit feststellen, dass Sie jetzt viel über Dinge schreiben von denen Sie, entschuldigen Sie bitte, offensichtlich nicht so viel verstehen. Die Wirkungsweise von verschiedenen Arten der Zucht sind mir, glaube ich, besser vertraut, da ich da auf einige Erfahrung zurückblicken kann. Ihre Ausführungen über Linienzucht usw. sind einfach Unsinn."

Diese Züchterin ignoriert in ihrer Aufgebrachtheit völlig, dass ich gar nicht über eigene Forschungen (wie auch? :-) berichte, sondern über die Forschungsergebnisse anerkannter Wissenschaftler.
Dass ihr solch ein starker Aufmerksamkeits-Fehler passiert zeigt uns, wie tief bei ihr die Ablehnung neuer Erkenntnisse sitzt, und wie sie sich dagegen zu wehren versucht mit der hilflosen Argumentation "Erfahrung" zu haben - sowie mit der Abwertung wissenschaftlicher Ergebnisse als "Unsinn".
(Dazu fällt mir ein Spruch meiner allerersten Lehrerin ein: "Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.")

Meine Empfehlung an den Welpensucher:
Sollte ein Züchter seine "Erfahrung" betonen und zugleich deutlich machen, dass er von den neuen Forschungen der Genetiker über den Vitalitätsverlust durch Linienzucht (Verlust an Mischerbigkeit der Gene) nichts hält, dann kaufen Sie vorsichtshalber dort besser nicht.

Weiter schriebt mir diese Züchterin:
"Es ist z.B. auch nicht so schön für einen erfahrenen Züchter, der viel Mühe in den Aufbau einer guten Linie gesteckt hat, wenn dann jemand mit seinen Hunden züchtet, unüberlegt Fehler reinholt, die dann auf die Falschen zurückgeführt werden, aber auch damit muß er leben."

Hier sind wir bei der züchterischen Eitelkeit angelangt, die auch oft "Zwingerblindheit" genannt wird: Fehler liegen immer am "Anderen". Wer so denkt, der hat die Komplexität der Vererbungsprozesse nicht verstanden, oder er leidet an peinlicher Selbstüberschätzung ....

Meine Empfehlung an den Welpensucher:
Sollte ein Züchter mögliche Fehler seiner Hunde nur mit der Einkreuzung fremder Hunde begründen, dann signalisiert dies einen gewissen Realitätsverlust oder auch Unredlichkeit. Kaufen Sie vorsichtshalber dort besser nicht.

Noch ein Zitat aus der Mail dieser Züchterin, welches einen weiteren Beweggrund anklingen läßt:
"Mit einer kleinen Familienzucht, gegen die natürlich überhaupt nichts einzuwenden ist, kann niemand eine Rasse weiterbringen."

Ich habe in meinen persönlichen Anmerkungen zu diesen Forschungsergebnissen kleine Familienzuchten empfohlen, in denen aus natürlichem Empfinden heraus keine Verwandten miteinander verpaart werden. Und diese Empfehlung ist größeren, kommerziellen Zuchten, die nahezu alle Linien-Inzucht betreiben, natürlich ein Dorn im Auge, da dies Welpensucher abhalten könnte, bei ihnen zu kaufen.

Wie sollen diese Groß-Züchter dagegen angehen, um gut im Geschäft zu bleiben??? Ihre Zuchtlinie ist sozusagen ihr "Betriebskapital", wie Chris Jung (VdFEB) es einmal formulierte. Also stilisieren sie sich und ihre Linien-Inzucht zum Retter der Rasse oder zum Bewahrer der Rasse hoch....

Meine Empfehlung an den Welpensucher:
Fragen Sie den Züchter nach den Schwächen, die in seinen Bulldogs stecken. Sollte er Ihnen antworten, seine Hunde seien alle rundum vital, typvoll, weder hyperaktiv noch ängstlich usw. usw., dann klingt das nach Verkaufstaktik, aber nicht nach Ehrlichkeit. Kaufen Sie vorsichtshalber dort besser nicht.

Ein letztes Zitat aus der Mail dieser Züchterin, welches ihre Unfähigkeit oder ihre Unwilligkeit zur Sach-Argumentation zeigt.
"In meinen Augen kann es sich niemand, der nie gezüchtet hat (gemeint bin ich), anmaßen über andere (gemeint sind Züchter) zu urteilen... Auch als Züchter sollte man sich sowas verkneifen und es einfach besser machen."

Naja, wir kennen den Spruch: "eine Krähe hackt einer anderen kein Auge aus." - Diese Züchterin nennt journalistische Arbeit (denn die Herausgabe des "Bulldog-Blog" ist journalistische Arbeit) anmaßend, weil Journalismus ausspricht, was "Krähen" übereinander verschweigen; jedenfalls öffentlich. Ein Glück, dass die Welt nicht nur aus "Krähen" besteht, sondern unter Anderem auch aus "Bulldogs" :-)))

Meine Empfehlung an den Welpensucher:
Meiden Sie die "Krähen" unter den Züchtern. Suchen Sie dagegen Züchter, die ihre Bulldogs von Herzen lieben und umsorgen, die Linien-Inzucht lassen und Zwingerhaltung (siehe Beitrag 17.12.07) ablehnen :-))


Für Welpensucher: HIER finden Sie weitere wichtige Tips, um bei Ihrer Züchterwahl die "Spreu vom Weizen" trennen zu können :-)


Literatur-Hinweise für Züchter, die sich weiterbilden möchten, und für allgemein an Genetik und Kynologie interessierte Leser:

  • "Hundezucht 2000", Autor Hellmuth Wachtel, Kynos Verlag, ISBN 978-3-938071-32-8
  • "Hundezucht - Erfolgreich züchten auf Gesundheit, Leistung und Aussehen", Herausgeberin Helga Eichelberg, Kosmos-Verlag, ISBN 3-440-09724-2;
    Empfohlen von: "VDH", "gkf" (Gesellschaft für Kynologische Forschung), "Partner: Hund" und vom "Hundemagazin WUFF" in einer der letzten Ausgaben.
  • "Praktische Genetik für Hundezüchter", Autor Friedmar Krautwurst, Kynos Verlag, ISBN 3-933228-52-2
  • "Inzucht ist Qualzucht", Artikel von Chris Jung, siehe unter VdFEB


Montag, Januar 14, 2008

Heute berichtet Gastblogger(in Sue) Ernest Klette

Ernest der Anstands-WauWau ;-)

Liebe Freunde,
stellt euch vor: Schleppt die Sue seit August da ständig so einen Typen, den Willi, mit seiner Hündin Gina mit sich rum! In meine Wohnung, wo Sue mit mir und den Kindern, seit sie mich hat, also seit gut 2 Jahren alleine lebt!

Ich möchte euch nun berichten, was ich alles angestellt habe um zu verhindern, dass Willi der Sue näher kam:

Nun, am Anfang kam Willi ohne Gina zu uns. Die beiden dachten wohl, dann wäre es weniger schlimm für mich. Ts,ts ! Ich habe mich immer schön dazwischen gedrängt, als er neben ihr brav auf dem Sofa saß. Liebevoll aber bestimmt wurde ich dann wieder vom Sofa auf den Boden geschickt.

Also gut dann eben Stufe zwei: Jammern! Nützte auch nicht lange was.

Stufe drei: Auf die Füße trampeln, drängeln und jammern gleichzeitig. Hielt auch nur kurz. Die beiden blieben liebevoll und lachten - noch!

Gut, zumindest an diesem Tag geschah nichts Intimes. Zufrieden kuschelte ich mich fest an Sue in ihrem weichem Bettchen- Willi war gegangen.

Draußen fand ich Willi und Gina schon von Anfang an toll! Willi wirft die Stöckchen weiter als Sue und hat auch so eine beruhigende Stimme. Gina zeigt mir, wie man Enten ins Wasser schickt, und dass man im Auto die draußen herumlaufenden Hunde prima anbellen kann. Aber, was müssen die beiden immer mit in unsere Wohnung reinkommen??

Anfangs war ich öfter mal alleine ohne Sue bei Gina zu Hause. Willi meinte, dass wäre gut für unsere Beziehung. Na er hat schon recht gehabt, dort war ich wie ein Engelchen. Ich kuschelte mich sogar an Gina in ihr Bettchen. Das, was Willi und Sue so gerne getan hätten!! :-))

Aber wehe, wenn Sue mich abholen kam - da zwickte ich Gina manchmal sogar ein bisschen und machte einen auf Macho-Bulli!! Willi zeigte Sue dann immer die Beweisfotos von zwei friedlich schlummernden Hunden unterm Küchentisch und im Bett, damit sie es ihm auch glaubte. Die kapierten lange nicht, dass ich Sue für mich haben will - alleine!!

Dann kam die Nacht der Nächte: Sue wagte es mit mir bei Willi zu übernachten. Willi hatte extra für mich ein Körbchen hergerichtet mit kuscheligsten Kissen drin. Sie beschlossen, dass weder Gina noch ich ins Bett dürften, wenn die beiden zusammen übernachten. Das glaubten die aber nicht lange! Ich saß die ganze Nacht an Sue´s Bettseite und guckte sie an. Stunde um Stunde!

Willi bewunderte Sue´s Ausdauer, denn sie murmelte immer wieder: Ist doch alles OK Ernest, leg dich halt jetzt mal hin. Sie sagte es um 2 Uhr nachts noch genauso nett wie um 5 uhr morgens. Um 6 Uhr allerdings meinte sie: Ich glaube man müsste ihm die Beine brechen, damit er sich hinlegt. Würde sie nie tun, aber man merkte, dass sie zu begreifen begann, wie dickköpfig und ausdauernd wir Bullldogs sind.

Willi war von unendlichem Respekt vor Sue und mir erfüllt, dass er ganz vergass mit Sue zu kuscheln. Ich glaube nicht, dass sie das in höchstens 5 Minuten, in denen ich mal flach lag, geschafft haben, und mein Ziel war erreicht.

So mit den Wochen begann ich jedoch meine Taktik zu ändern. Ich akzeptierte Willi vollständig und war, wenn überhaupt - ein bisschen böse zu Gina. Besonders in Willis Wohnung musste sie doch endlich mal kapieren, dass ich auch dort der Chef sein muss. Manchmal kämpfte ich innerlich richtig mit mir selbst: Ich mochte sie ja eigentlich, aber ich musste die Macho Nummer doch weiterführen und so keife ich manchmal noch heute ein wenig zu ihr rüber, aber nur noch kurz und nicht mehr so heftig.

Ach ja, was das im Bett schlafen betrifft, läuft es jetzt so: Gina geht freiwillig auf die Couch oder neben das Bett auf Willis Seite und ich, ja ich liege selbstverständlich mit im Bett!!! Bulldoggen müssen im Bett schlafen!! Ich bin froh, das Sue und Willi das jetzt endlich begreifen. Also, falls es euch mal so ergeht wie mir, ihr wisst was ihr zu tun habt!!

Viele Grüße euer Ernest alias Macho-Bull


Samstag, Januar 12, 2008

Reisebericht von Gastblogger(in Kathrin) Higgins Jegodka

Urlaub an der Ostsee und das Hotel "Neptun"

Hallo liebe Freunde, habe mal wieder etwas total Schönes erlebt und muss Euch unbedingt davon berichten.

Letzten Montag hat Frauchen die grüne Reisetasche aus dem Keller geholt, das heißt dann immer: Verreisen ! Mein bester Freund, Kater Garfield, hält ja nicht viel davon, aber diesmal wollte er wohl unbedingt mit, hat die ganze Nacht in der gepackten Tasche geschlafen. Leider hat er morgens ausgerechnet die Abfahrt verpasst, aber ist auch besser so, mit der Spaßbremse wäre es auch nicht so lustig geworden.

Dienstags sind wir dann ganz lange Auto gefahren, das liebe ich ja, und irgendwann sind wir vor einem riesigen Haus gelandet. Die hatten da extra für mich sogar einen roten Teppich ausgerollt. Ein netter Mann hat sich um die grüne Tasche und die schwarze (ganz wichtig - das ist meine, mit Futter und Näpfchen und was man als reisender Hund von Welt sonst noch so braucht...) gekümmert, und ich bin ganz stolz durch die Lobby marschiert, alle haben mich entzückt gegrüßt, bin dann mit dem Lift in die 9. Etage, die extra für solch geliebte Pelztiere wie mich reserviert ist, gefahren, und habe das für mich hergerichtete Zimmer begutachtet.

Die hatten extra eine Decke ausgelegt, mit Näpfchen drauf und Leckerli, und natürlich gab es zwei Betten mit blütenweißer Bettwäsche. Nach ausgiebigem Testen habe ich mich dann für das Bett am Fenster, näher zum Fernseher, entschieden. Vom Balkon hat man übrigens einen prima Ausblick.

Mein Rudel und ich sind anschließend die Gegend erkunden gegangen, und ich habe festgestellt - hier war ich schon mal - im Oktober mit Kosmo und Frieda, der Ort heißt Warnemünde. (Siehe Blog-Beitrag vom 21. Dezember 2007.)

Hier gibt es ganz viel Sand und salziges Wasser und Möwen, man kann ohne Leine überall herumtoben und mit anderen Vierbeinern spielen. Die Zweibeiner sind total nett und entspannt und freuen sich über mich. Ich darf mit in die Restaurants und Cafes, meine Menschen haben gute Laune und es fällt öfter mal was Leckeres vom Tisch.

Das Ganze nennen die Menschen dann URLAUB. Wenn es nach mir ginge, könnte es das ganze Jahr über URLAUB geben. Besonders Frauchen fand es klasse hier - sie hat sich jetzt auch so eine Zauber-Fee gewünscht, die jeden Tag die Betten wieder weiß macht und putzt und aufräumt, und Herrchen möchte auch zu Hause Zimmerservice haben. So heißt das, wenn es an der Tür klopft und hübsche Mädchen Wagen mit leckerem Essen ins Zimmer rollen.

Weil ich mit bin, kostet das noch nicht mal extra. Ihr müsst nämlich wissen - wir Pelztiere sind im Hotel Neptun,, so heißt der große Kasten, in den Restaurants nicht erwünscht. (Frauchen hat mich trotzdem in die Lobby-Bar geschmuggelt.) Meine Menschen wollten mich nicht allein lassen, und so haben sie das Essen eben bringen lassen. Sie hätten aber auch einen Babysitter für mich bestellen können, der mich für 10 Euro in der Stunde streichelt, mit mir spielt oder spazieren geht.

Also wir waren bis Samstag in Warnemünde. Meine Menschen wären am liebsten dageblieben - ich auch - es ist einfach ganz toll hier, habe nur Schönes erlebt, und wenn ich ab und zu einen Knochen weniger esse - vielleicht können wir dann ja bald mal wieder herfahren. Muss aber schon sparen, die Nacht kostet für mich nämlich 22 Euro extra.

Dann also viele Grüße von Eurem Ostseeurlauber Higgins und bis bald.


Donnerstag, Januar 10, 2008

Heute erfreut uns Gastbloggerin Doris Ehrenstein

Willie rettet einem Vogel das Leben

Mail aus Alaska vom 8. Dezember 07:
Guten Morgen Cornelia,
nachdem wir gestern morgen telefoniert hatten, wollte Willie in den Garten. Berta war bereits dort. Dann hörte ich einen Knall, und ich wusste, dass ein Vogel an die Scheibe geflogen war. Ich lief hinaus, aber Willie war schneller. Gefolgt von Berta rannte er auf die Terrasse und stand vor dem Vogel. Er nahm ihn ins Maul und lief damit zurück ins Wohnzimmer.

Der Vogel schrie fürchterlich in Willies Maul, und Berta sprang immer gegen Willie, sie wollte den Vogel auch haben. Es war nicht zu glauben, Willie knurrte sie an (es war das 1. Mal, dass ich Willie knurren hörte) und lief zu mir. Er gab mir den Vogel vorsichtig in die Hand. Der Vogel schrie immer noch. Ich war schon den Meinung, Willie hätte ihn verletzt. Aber er hatte nur einen Schock: ich möchte auch nicht in so einem großen Maul sitzen.

Jetzt lief ich mit dem Vogel in die Garage (Doggies hinterher) und holte einen Karton. Dort saß nun der Vogel - weiter schreiend - drin. So habe ich vorher noch nie einen Vogel schreien gehört! Ich trug ihn in die Küche, legte ein Kuchengitter über den Karton und gab etwas Vogelfutter hinein. Er frass nicht, hörte aber endlich auf zu schreien. Circa 1 Stunde liess ich ihn in der warmen Küche. Dann ging ich mit dem Vogel hinaus und hob das Gitter hoch. Und siehe da, er flog davon!

Willie sitzt nun an der Türe und guckt, wo sein Vogel ist. Dauernd will er hinaus, und dann geht er an die Stelle, wo er ihn aus der Kälte (-15 Grad Celsius) gerettet hat. Leider konnte ich kein Bild machen als Willie mit dem Vogel kam, da ich meinen Fotoapparat im Auto hatte. Also ein altes Fotos von einem meiner Winter-Gartenvögel, ein "Pine Grosbaek" - und ein neues Foto von Willie an der Stelle, wo er den Vogel rettete, und die er immer noch im Auge hat.
Liebe Grüße, Deine Doris

Mail aus Alaska vom 15. Dezember 07:

Guten Morgen Cornelia,
Heute Nacht waren es -30 Grad Celsius. Du glaubst nicht wie schnell Berta und Willie sich leermachen;-) und wieder ins Haus zurück rennen. Nur wenn ich das Vogelfutter verteile, bleibt Willie mit mir draußen. Ich glaube er würde es am liebsten selbst den Vögeln geben!

Die beiden hoffen bei jedem Außen-Geräusch auf eine erneute Vogel-Begegnung (oder wenigstens auf einen Elch). Meist ist es aber nur die Kälte, die die Bäume knacken läßt : das heißt dann weiterschlafen und weiterträumen!

Morgen soll es schneien, dann wird es wieder etwas wärmer.... Liebe Grüße, Deine Doris


Anmerkung:
Willie ist ein großer Vogelliebhaber. In einer Mail (siehe BB-Beitrag vom 7. Januar 2007) schreibt er selbst darüber. Und Willie hatte einen Raben zum Freund, der bellen konnte : siehe BB-Beitrag vom 6. Juni 2005) Dieser Rabe ist leider irgendwann verschwunden. C.S.D.



Dienstag, Januar 8, 2008

Tierärzte: manchmal ist es Geldschneiderei

Es geht heute um Tierärzte und um deren häufige Empfehlung, ein CT zur Diagnostik von Gelenkproblemen machen zu lassen.
Ich fange mit einer sehr positiven, persönlichen Erfahrung an:

Unsere Wilma war 8, als sie zu humpeln begann. Sie war HD-frei, wie eine Röntgenaufnahme, die wir bei ihr als Zweijähriger machen ließen, zeigte. Wegen ihrer Humpelei ließen wir sie nun erneut röntgen : im Laufe ihres Lebens hatte sie Arthose entwickelt und eine HD-artige Veränderung einer Hüfte. Zudem waren Kalkablagerungen im Wirbelsäulenbereich erkennbar. Ich fragte unseren Tierarzt und Freund (schon seit 1989) Peter Söhl, ob wir ein CT machen sollen, um einen eventuellen Bandscheibenvorfall erkennen zu können. Seine Antwort:

"Ein CT würde Wilma wegen der dazu nötigen Narkose nur belasten. Lassen wir es. Es ist auch aus therapeuthischer Sicht gar nicht nötig, denn die Behandlung würde sich dadurch nicht ändern. Menschen werden bei Bandscheibenproblemen kaum noch operiert, sie werden konservativ behandelt... und bei Wilma machen wir es genau so.... CT´s und Wirbelsäulen-OP´s in diesen Fällen bringen vor allem dem Tierarzt Geld.. grins.."

Wilma wurde an der geschädigten Hüfte "denerviert", das heißt der entsprechende Schmerzleitungsnerv wurde durchtrennt. Weiter wurde sie wegen der Wirbelsäulenprobleme medikamentös behandelt: sie bekam Rimadyl - mit Unterbrechungen - bis an ihr Lebensende. (Wilma starb mit knapp 11 Jahren an einem Gefäßriss in der Milz.) Nach dieser Denervierungs-OP erlebte sie noch 2 sehr schöne, behinderungsfreie Jahre als alte Hündin :-)

Ich fragte Peter Söhl, was Rimadyl von Metacam, einem ebenfalls hochwirksamen Mittel bei Rheuma, Arthritis usw., unterscheide. Seine Erklärung ist für alle interessant:
"Rimadyl wird über die Leber abgebaut, Metacam über die Nieren. Da ältere Hunde häufig eine Nierenschwäche haben, gibt man ihnen zur Nierenschonung lieber Rimadyl als Metacam."

In Mails und in Foren erfahre ich in letzter Zeit ziemlich oft, daß Tierärzte sehr schnell zu einem CT raten. Ich denke die Gründe sind augenfällig! Ich rate in Antwortmails den Bulldoggern immer zuerst einmal dem Humpeln mit "Vermiculite D6" zu begegnen. Und oft mit großem Erfolg! Hierzu können Sie z.B. im Beitrag vom 26. Juli 07 Näheres nachlesen.

Sollte der Gelenkschaden so groß sein, daß Vermiculite D6 nicht hilft, so gehen Sie zu einem TA, der es gut mit IHNEN meint, und der nicht primär an sein Einkommen oder an die Refinanzierung seiner CT-Investition denkt...

PS: Auch das Problem der Überimpfung passt genau in diesen Zusammenhang!



Wieder ein Bulldog in Not : Ursel

Ursel ist eine 3jährige kastrierte, bulldogartige Hündin. Sie wurde von ihrer Vorbesitzerin bei einem (mir als betrügerisch bekanntem) "Züchter" für viel Geld gekauft. Ursel ist von etwas problematischem Wesen, denn sie ist stressempfindlich und hat Angst vor Menschen.

Mit anderen Hunden und mit Katzen kommt Ursel dagegen wundervoll aus und ist ganz entspannt. Ursel braucht unbedingt eine starke Führung, um sich selbst nicht im Wege zu stehen. Ist diese Führung gegeben, so schmust sie gerne und ist anhänglich. Zu Kindern sollte sie allerdings nicht kommen.

Ihre frühere Besitzerin hat Ursel eine wirklich gute, professionelle und erfolgreiche Hundeerziehung zugute kommen lassen. Sie gehorcht sofort auf jedes Kommando.

Ursel ist sehr schlank, sportlich und hat keine Atemprobleme. Leider hatte sie aber eine Generalisierte Demodikose, die fatalerweise vom Arzt mit einer giftigen Tinktur behandelt wurde - obwohl man über Internationale Apotheken hochwirksame Mittel ohne Nebenwirkungen erhalten kann. Ursel hat durch diese Behandlung jedenfalls einen Gesundheitsschaden erlitten und verträgt nur noch eine Spezialdiät auf Rohfleischbassis.

Nachdem Ursels Frauchen im Internet Eduards Initiative 'Unser Bulldog in Not' gefunden hatte, brachte sie Ursel mit Tränen zu ihm. Sie liebt Ursel nach wie vor, ist aber mit den Problemen um ihre Angst überfordert.

Ursels Vorbesitzerin wünscht sich für Ursel :
"Wichtig ist mir vor allem, dass sie genau das bekommt, was ihr momentan fehlt:

  • Jemand, der, mehr oder minder, den ganzen Tag mit ihr verbringen kann, den sie begleiten kann.
  • Abstand zu Stadt, d.h. ein ländliches Umfeld, wo die Stressfaktoren möglichst gering sind.
  • Sie geliebt wird und gewollt ist, aber dabei auch die Rangordnung von Anfang an klar ist.

Es wäre wundervoll, wenn sich ein hundeerfahrener Leser Ursels annehmen würde. Alles Nähere bitte bei Eduard erfragen!

Eduard Jegodka, Telefon: 05207 / 7691

Ursel wurde am 15.1. in gute Hände vermittelt !


Sonntag, Januar 6, 2008

Betrag entnommen : "Veterinary Focus"

Die Genetik des Hundes, Klinische Aspekte

Unser Freund und Tierarzt Peter Söhl, der ja auch der Medizinische Beirat des VdFEB ist, gab mir neulich diese abgebildete Zeitschrift, da sich in dieser Ausgabe ausführlich mit den Problemen der Kurzköpfigkeit beschäftigt wird, (und da ein Bulldog das Titelbild ziert :-))

Zur Übersicht der Themenspannbreite "Genetik", die in diesem Heft behandelt wird, zuerst das Inhaltsverzeichnis.

Die Artikel sind auch für allgemein an der Genetik interessierte Nicht-Mediziner - zumindest in ihren Kernaussagen - bestimmt informativ. Die Sprache der Artikel ist kein extremes Fach-Latein, sondern im Großen und Ganzen ist sie zumindest mir verständlich. Und ggf. kann ja unter Wikipedia nachgesehen werden.

Der im Artikel aufgezeigte statistisch hochsignifikante Zusammenhang zwischen schweren Atemstörungen einerseits und Magen-, Speiseröhren- und Zwölffingerdarm-Erkrankungen anderseits war mir neu. Ich hörte auch noch nie einen Züchter etwas darüber berichten.

Aus meiner Beobachtung heraus ist die Halslänge ein Schlüssel dieses Zusammenhanges. Ein kurzer Hals heißt nämlich nicht zugleich eine kurze Speiseröhre, denn Halslänge und Speiseröhrenlänge werden durch ganz andere Gen-Kombinationen bestimmt.

Bei extrem kurzem Hals (den viele Schau-Bulldogs haben) ist die Speiseröhre in "Platznot", sie verlagert sich und bedingt dadurch Druckstress auf den Kehlpopf, Gaumen, Mageneingang und den Magen selbst. Das führt einerseits zu noch mehr Atemnot und andererseits zu Magenschleimhaut-Entzündungen, Brechreiz, Speichelüberfluß usw....

Hier der Artikel :

"Das Brachycephalen-Syndrom: Obere Atemwege und Gastrotintestinaltrakt"
Seite 1 --- Seite 2 --- Seite 3 --- Seite 4 --- Seite 5 --- Seite 6 --- Seite 7


Freitag, Januar 4, 2008

Lesenswert : "Die Zukunft des Rassehundes"

4-teilge Artikelserie, 4.Teil in "WUFF" Dezember 2007


Im Dezember 2007 erschien der 4. und letzte Teil der Artikelserie des renomierten Wiener Hundefachmanns und Genetikers Dr. Hellmuth Wachtel im Hundemagazin WUFF zum Thema :

"Die Zukunft des Rassehundes:"
"Mischling oder Rassehund? Ein Blick in die Zukunft"


Hier noch einmal die Übersicht, welche Schwerpunkte und welche Fragen in den einzelnen Artikel-Teilen behandelt werden. Im Beitrag vom 6. September 2007 können Sie die Ausführungen zum 1. Teil: "Gesündere Rassehunde durch natürliche Zucht" nachlesen. Über den 2. Teil: "Der genetische Sicherheitsgurt" und über den 3. Teil "Gefährliche Klippen umschiffen" und berichtete ich am 17. und 27. November 2007.

Aus der Einleitung des 4. Teils der Artikelserie:

"Hundert Jahre lang, von der Öffnung der Zuchtbücher bis zum Erscheinen des Buches 'Hundezüchtung in Theorie und Praxis', war die Populationsgenetik in der Hundezucht so gut wie unbekannt....
Obwohl es eine populationsgenetische Selbstverständlichkeit ist, wie ich in den vorigen Artikeln dargelegt habe, tun sich Rassehunde-Verbände schwer damit, die nachweislich bessere Gesundheit der Mischlinge anzuerkennen.....
Anders allerdings bei Krankheiten, an denen mehrere Gene beteiligt sind (zB die HD). Hier könnten bei einem Mischling sogar mehr Krankheitsgene zusammenkommen, als bei den Eltern möglich wären....
Sonst aber könnten nur Rassehunde - mit sehr niedrigem Inzuchtkoeffizienten durch etwa 10 Generationen - gesundheitlich mit Mischlingen einigermaßen vergleichbar sein.

"Mischlingskreuzungen"

Dr. Wachtel berichtet von einer großen Nachfrage nach gezielten Mischlingen, zB den Labrador-Pudeln, in Übersee. Er sagt, bei solchen gezielten Kreuzungen verschiedener Rassen könne man eine Kreuzungsvitalität (Heterosis) - allerdings nur in der 1. Tochter-Generation - erwarten.
Würden konventionelle Rassehundezuchtvereine die in seinen 3 früheren Artikeln beschrieben Zuchtvoraussetzungen einführen (zB Verhinderung von Championzucht, Linienzucht usw), dann könnten sie die gleichen Vorteile solch gezielter Mischungen von Rassen erreichen!

Meine Anmerkung dazu:
Dass es heute viele kleine EnglishBulldog-Mischrassen gibt (siehe dazu den Beitrag von Chris Jung, 3. 8. 2005) zeugt mit vom Versagen der traditionellen Bulldog-Zuchtverbände, den Bulldog wieder gesund zu züchten.
Begriffsklärung: Auch Mischlingskreuzungen sind "Auskreuzungen" oder "Auszucht". Und wie ich gerade auf einer Züchterseite lesen konnte gibt es sogar erfahrene Züchter, die gar nicht genau wissen, was mit "Auskreuzung" gemeint bzw. nicht gemeint ist. Deshalb hier die in der Genetik gebräuchliche Definition aus dem zu empfehlenden Buch von Dr. Krautwurst (Kynos Verlag 2002) "Praktische Genetik für Hundezüchter":

Als AUSZUCHT oder OUT-CROSSING wird die Paarung von Partnern definiert, die mindestens 5 bis 6 Generationen lang keine gemeinsamen Ahnen aufweisen (WACHTEL 1997).
Diese Form der Auszucht kann die Gesundheit der Nachkommen enorm verbessern. Wenn allerdings der Inzuchtgrad der betreffenden Rasse schon zu hoch ist, d.h. wenn nahe Generationen stark verwand sind, müssen von der Zuchtleitung weitere Methoden der Auszucht eingeführt werden bzw. angeordnet werden.
Dabei geht es um folgende Maßnahmen: Abkehr von Inzucht-Linienzucht, Championzucht und von der Zucht in kleinen, isolierten Populationen. Erweiterung der effektiven Population durch Begrenzung der Deckakte pro Rüde pro Jahr in Abhändigkeit vom Inzuchtniveau der Population.

"Der Wert des Rassehundes"

Dr. Wachtel betont den Wert des Rassehundes als Kulturgut und als Träger unersetzbarer, rassespezifischer Fähigkeiten. Zu der besonders in oft England vertretenen Meinung "besser tot als nicht rasserein" äußert er sich so:
"... ist genetisch nicht aufrecht zu erhalten - und führt konsequent in die Qualzucht. Hunderassen können nur bleiben was sie sind, wenn kein engherziger Reinheits-Fanatismus die populationsgenetischen Notwendigkeiten verleugnet und dadurch Generation für Generation wichtige Gene (Allele) verloren gehen läßt. Oft genügt es, phänotypisch reinrassig erscheinende, aber nicht registrierte Hunde in der Zucht mit heranzuziehen, wie es jetzt der Englische Kennelclub bei an Nachfrage verlierenden Englischen Rassen den Zuchtvereinen anzuraten versucht."
Dr. Wachtel schreibt dann betroffen darüber, dass sogar Hunde, die nur noch "Pflegeobjekt" sind, Ausstellungssieger werden. Er zieht die Schlußfolgerung, dass Linienzucht (da eine Form der Inzucht), wenn sie nicht von den Vereinen begrenzt wird, zum Untergang von Rassen führen wird. Und das sei ein "Bärendienst" an der Menschheit.

Meine Anmerkung dazu:
Der Bulldog gehört zumindest in Westeuropa zu den vom Untergang bedrohten Rassen. Primär dafür verantwortlich ist die Sturheit (oder Dummheit?) der Englischen Bulldog-Zuchtverbände, die die heutige Interpretation seines Standards - durch Linieninzucht - ins Extreme verzerrten.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass der Bulldog geliebt genug ist, um in Deutschland nicht unterzugehen. Ich setzte hierbei zunächst auf kleine Familienzuchten, die konsequent nur auskreuzen, (d. h. keine Linieninzucht betreiben), und die keine Zwingerhaltung haben, weil sie den Bulldog wirklich kennen und lieben. Beispielhaft möchte ich hier die Zucht von Rafaela Schuda Vom Georgshof und die Zucht von Stefan Fey Wellington Bulldogs nennen.
Und ich hoffe immer noch, dass auch früher oder später (unter dem Druck des VDH und des Marktes) im ACEB ein Umdenken stattfinden wird : nämlich weg von der Champion- und Linienzucht, weg von den Irrungen der Extremzucht.

"Ausblick"

Dr. Wachtel äußert sich hoffnungsvoll, weil seiner Beobachtung nach seit einigen Jahren ein Umdenken in der Hundezucht im Gange ist. Er führt dies insbesondere auf die Forschungsergebnisse und Veröffentlichungen der Genetiker Prof. W.Schleger und Doz. I.Sommerfeld-Stur (beide Österreich) sowie Prof. P-E.Sundgren (Schweden) zurück, welche die Bedeutung der Populationsgenetik ins Bewußtsein von an der Zucht interessierten Menschen brachten.
Dr. Wachtel empfiehlt das kürzlich erschienene Buch "Hundezucht" von Dr. Helga Eichelberg (VDH) "... in welchem erstaunlich ungeschminkt über die bisherigen Fehler und die zu treffenden Gegenmaßnahmen berichtet wird."
Dr. Wachtel schreibt als Abschluß-Statement dieser Artikelserie, er habe inzwischen so viele Menschen kennengelernt, die aktiv und engagiert die durch Zuchtfehler bedingten Leiden der Hunde bekämpften - und zwar im Interesse der Hunde selbst, denen wir so viel verdankten - dass dies ihm Anlaß zur Hoffnung für die Zukunft gäbe.

Meine Anmerkung dazu:
Natürlich haben Chris Jung (Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.) und ich uns dies oben genannte Buch sofort gekauft. Ich werde darüber eine Rezension bringen. Schon vorab gesagt: ich bin ganz positiv von der sehr beeindruckenden und offenen Informationsleistung in diesem Buch überrascht! Ein Kompliment an den VDH! Jeder Züchter, der nicht nur im eigenen, sondern auch im Interesse seiner Hunde züchtet, sollte sich dieses Buch kaufen!
Im Zusammenhang mit der Beobachtung von Dr. Wachtel, dass es viele engagierte Hundefreunde gäbe, die sich für geänderte Zuchtmethoden zum Erhalt von bedrohten Hunderassen und zur Verbesserung der Lebensqualität vieler Rassehunde einsetzten, möchte ich auf PETWATCH hinweisen!


Konsequenz für den Bulldog-Welpensucher

Sehen Sie sich vor dem Kauf die Ahnentafel des Welpen (oder die Daten dafür) an :

Es sollte KEIN im Stammbaum aufgeführter Ahne doppelt vorkommen !

Chris Jung hat diese Empfehlung jetzt in der Webseite des VdFEB beim Thema "Welpenkauf" eingebracht; und ich habe diese Empfehlung HIER eingebunden.

Zwei ganz wichtige Gründe für diese Empfehlung:
Die neueren Forschungen in der Populationsgenetik und Biochemie haben unter anderem den Zusammenhang zwischen einem "Ahnenverlust" und einem Vitalitätsverlust aufgedeckt. "Ahnenverlust" - das heißt weniger Ahnen als möglich - ist eine Folge der Linienzucht. Auskreuzung dagegen bringt so viele Ahnen wie möglich, und in der Sprache der Genetiker bedeutet das, so viel Mischerbigkeit (Heterozygotie) wie möglich.

  • Bedeutung der Mischerbigkeit (Heterozygotie) für das Immunsystem:

    Der Däne Andersen erbrachte den Nachweis, dass die Enzyme der Individuen, die ja bekannlich den gesamten Stoffwechsel steuern, genetisch kontrolliert werden. Das heißt: ein homozygotes (reinerbiges) Enzym hat nur 1 Möglichkeit, ein heterozygotes (mischerbiges) Enzym hat hingegen 2 Möglichkeiten der biochemischen Reaktionen auf Umwelteinflüsse jeder Art. Deshalb ist zB auch das Immunsystem bei Mischerbigkeit stabiler und flexibler - und das allein bedeutet bedeutet schon mehr Leistungskraft und eine höhere Vitalität.
    Am Rande eine Hintergrundinfo: Ein Gen kommt immer doppelt vor, nämlich als Variante (Allel) vom Vater und als Allel von der Mutter. Und BEIDE Allele sind funktionswichtig für viele Lebensprozesse, wie zB für die Enzymbildung. Dies war im vorigen Jahrhundert noch unbekannt: damals wußte man nur von dominanten und unterdrückten (rezessive) Allelen, aber noch nichts von diesen stoffwechselwirksamen Gesamt-Zusammenhängen.

  • Bedeutung der Mischerbigkeit (Heterozygotie) für Krebserkrankungen:

    In der Humanmedizin weiß man über einige Krebsarten, dass dafür der Verlust der Mischerbigkeit, also (meist mutationsbedingte) Reinerbigkeit eines Gens, verantwortlich ist. Dieser Verlust der Mischerbigkeit des Gens bedingt in diesen Fällen den Verlust der Fähigkeit, ein tumorunterdrückendes Protein zu produzieren.
    Bei Menschen gibt es wenig Reinerbigkeit, für die Veterinärmedizin liegt die Sache aber ganz anders : Reinerbigkeit gibt es häufig - ganz in der Zucht-Tradition des vorigen Jahrhunderts. Hier liegt also ein großes Forschungsfeld offen : Es sterben so extrem viele Hunde an Krebs, besonders auch an Milztumoren, wie zB meine Bulldogs Alma und Wilma, beide aus einer Linenzucht. Linienzucht bedeutet einen Verlust an Mischerbigkeit (Heterozygotie) - der Zusammenhang dieses Heterozygotie-Verlustes mit Krebserkrankungen ist mehr als erschreckend!

Wer sich für diese Themen besonders interessiert, dem empfehle ich die Bücher "Praktische Genetik für Hundezüchter" von Dr.F.Krautwurst und "Hundezucht 2000" von Prof.H.Wachtel (siehe auch bei Buchempfehlungen in der grauen Spalte rechts).


Mittwoch, Januar 2, 2008

Beginnen wir das Jahr mit Humor ;-)

Rafaela Schuda (Bulldogs vom Georgshof) beobachtete diese lustige Szene in ihrem Büro :
Wilma, Satchmo und die Katze...

oder doch nicht ??????

Und noch eine besondere:-) Weihnachtsbulldog-Postkarte


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Cornelia
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, geboren 1945 in Wuppertal, hat seit 34 Jahren Englische Bulldoggen und ist Gründungsmitglied des "Verein der Freunde Englischer Bulldogs e.V.". Jetzt sollen die Bulldogs zusätzlich hier ihr eigenes deutsches Weblog bekommen. Eure Bulldog -Anekdoten, -Fotos und -Tipps für's Blog sind willkommen.


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Update: 16. 1. 2008

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